Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Trottenberg

Der Mathematiker wurde 1972 an der Uni­­­­­versität Köln promoviert, wo er 1976 auch habilitierte. Prof. Trotten­berg hielt Profes­suren an Uni­ver­sitäten in Bonn, Es­­sen, Köln so­­wie eine Gastprofessur an der New York University. Seit 2001 ist er Lei­ter des Fraun­ho­fer-Ins­ti­tuts für Algo­rith­men und Wissen­schaft­liches Rechnen SCAI und seit 2006 Vor­sitzender des Instituts­lei­ter­rats des Ins­ti­tuts­zen­trums Schloss Bir­ling­ho­ven.

Mit Algorithmen zur Produktreife



Simulation des elektrochemischen Verchromens von Felgen: Mit der Portierung hoch-effizienter numerischer Lösungsverfahren wie SAMG vom Fraunhofer-Institut SCAI auf Microsoft Compute Cluster Servern werden
industrielle Simulationen erheblich beschleunigt.

Die Fraunhofer-Ge­sellschaft ist die füh­rende Organisation für angewandte For­­­­­schung in Europa. Sie fördert und be­­treibt international vernetzt anwendungsorientierte Forschung zum un­­mit­­tel­ba­ren Nutzen für die Wirtschaft und zum Vor­teil für die Gesellschaft. Die Fraunhofer-Institute tragen mit sys­­tem- und technologieorientierten In­­no­vationen für ihre Kunden zur Wett­be­­werbsfähigkeit ihrer Region, Deutsch­­lands und Europas bei. Dabei zielen sie auf eine wirtschaftlich erfolgreiche, sozial gerechte und um­­weltverträgliche Entwicklung der Ge­­sell­­schaft.

Das Fraunhofer-Institutszentrum Schloss Birlinghoven IZB ist eines der großen Forschungszentren für Informatik und Angewandte Mathematik in Deutsch­land. Am Standort in Sankt Augustin erforschen und entwickeln rund 500 Wissen­schaft­ler in drei Instituten und zwei For­schungs­einheiten anwendungs­nahe Lösungen für Wirtschaft und Ge­­sell­schaft.

 

Das Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI ist Partner der Wirtschaft für Com­pu­tersimulationen in der Produkt- und Ve­r­fahrensentwicklung, für Optim­ie­rung in Produktion und Logistik sowie für In­­formationsextraktion aus großen che­­mi­­schen und biologischen Daten­be­stän­den. Ein Schwerpunkt besteht in der Entwicklung innovativer, hocheffizienter Algorithmen für technische An­­wen­dun­­gen (im industriellen Sprach­ge­­brauch: für das Technische Com­put­ing). Soft­ware­module werden in Zu­­sam­menar­beit mit Softwarehäusern, Ausgründungen und Vertriebspartnern zur Produktreife geführt und weltweit vermarktet. Ad­­res­sierte Branchen sind unter anderem die Automobilindustrie, der Schiffbau, der gesamte Bereich des „Engineering“, die Textil- und Verpackungsindustrie, die chemische- und pharmazeutische In­­dus­trie, aber auch der Deutsche Wet­­terdienst und Klimazentren.

 

 




Zur Simulation komplexer technischer Systeme und Vorgänge nutzen Forscher
die enorme Rechenleistung weltweit
vernetzter Rechner mittels Grid Computing.

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT (Leitung: Prof. Dr. Matthias Jarke) erforscht und entwickelt nutzerorientierte Informations- und Kooperationssysteme. Ziel ist die Optimierung der Gebrauchs- und An­­wendungstauglichkeit von Informa­tion­s­­technik im Wechselspiel von Hand­lungs­praxis, Organisation und Pro­zess. Die Kernkompetenzen des Instituts in der menschengerechten Gestaltung von In­­­­­­formationstechnik sind zudem in Kom­petenzzentren zu „Usability Engine­e­ring“ sowie „Web Compliance Engine­e­ring“ und „Barrierefreiheit“ konzentriert. Das Kom­petenzzentrum „Mikromodelle“ ent­wickelt mikroanalytische Simula­tions­modelle und andere Analysein­s­tru­men­te zur Pla­­nung und Folgen­ab­schätzung von Steu­­er- und Trans­fer­gesetzen.

Das Fraunhofer-Institut für Intelligente Ana­lyse- und Informationssysteme IAIS unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Wrobel und Prof. Dr. Thomas Christaller erforscht und entwickelt innovative Sys­teme, um Da­­ten zu analysieren und In­­fo­r­­­mationen zu erschließen – in Soft­ware und Hard­ware. Die Angebote versetzen Unter­neh­men in die Lage, mehr aus ihren Daten zu machen: von Sen­sor­da­ten bis Business Intelligence und von Me­­­­­­­d­ien­analyse bis zu visuellen In­­for­ma­ti­­ons­­­systemen. Branchen­schwer­punk­te sind Handel (Ban­­ken, Versicher­ungen), Me­­dien (Markt­­for­schung, Wer­bung), netz­­­­orientierte Ver­­­­sor­ger (Ener­gie, Tele­kom­munikation) und Sicherheit (Über­wa­­ch­­ung, Rettung, Ver­teidigung).

Der Forschungsbereich „Sichere Pro­zes­se und Infrastrukturen“ (SPI) des Darm­­städter Fraun­hofer-Instituts für Sichere Informations­technologie SIT setzt sich mit der Gestaltung si­­cherer elektronischer Arbeits- und Ge­­schäftsabläufe aus­­­einander.

Das Kompetenzzentrum FOKUS.NET des Berliner Fraunhofer-Instituts für Of­­fe­ne Kom­mu­ni­kationssysteme FOKUS er­­­­forscht und entwickelt Kommuni­ka­tions­­technologien auf der Basis des Inter­netprotokolls.

Aktuelle Forschungsinhalte des Fraun­hofer-Institutszentrums sind unter an­­deren:

 

 




Beste Packung: Eine möglichst dichte Packung senkt Transport- und Logistikkosten. Mit der Software PackAssistant® können
komplexe, dreidimensionale Teile in Behältern optimal verpackt werden. Darstellung einer Behälterbefüllung mit flexiblen Zwischenlagen.

• Intelligent Computing – die Zusam­men­führung rechen- und datenintensiver Algorithmen und Anwendungen für in­­dustrielle Nutzer auf Hochleis­tungs­rechnern

• Grid Technologie – die Ausweitung des World Wide Web auf beliebige in­­for­ma­tions­tech­nische Diens­te und Leis­­tungen und Ser­vice-orien­tierte Ar­­­chi­tekturen (SOA), mit de­­nen Soft­ware­ent­wicklungen und Ge­­schäfts­­prozes­se auf eine neue Basis ge­­­­stellt wer­den

• Datamining – die Bewältigung der Da­­tenflut durch automatisierte Extrak­tion von Wissen aus Daten

• Mensch-Maschine-Interaktion – die An­­pas­sung von Geräten und Systemen an die Umgebung des Nutzers und sei­­ne spezifischen Arbeits- und Le­­bens­be­dingungen

Herausragende Innovationen der letzten Jahre und Jahrzehnte umfassen:

• mathematische Modelle und Algorith­men, von denen die (nach dem früheren Institutsleiter Professor Carl A­­dam Petri benannten) Petri-Netze und die weltweit eingesetzten Mehrgitter­metho­den die bekanntesten Beispiele sind

• neue technische Entwicklungen, etwa ei­­ne der ersten Installationen für Vir­tual Reality in Deutschland, das erste parallele Programm für die mittelfris­tige Wettervorhersage und hoch entwickelte Simulationstechniken, die auf den weltweit schnellsten Lösungs­ver­fah­ren für große Gleichungs­sys­teme beruhen.

• wegweisende Anwendungs­entwick­lung­­en wie die international meist genutzte öffentliche Software zur Teamarbeit über das World Wide Web, die Aus­wirkungsanalyse für fast alle Bundes­gesetze im Sozialbereich und das vir­­tuelle Beethovenhaus in Bonn.

 

Vertragspartner und Auftraggeber der Institute sind Industrie- und Dienst­leis­tungs­un­ternehmen sowie Bund und Län­der. Über die Projektförderung der Eu­­­ro­pä­ischen Kommission sind die Institute zudem mit deutschen und internationalen Wirtschafts- und Forschungs­un­ternehmen der Informations- und Kom­munikationstechnik vernetzt.

 

 




Architektonischer Höhepunkt und Blickfang auf dem Campus des Fraunhofer-Institutszentrums Schloss Birlinghoven ist das in den Jahren 1901 bis 1903 erbaute Schloss.

Das Institutszentrum Schloss Birling­ho­­ven ist über die Lehrstühle der Ins­ti­tuts­leiter unmittelbar mit der Rhein­i­schen Fried­rich-Wilhelms-Universität Bonn (IAIS), der Universität zu Köln (SCAI) und der Rheinisch-Westfälischen Tech­ni­schen Hochschule Aachen (FIT) verbunden. Da­­­rüber hinaus kooperiert das Ins­tituts­zentrum strategisch, personell und in gemeinsamen Projekten mit dem Bonn-Aachen International Cen­­ter for Infor­ma­tion Technology (B-IT), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem For­schungs­zen­t­rum Jülich (FZJ) und der Fach­hoch­schu­­le Bonn-Rhein-Sieg.

 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das Jahr 2006 zum „Jahr der Informatik“ und das Jahr 2008 zum „Jahr der Mathematik“ ausgerufen. Ma­­thematik und Informatik sind überall, bestimmen in weiten Bereichen un­­­sere Arbeitswelt und un­­ser alltägliches Le­­ben. Produkte, Ge­­räte, Prozesse, Ver­­fah­ren werden heu­te mathematisch mo­­­­del­liert, simuliert und optimiert. Alle na­­­­­­tur­wis­­sen­­schaft­lichen, ingen­ieur­­wis­sen­­schaft­li­chen und die meisten wirt­schafts­wis­sen­schaft­lichen Vorgänge sind Ge­­gen­stand ma­­the­matischer Beschrei­bung, Steue­rung und Prognose. Für die Fraunhofer-Institute des Insti­tuts­zen­­t­rums Schloss Birling­hoven bieten diese herausgehobenen Jahre besonde­re Ge­­legenheiten, ihre Lö­­sungen zur Steige­rung der Wett­be­werbs­fähigkeit der Wirt­­schaft und zur Ge­­stal­tung der Lebens- und Arbeits­be­ding­ungen in ei­­ner vernetzten Welt zu präsentieren.

 

Diplomanden, Doktoranden und wis­sen­­schaftliche Mitarbeiter des Forschungs­zentrums sind mit ihren in den Ins­ti­tu­ten erworbenen Kenntnissen in der Wirt­­schaft hochwillkommen, andere ge­­hen in die akademische Forschung oder grün­­den eigene Unternehmen.

 

Um ein erfolgreiches Unternehmen auf­­zubauen und am Markt zu etablieren, ist dabei mehr nötig als eine innovative Idee oder Technologie. Um dem wachsenden Gründergeist in den Fraunhofer-Instituten gerecht zu werden, wurde 1999 die Fraunhofer-Venture-Gruppe mit dem Ziel ins Leben gerufen, Wissen­schaftler auf ihrem Weg zum eigenen Techno­lo­gie-Unternehmen nachhaltig zu unterstützen. Das Leistungs­spek­trum der Fraunhofer-Venture-Gruppe um­­fasst die komplette Betreuung und Beratung der Gründer.

 

In den vergangenen zehn Jahren sind aus den In­s­tituten des Ins­ti­tuts­zen­t­rums Schloss Birlinghoven zahl­­­­reiche Unter­neh­mens­­gründungen her­­­vor­­ge­gangen. Diese Spin-offs ko­­ope­­rie­ren in vielfältiger Weise mit den Ins­tituten. Auf diesem Weg sind weit über einhundert neue Arbeitsplätze in der Re­­gion entstanden.


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Unternehmensbeiträge:

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Gute Infrastruktur und Unterstützung für Gründer und Start-ups
Fraunhofer Institut Werkstoff- und Strahltechnik IWS Dresden
Ihre Gesundheit in besten Händen

Autorenbeiträge:

Eine traditionsreiche Einrichtung prägt die Stadt: die Justus-Liebig-Universität
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Gelehrtengesellschaft und Trägerin moderner außeruniversitärer Forschung
Max-Planck-Gesellschaft – Motor und Aushängeschild der deutschen Forschung