Information und Telekommunikation als wichtige Leitbranche in der Region
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Immer mehr Erwerbstätige verwirklichen sich in den Bereichen IT und Telekommunikation. |
Die Region Köln/Bonn gehört durch ihre zentraleuropäische Lage, die gut ausgebaute Infrastruktur und die hohe Lebensqualität zu den führenden Wirtschaftsregionen in Deutschland. Die Informations- und Telekommunikationsbranche (ITK) zählt zu den herausragenden Leitbranchen in der Region. Dynamisch, innovativ, wachstumsstark – so lassen sich Branche und Unternehmen charakterisieren. Die Region kann auf eine Vielzahl von führenden Unternehmen im ITK-Bereich sowie ein hohes Niveau wissenschaftlicher Einrichtungen und Kompetenzträger verweisen. 2004 wurden über 12.700 ITK-Unternehmen gezählt, die ihren Standort in den IHK-Bezirken Bonn/Rhein-Sieg oder Köln haben. Sie beschäftigten 43.000 Menschen und kamen auf einen Umsatz von rund 42,7 Milliarden Euro.
Insbesondere die Bundesstadt Bonn hat sich zu einem aufstrebenden ITK-Standort in Deutschland entwickelt. Gerade diese Branche war ausschlaggebend für den gelungenen Strukturwandel vom ehemaligen Behördenstandort zum innovativen Dienstleistungsstandort. Der Branchenreport Informations- und Telekommunikationssektor der IHK Bonn/Rhein-Sieg aus dem Jahre 2005 hat dazu eindrucksvolle Zahlen geliefert: Im Kammerbezirk Bonn/Rhein-Sieg betrug die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im ITK-Sektor rund 20.300, davon rund 14.400 Beschäftigte im Bonner Stadtgebiet. Mit den darin nicht erfassten freien Mitarbeitern und den 2.700 mit Nachrichtenübermittlung beschäftigten Beamten erhöht sich die Zahl der ITK-Beschäftigten im Kammerbezirk sogar auf rund 25.000. 2004 waren in Bonn 10,1 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der ITK-Branche angestellt, damit erreichte Bonn in Nordrhein-Westfalen den höchsten Wert, gefolgt von Düsseldorf (9,4 Prozent) und Köln (9,3 Prozent). Der IHK-Bezirk Bonn/Rhein-Sieg lag mit einem Wert von 7,6 Prozent deutlich über dem Landesdurchschnitt von 5,3 Prozent. Auch im bundesweiten Vergleich erreicht Bonn Spitzenwerte, von den Großstädten übertrifft nur München mit 11,6 Prozent den Bonner Wert; Hamburg (8,6 Prozent) und Berlin (5,8 Prozent) bleiben unterhalb des Bonner Ergebnisses.
Spitze ist Bonn auch noch auf einem anderen Gebiet. Jede fünfte Beschäftigte in der Bundesstadt hat einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss. Mit einer Bildungsdichte von 19,36 Prozent (Anteil der [Fach]Hochschulabsolventen an den gesamten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) liegt Bonn deutlich vor dem Bundes- und Landesdurchschnitt (9,83 beziehungsweise 9,26 Prozent). Zu den Top 20 in NRW zählen aber auch noch Burscheid (Rhein-Berg), Gummersbach (Oberberg), Köln sowie im Kreis Rhein-Sieg Siegburg, Sankt Augustin und Wachtberg.
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Die globale Geschäftswelt ist ohne elektronischen Datenverkehr nicht mehr denkbar. |
Ohne gut ausgebildete Fachkräfte wäre das Wachstum in der ITK-Region nicht möglich gewesen. Hier ist die ohnehin dichteste Forschungslandschaft Europas sehr gut ausgestattet.
An den Universitäten und Fachhochschulen der Region wird eine Vielzahl von Studiengängen in den Bereichen Informatik, Softwareentwicklung, Telekommunikation sowie IT/TK-Design angeboten. Besonders die universitäre Ausbildung mit ihrer Vielzahl an Studienmöglichkeiten bringt die Absolventen hervor, auf die sich die hier ansässigen Unternehmen bei ihren Entwicklungs- und Expansionsstrategien stützen können. In Fragen der Know-how-Bildung kann die Region neben den Universitäten Bonn und Köln, den Fachhochschulen in Sankt Augustin, Rheinbach sowie im nahen Remagen auf das neu angesiedelte Forschungszentrum caesar (center of advanced european studies and research) und die etablierte Fraunhofer-Gesellschaft in Sankt Augustin zurückgreifen. Diese Einrichtungen mit zahlreichen ITK-bezogenen Forschungsprojekten und ein generell innovationsfreundliches Umfeld bilden den Nährboden für manche bahnbrechende Entwicklung. So ist es nicht verwunderlich, dass viele bundes- oder gar weltweit beachteten Entwicklungen, zum Beispiel auf dem Gebiet der Robotik, der virtuellen Realität, des mobilen Arbeitens, der Bioinformatik, der IT-Sicherheit und der elektronischen Signaturen sowie der Geoinformatik, ihre Anfänge im Rheinland nahmen. Die Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen sind dadurch auch immer öfter Ausgangspunkt für Existenzgründer, die aus ihrer Idee ein eigenes Unternehmen aufbauen. Mit der Entwicklung neuer Technologien haben sich aber auch neue Anforderungen für die duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule ergeben. Hier hat die Einführung der vier neuen IT-Berufe IT- System-Elektroniker/-in, Fachinformatiker/ -in, IT-System-Kaufmann/-frau und Informatikkaufmann/-frau im Jahr 1997 zusätzliches Fachkräftepotenzial erbracht.
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Die Struktur der Branche ist sehr heterogen: Neben Großunternehmen wie der Deutschen Telekom, T-Com, T-Mobile und Arcor, vier der Top Ten in Deutschland, bilden mittelständische und kleinere Unternehmen das Branchenrückgrat der Region. So ist etwa NetCologne deutschlandweit die größte regionale Telefongesellschaft mit eigenem Netz und Provider für Internet-Dienste. Neben der Stärke im Bereich Telekommunikation zeichnet sich die Region Köln/Bonn durch weitere Schwerpunkte wie DV-Software und -Dienstleistungen aus. Vor allem aus den Bereichen elektronische Unternehmensanwendungen, Softwarequalitätsmanagement, Telemedizin und Streaming Media sowie Computerspiele sind in der Region wichtige Unternehmen vertreten. Hierzu zählen Business Objects, Conet AG, Electronic Arts, Firstgate, Pironet NDH und die SQS AG. Softwareprodukte werden für unterschiedliche Anwendungsgebiete hergestellt. So gibt es sowohl marktführende Unternehmen im Bereich der Krankenhaus-Informationssysteme (KIS) als auch in der Geoinformatik. Die Dienstleistungen setzen sich größtenteils aus Support- und Beratungsdienstleistungen zusammen. Neben den genannten Gebieten sind regionale ITK-Unternehmen aber auch noch in den Bereichen Internetapplikationen, Datenbankanwendungen, IT-Sicherheit, Biometrie, Mobilfunk, Branchensoftware sowie Aus- und Weiterbildung tätig, um nur einige Beispiele zu nennen.
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Der Ballungsraum Rheinland ist für Ansiedlungen der ITK-Branche hochaktuell. |
Die IHK Bonn/Rhein-Sieg bietet mit Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) das Kompetenzzentrum für elektronischen Geschäftsverkehr (KompEC) an, das anbieter- und kostenneutral klein- und mittelständische Unternehmen in Fragen des E-Commerce und des E-Business berät. Für den ITK-Sektor hat sie das IT-Forum geschaffen, wo ITK-Unternehmen in regelmäßigen Forumsveranstaltungen Informationen für Anbieter austauschen und Kontakte knüpfen können. Das IT-Forum der IHK Bonn/Rhein-Sieg nimmt dabei durch eine gezielte Kontaktpflege in der Region eine anerkannte Vermittlerrolle für Nachfrager und Anbieter von ITK-Dienstleistungen ein. Darüber hinaus wirken sich auch die Aktivitäten der bei der IHK Bonn/Rhein-Sieg angesiedelten Initiative „secure-it.nrw.-2005“ des Landes NRW positiv auf die Region aus.
Die Region hat natürlich von der Privatisierung von Post- und Telefondienstleistungen profitiert. Die privatwirtschaftlichen Nachfolgeunternehmen der Deutschen Bundespost entwickelten sich zum Jobmotor in der Region und entfalteten zudem Bedarf nach ITK-Lösungen, die von technologieorientierten Unternehmen der ITK-Branche erbracht wurden. Das Wachstum der ITK-Branche hat somit seine Grundlage in der Zeit vor dem Umzugsbeschluss und ist nicht im Zusammenhang mit dem Hauptstadtentscheid zu erklären. Deutsche Telekom AG, Deutsche Post AG, T-Mobile AG sowie deren Tochterunternehmen und kleine und mittlere Unternehmen der ITK-Branche sind als tragende Säule des Bonner Strukturwandels zu bezeichnen. Der Strukturwandel hat insbesondere seit 1995 in Bonn/Rhein-Sieg deutlich an Dynamik gewonnen. Wichtiger Treiber war die dritte Reformstufe zur Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes in Europa, die mit der Auflösung des Bundesministeriums für Post und Telekommunikation zum 31. Dezember 1997 endete. Damit korrespondiert diese Entwicklung mit dem Anstieg des Dienstleistungssektors seit 1991 um rund 25 Prozent. Ein wesentlicher Anteil der Dienstleistungsunternehmen wurde in der ITK-Branche geschaffen. 64 Prozent aller heute bestehenden ITK-Unternehmen wurden nach 1990 gegründet.
Abgesehen von der heterogenen Firmenstruktur beeinflusst die Nähe zu politischen Entscheidungsträgern im ITK-Bereich die Region positiv. Im Themenbereich IT-Sicherheit gehört das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zu den wichtigsten Kompetenzträgern der Region und trägt durch seine mittelstandsorientierten Angebote und Initiativen zur Entwicklung der Region bei. Auch die in Bonn ansässige Bundesnetzagentur zählt unweigerlich zu den Impulsgebern für wettbewerbs- und verbraucherorientiertes Handeln in den ITK-Märkten. In Meckenheim hat sich gerade erst die BWI Informationstechnik GmbH angesiedelt, die bis Ende 2016 die gesamte nicht-militärische Informationstechnik (IT)- und Telekommunikations-Infrastruktur der Bundeswehr auf den neuesten Stand bringen und betreiben soll. Die GmbH ist eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen dem Bundesministerium der Verteidigung, das 49,9 Prozent der Anteile hält, und den privaten Partnern Siemens IT Solutions and Services (SIS) und IBM, die 50,1 Prozent der Anteile halten. Mit einem Auftragswert von sieben Milliarden Euro bei einer Laufzeit von zehn Jahren ist das Projekt die größte „Public Private Partnership“ (PPP) in Europa.
All diese Aspekte zeigen, dass die Region Bonn/Rhein-Sieg auch nach der Hauptstadtentscheidung den Wandel zu einen richtungsweisenden Wissens- und Dienstleistungsregion geschafft hat und der Ballungsraum Rheinland einer der interessantesten Ansiedlungsräume für ITK-Unternehmen in Europa darstellt.



















