Niederösterreichs hochwertige Infrastruktur
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Die Entwicklung der niederösterreichischen Verkehrsinfrastrukturprojekte. |
Niederösterreich liegt geografisch gesehen im Zentrum von Europa und ist nach der Öffnung des Eisernen Vorhanges und dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union auch geopolitisch aus seiner Randlage in eine zentrale Position gerückt. Diese positiven Rahmenbedingungen haben dazu beigetragen, Niederösterreich zu einem attraktiven und leistungsfähigen Lebens- und Wirtschaftsraum zu entwickeln. Grundvoraussetzung dazu war allerdings auch eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur, welche als verkehrsträgerübergreifendes Netzwerk zwischen den einzelnen Standorten Niederösterreichs einen qualitativ und quantitativ hochwertigen Personen- und Warenaustausch sicherstellte.
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Abb. 1. |
Konkret verlaufen über Niederösterreichisches Landesgebiet hochrangige Verkehrsachsen wie z. B. die Donau, die West-, Ost- und Südbahn und die West-, Ost- und Südautobahn. Hinzu kommt die Nachbarschaft von wichtigen Siedlungs- und Wirtschaftsräumen, die besonders im Raum Wien einen Brennpunkt des Verkehrsgeschehens bilden. Verfolgt man die verkehrliche und wirtschaftliche Entwicklung in der Vergangenheit, so ist abzuleiten, dass wirtschaftliches Wachstum eng mit dem Angebot einer leistungsfähigen hochrangigen Verkehrsinfrastruktur zusammenhängt.
Das NÖ Landesverkehrskonzept in seiner jeweils aktuellen Fassung stellt den verkehrspolitischen Handlungsrahmen dar, nach dem unter Berücksichtigung entwicklungspolitischer Interessen das Gesamtverkehrssystem strategisch umgesetzt und weiterentwickelt wird.
Realisierte Infrastrukturmaßnahmen
Im Zeitraum 1990–2000 wurden Infrastrukturprojekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 2 Milliarden Euro realisiert, wovon 1,51 Milliarden Euro auf den Verkehrsträger Schiene und 0,39 Milliarden Euro auf den Verkehrsträger Straße entfielen. Weiters waren im Jahr 2000 Schienenprojekte im Wert von 1,08 Milliarden Euro und Straßenprojekte im Wert von 0,68 Milliarden Euro in Bau (vgl. Abb. 1).
Schwerpunktmäßig wurde bzw. wird vor allem in Projekte investiert, die der internationalen Erreichbarkeit Niederösterreichs zugute kommen und großteils auch Bestandteile des Transeuropäischen Netzes sind.
Im Schienenbereich (vgl. Karte 1) sind dies
• der 4-gleisige Ausbau der Westbahn als leistungsfähige Verbindung Richtung Westen;
• die Ertüchtigung der Ostbahn Richtung Budapest einschließlich Ausbau Richtung Bratislava;
• Verbesserte Einbindung des Flughafen Wien/Schwechat in das überregionale Schienennetz;
• die Ertüchtigung des Südbahnsystems, um vor allem Engpässe im Bereich Wien – Wiener Neustadt zu lösen;
• Ausbau des Schienennetzes im Niederösterreichischen Zentralraum zur besseren Anbindung der Landeshauptstadt St. Pölten.
Im Straßenbereich (vgl. Karte 2) sind dies
• Ertüchtigung der West-Autobahn bei gleichzeitigem 6-spurigen Ausbau zur Verbesserung der Verkehrsanbindung Richtung Westen;
• Fertigstellung der Ost-Autobahn Richtung Budapest;
• Anschluss der Südost-Autobahn an die Süd-Autobahn;
• 8-spuriger Ausbau der Süd-Autobahn im Nahbereich von Wien;
• Beginn des Autobahnneubaus der Wiener Südumfahrung als Verbindung der Süd-Autobahn mit der Ost-Autobahn;
• Errichtung zahlreicher Grenzübergänge zur Tschechischen und Slowakischen Republik.
Die zukünftige Verkehrsentwicklung in der Ostregion Österreichs (Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland) wird von folgenden Faktoren geprägt sein:
• steigender Binnenverkehr;
• steigender nationaler und internationaler Verkehr;
• besonders stark steigender Verkehr infolge EU-Erweiterung.
Für den Personenverkehr bedeutet dies in der Summe eine Zunahme der Verkehrsleistung um 28 Prozent. Besonders hohe Potenziale werden jedoch für das Verkehrssegment des Ostverkehr prognostiziert, wonach sich der grenzüberschreitende Personenverkehr durchschnittlich verdreifachen soll. Gründe dafür sind die zu erwartende überdurchschnittliche wirtschaftliche Entwicklung, der enorme Nachholbedarf bei der Motorisierung und der starken Zunahme der Wirtschafts- und Verkehrsbeziehungen in den Grenzregionen.
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Karte 2. |
Der Flughafen Wien/Schwechat prognostiziert für das Jahr 2015 eine Entwicklung der Passagierzahlen von derzeit 11,9 Millionen auf 26,5 Millionen. Besonders die Hubfunktion in die Osteuropäischen Länder soll weiter ausgebaut werden.
Prognosen für den Güterverkehr gehen von einer weiteren Steigerung des gesamten landgebundenen Güterverkehrsaufkommens auf jährlich 155 Millionen Tonnen aus. Dies entspricht gegenüber 1999 einer Steigerung von ca. 34 Millionen Tonnen oder 27 Prozent. Generell gesehen wird die Struktur des zukünftigen Güterverkehrsaufkommens in Niederösterreich von einem linear wachsendem Inlandsverkehr geprägt sein, während mit einer Verdoppelung des grenzüberschreitenden Güterverkehrs Richtung Westen und mit einer Verdrei- bis Vervierfachung des Ostverkehrs gerechnet wird. In diesem Punkt wird der weitere Weg der angestrebten EU-Erweiterung bedeutend sein. Für Niederösterreich wird sich aus heutiger Sicht
• die Freizügigkeit des Warenverkehrs und damit der Wegfall der Güterverkehrskontingente,
• verstärkte Verlagerungen von (Teil)produktionsprozessen in die Beitrittsländer und damit erhöhter Transportaufwand und
• die Rückverlagerung der heute durch Kontingentierungen verursachten Umwegverkehre auf die kürzesten Routen auf das niederösterreichische Verkehrsnetz verkehrserhöhend auswirken.
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Karte 1. |
Eine Prognose des Donauverkehrs ist nur sehr schwer möglich, da sie empfindlich von der weiteren politischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Donauanrainerstaaten im Osten Österreichs abhängt. Die mögliche Obergrenze der Transportkapazität im österreichischen Donauabschnitt beträgt etwa 100 Millionen Tonnen/Jahr. Demnach war die Donau im Jahr 1999 zu etwa 10 Prozent ausgelastet. Die Flugfracht des Flughafen Wien/Schwechat wird im Jahr 2010 auf 304.000 t anwachsen (ca. 90 Prozent bezogen auf 1999).
Infrastrukturmaßnahmen bis 2015
Die zu erwartende Verkehrsentwicklung stellt hohe Anforderungen an das zukünftige Gesamtverkehrssystem, vor allem wenn man beabsichtigt, den Verkehr raum- und umweltverträglich abzuwickeln. Das Leitbild des NÖ Landesverkehrskonzeptes gibt dazu die klare Vorgaben
• in erster Linie Verkehr durch raumordnerische Maßnahmen soweit wie möglich zu vermeiden,
• den nicht vermeidbaren Verkehr auf die jeweils umweltverträglichsten Verkehrsträger zu verlagern
• und die raum- und umweltbezogenen Auswirkungen des Verkehrs zu verbessern.
Unter dieser Prämisse sieht das Landesverkehrskonzept bis ins Jahr 2015 Investitionen in das Gesamtverkehrsnetz in der Höhe von 3,68 Milliarden € vor, wobei davon 1,78 Milliarden € auf den Verkehrsträger Schiene und 1,9 Milliarden € auf den Verkehrsträger Straße entfallen (vgl. Abb. 1).
Generell sollen mit diesem Ausbauprogramm folgende Ziele erreicht werden:
• Grundlegende Verbesserung der Erreichbarkeiten Richtung Norden in den Tschechischen und Polnischen Wirtschaftsraum,
• Grundlegende Verbesserung der Erreichbarkeiten Richtung Osten und Südosten in den Slowakischen und Ungarischen Wirtschaftsraum,
• Beseitigung kapazitätsmäßiger Engpässe durch den Ausbau der Verkehrsträger der Donauachse in den Westeuropäischen Wirtschaftsraum.
Im Schienenbereich sind dafür folgende Schwerpunkte vorgesehen (vgl. Karte 3):
• Fertigstellung des 4-gleisigen Ausbaus der Westbahn im Abschnitt Wien–St. Pölten–Wels (Oberösterreich) als Hochleistungsstrecke,
• Einbindung des Flughafen Wien/Schwechat in das internationale Eisenbahnnetz,
• Ausbau des Südbahnsystems durch Sanierung und Ausbau der bestehenden Strecken sowie selektiver Neubau in der Relation Wien–Eisenstadt (Burgenland)–Sopron (Ungarn) mit Anschluss an den transeuropäischen Korridor V und damit an die Adriahäfen Koper und Rijeka,
• Ausbau von Regionalbahnstrecken mit Grenzlückenschlüssen in die Tschechische Republik zur Verbesserung des regionalen Personen- und Wirtschaftsverkehrs,



















