Dr. Joachim Kreuzburg

Der 1965 in Höxter geborene Autor studierte in Hannover mit dem Abschluss als Diplom-Maschinenbau-Ingenieur, Schwerpunkt Thermodynamik und Fahrzeugbau. Anschließend war er bis 1995 wiss. Angestellter des niedersächsischen Instituts für Solarenergieforschung, Hameln. Danach bis 1999 am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Hannover. Die Promotion zum Dr. rer. pol. im Jahr 1999. Seit Mai 1999 ist Dr. Joachim Kreuzburg bei der Sartorius AG, Göttingen, tätig. Seit 2002 ist er Mitglied des Vorstands und seit Mai 2003 Sprecher des Vorstands.

Hochtechnologie für den Weltmarkt aus Südniedersachsen


In Südniedersachsen gibt es sie auch – die Global Player, die auf der ganzen Welt aktiv sind. Die Sartorius AG aus Göttingen ist so ein Unternehmen, das seine Produkte weit über die Grenzen Niedersachsens hinaus in über 100 Länder der Welt verkauft. Schon frühzeitig hat man sich als innovatives Technologieunternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt positioniert.

Gegründet wurde Sartorius im Jahr 1870 von dem „Universitätsmechanikus“ Florenz Sartorius. Produzierte das Unternehmen ursprünglich kurzarmige mechanische Analysenwaagen, zählt es heute mit den Sparten Biotechnologie und Mechatronik zu den internationalen Markt- und Technologieführern in beiden Branchen. Die wichtigsten Kunden des Unternehmens stammen aus der pharmazeutischen, chemischen und der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sowie aus zahlreiche Forschungs- und Bildungseinrichtungen des öffentlichen Sektors. Sartorius verfügt heute weltweit über 50 Produktions- und Vertriebsstätten und beschäftigt insgesamt ca. 3.700 Mitarbeiter.

Die Unternehmenssparte Biotechnologie umfass-te ursprünglich Methoden und Produkte zur Analyse von Flüssigkeiten und Gasen. Neben diesen, primär an kleineren Maßstäben orientierten Anwendungsbereichen (Labore etc.) wurde in der Folge systematisch der industrielle Prozessbereich für Filtrationsanwendungen erschlossen, wobei sich die Sterilfiltration als spezielles und besonders anspruchsvolles Arbeitsfeld des Unternehmens darstellt.

Heute bietet Sartorius seinen Kunden vielfältige Lösungen und Dienstleistungen, wobei die Membrantechnologie nach wie vor die eigentliche Kernkompetenz des Unternehmens darstellt. Das heutige Portfolio umfasst ein breites Produktspektrum für separations- und fermentationstechnische Anwendungen, die vom Labor- über den Pilotanlagen- bis zum Prozess-Maßstab reichen. Dabei sind die Fermentation und die Filtration Kernprozesse unserer Kunden – von der Forschung bis zur Produktion. Sartorius fertigt Fermenter in einer Größe von 500 ml bis zu 20.000 l für die unterschiedlichsten Bedürfnisse unserer Kunden. Unsere Filter reichen von einer Porengröße, die Peptide, also kleinste Eiweißstoffe, abhält, bis zu einer Porengröße von 8 µm zur Filtration von Partikeln größeren Volumens. Hinzu kommen weitere Produkte z. B. für die Zellkulturtechnik sowie die Konzentration und Aufreinigung von Proteinen.

Die Anforderungen an das Unternehmen als Zulieferer für den Bereich „Pharma und Biotechnologie“ sind in den vergangenen Jahren ständig gestiegen und werden auch in Zukunft weiterzunehmen. Grund hierfür sind die immer umfangreicheren gesetzlichen und behördlichen Reglementierungen und Auflagen für die Pharma- und Biotech-Industrie, welche die Entwicklung sicherer, qualitativ hochwertiger und wirkungsvoller Arzneimittel und Therapeutika, wie beispielsweise Impfstoffe und Blutersatzstoffe, sichern sollen.

Um diesen Ansprüchen auch künftig gerecht zu werden, wurde im Herbst 2001 die weltweit modernste Produktionsstätte für Membranfilter in Göttingen in Betrieb genommen. Das „Werk 2001“ ist für die Sartorius AG eine nachhaltige Investition in die Zukunft und ein klares Bekenntnis für den Technologie- und Industriestandort Niedersachsen.

Die Produktionsstätte setzt weltweit Maßstäbe für die cGMP-konforme (cGMP = current Good Manufacturing Practice) Herstellung von Produkten für die Biotechnologie. Bei der Planung und Realisierung des neuen „Werks 2001“ stand der Kundennutzen in Qualität, Auditierbarkeit und flexibler Produktion im Vordergrund. Als Maßstab hat Sartorius sich deshalb an den künftig zu erwartenden nationalen und internationalen Anforderungen orientiert.




Hochtechnologische Messgeräte
für den
Laboreinsatz.

 Mit dem Neubau ist eine „gläserne Fabrik“ entstanden, die nach einem prozessübergreifenden integrierten Reinraumkonzept ausgelegt ist. Durch die annähernde Verdopplung der Produktions-kapazität sowie durch deutlich optimierte Prozessabläufe kann schnell und zuverlässig auf Bedarfs-änderungen reagiert werden. Wir sind davon überzeugt, dass nur in einem derartigen Umfeld dauerhaft hochqualitative Produkte und Leistungen entstehen können.

Aus dem breiten Spektrum biotechnologischer Anwendungen und Prozesse ergeben sich ganz besonders auch Chancen für die Menschen, die im Bereich der Life Sciences arbeiten, da hoch qualifizierte und motivierte Mitarbeiter hier interessante Aufgaben finden können. Eine wichtige Basis für Sartorius ist in diesem Zusammenhang auch das Netzwerk BioRegioN, in dem niedersächsische Fachleute aus Forschung und Praxis an wichtigen Zukunftsthemen der Biotechnologie arbeiten. Allein in dem Städtedreieck Göttingen-Braunschweig-Hannover sind 150 Biotechnologie-Firmen und Forschungseinrichtungen an dieser Netzwerk-Initiative beteiligt.

Die Sparte Mechatronik ist neben der Biotechnologie die zweite Säule des Unternehmens und hat ihren Ursprung in jener Wägetechnik, mit der Florenz Sartorius das Unternehmen ursprünglich gegründet hat.

Mit den Produkten der Sparte Mechatronik, deren Bezeichnung die Kombination von Mechanik, Elektronik und Software beschreibt, deckt Sartorius heute ein äußerst umfangreiches Portfolio messtechnischer Produkte und Systeme für den Einsatz im Labor und in der Produktion ab. Kompetenzschwerpunkte bilden dabei die Wägetechnik, die Elektroanalytik und die Fremdkörperdetektion. Ähnlich wie in der Sparte Biotechnologie kommen auch hier die Kunden aus den Bereichen der Pharma-, der Chemie- sowie der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

Die Produktpalette des Konzerns umfasst insbesondere Waagen bzw. Wägetechnik für alle Wägebereiche – von der Industriewaage mit einer Belastbarkeit von mehreren hundert Tonnen einerseits bis hin zur Analysenwaage mit einer Ablesbarkeit von 0,1 µg andererseits. Das gesamte Gewichtsspektrum umfasst einen Wägebereich von rund 15 Zehnerpotenzen und reicht damit beispielsweise vom Gewicht der Tinte eines Punktes bis zum Gewicht einer tonnenschweren Großturbine.

Sartorius deckt aber nicht nur praktisch alle Wägebereiche, sondern nahezu auch alle Einsatzbereiche ab, in denen Wägeprozesse unerlässlich sind. Neben den statischen zählen deshalb die dynamischen Wägeprozesse (das Wägen von Produkten in Bewegung) zu den weiteren Kompetenzen von Sartorius. Das erfolgskritische Know-how liegt hier in der optimalen Abstimmung von Wägesensorik, Auswerte- und Regelelektronik sowie Transporttechnik. Typische Einsatzbereiche der dynamischen Wägetechnik sind z. B. die Produktionsstraßen der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, wo sie der Füllmengen- und Vollständigkeitskontrolle dient.




Gebäude (oben) und Einblick in die Arbeit der pharmazeutischen Industrie.

 

Die traditionelle Wägetechnik ist jedoch nicht der einzige Bereich, in dem Sartorius mit seinen

Produkten vertreten ist. Mit Geräten zur Feuchtebestimmung wird ein hochauflösendes Messverfahren zur Wassergehaltsbestimmung von Substanzen angeboten. Der Nachfrage nach Automatisierung in Forschungslaboratorien trägt Sartorius mit Laborautomaten Rechnung, die mehrere Wägungen parallel und in schneller Abfolge ermöglichen. Des Weiteren bietet Sartorius für den steigenden Bedarf seiner Kunden branchenspezifische Softwarelösungen an, um den erhöhten behördlichen Anforderungen an Labordatendokumentationen und papierlosem Datenmanagement zu begegnen.

Innerhalb des Konzerns werden besonders anspruchsvolle Entwicklungs- und Produktionsarbeiten vornehmlich am Standort Göttingen geleistet. Hier werden z. B. extrem präzise monolithische

Wägesysteme und hoch qualitative Messtechnik-Leiterplatten gefertigt. Die Montage der Wägeplattform, in dem beide Komponenten zusammengeführt, mit Daten ergänzt und zum Herzstück einer jeden Sartorius-Waage werden, gehört ebenfalls zu den Kernkompetenzen des Standorts.

Einen weiteren Vorzug des Standortes stellt das vor einigen Jahren in Göttingen in Anlehnung an ein bekanntes amerikanisches Vorbild gegründete Unternehmensnetzwerk „Measurement Valley“ dar, das inzwischen zu überregionaler Bekanntheit gelangt ist. Ca. 35 Unternehmen mit einer überdurchschnittlich großen Anzahl gut ausgebildeter Facharbeiter der Fachrichtung Messtechnik nutzen hier vielfältige Kooperationsmöglichkeiten, z. B. in der Beschaffung, der Forschung & Entwicklung sowie der Produktion.



 

Sartorius zeichnet sich durch die Qualität seiner Produkte, sein kunden- und anwendungsorientiertes Leistungsspektrum sowie innovative Hochtechnologie in attraktiven Zukunftsfeldern aus. In beiden Arbeitsgebieten ist Sartorius im internationalen Vergleich unter den Top-3-Unternehmen der jeweiligen Branche vertreten. Dabei liegt der Erfolg auch im Standort Göttingen selbst begründet. In Göttingen findet man eine hervorragende Infrastruktur mit kurzen Wegen zu den internationalen Flughäfen Frankfurt und Hannover. Der enge Kontakt zwischen Praxis und Forschung, wie z. B. dem Max-Planck-Gesellschaft und der Georg-August-Universität, stellen eine exzellente Möglichkeit zur Kooperation in forschungstechnischen Fragestellungen dar. Ferner wird in diesem

Netzwerk auch die hervorragende Ausbildung

unserer Mitarbeiter gewährleistet.




Die Sartorius AG am südniedersächsischen Standort Göttingen.

 

Göttingen bietet die adäquaten Rahmenbedingungen für Kontakte zum Kapitalmarkt. Unsere Mitarbeiter finden in Göttingen außerdem ein

attraktives Wohnumfeld mit einem großzügigen Angebot an kulturellen Veranstaltungen.

Südniedersachsen war für Sartorius eine hervorragende Basis für die Entwicklung zu einem weltweit erfolgreichen Technologiekonzern. Wir sind davon überzeugt, dass die besondere Qualität des Standortes auch für die zukünftigen Herausforderungen exzellente Voraussetzungen bietet.


Unternehmensbeiträge:

Hochwertige Profilsysteme für eine breite Anwendung
Rolls-Royce Deutschland Ltd & Co. KG
Hightech für hydraulisches Heben, Laden, Handling
Stark im Sondermaschinenbau
sera: innovatives Dosieren, Fördern und Verdichten

Autorenbeiträge:

Gründerzentren für den erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit
Energieeffiziente Produktionals Wettbewerbsfaktor
Dienstleistungen und Handel – wichtige Säulen der Wirtschaft
Technologie- und Standortmarketing für Hessen