Dagmar Froelich

Die Autorin wurde 1964 in München geboren, studierte Jura und arbeitete nach dem zweiten Staatsexamen als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkten Arbeits- und Sozialrecht. Seit elf Jahren arbeitet sie in der Bundesagentur für Arbeit, der ehemaligen Bundesanstalt für Arbeit. Ihr beruflicher Werdegang begann in der Rechtsabteilung des Landesarbeitsamtes Südbayern in München. Nach der Neustrukturierung der Landesarbeitsämter wechselte sie in die Zentrale nach Nürnberg. Während ihrer anschließenden vierjährigen Tätigkeit in Memmingen war sie zugleich Vertreterin des Direktors. Seit März 2003 führt Dagmar Froelich die Agentur für Arbeit Traunstein als Vorsitzende der Geschäftsführung.

Vom Amt zur Agentur – der Weg zum modernen Dienstleister

Seit Einführung des Sozialgesetzbuches III (SGB ÍII) im Jahr 1998 befindet sich die Bundesagentur für Arbeit im Reformprozess. Die politischen Vorgaben haben sich nachhaltig verändert und erfordern von der Agentur eine noch stärkere Fokussierung auf den Kunden. Diese soll ihre Leistungen verbessern und noch konsequenter am Bedarf der Kunden ausrichten. Die Agentur für Arbeit Traunstein, besser bekannt als Arbeitsamt, nimmt diese Herausforderung offen an.

Gute Voraussetzungen am Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Traunstein

 




Die Agentur für Arbeit Traunstein.

Der Bezirk liegt am nördlichen Rand der Alpen zwischen Salzach und Chiemsee umfasst die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land. Mit seinen 50 politischen Gemeinden, liegt er in der südöstlichsten Ecke Bayerns und grenzt im Süden und Osten an das österreichische Bundesland Salzburg an. Ebenso wie beim österreichischen Nachbarn ist die Arbeitslosigkeit in dieser Region vergleichsweise sehr niedrig. Nur vier bis fünf Agenturbezirke weisen im Bundesgebiet eine günstigere Beschäftigungslage auf. Somit nimmt der Bezirk der Agentur für Arbeit Traunstein, wie sein österreichischer Nachbar das Arbeitsmarktservice Salzburg, in seinem Heimatland einen Spitzenplatz ein.

Die Struktur des Agenturbezirkes ist sehr unterschiedlich. Der nördliche Raum weist eine überwiegend industrielle Struktur mit gewerblicher bzw. landwirtschaftlicher Orientierung auf. Der Raum Trostberg bildet die Südspitze des Chemiedreiecks. Die Städte Traunreut, Freilassing und Tittmoning sind Mittel- und Unterzentren mit den Industriebranchen Elektrotechnik, Feinmechanik und Maschinenbau. Den südlichen Teil des Agenturbezirkes prägen im starken Maße das Baugewerbe und das vom Fremdenverkehr dominierte Dienstleistungsgewerbe. Im Reichenhaller Talkessel dominiert, begünstigt von der Sole und heilklimatischen Lage, das Kur- und Badewesen.

Beschäftigung

 




An der Info-Theke im Berufsinformationszentrum (BiZ) werden die Kunden bei der Ausbildungsplatzsuche und Berufsauswahl beraten.

Im Agenturbezirk Traunstein leben knapp 271.600 Bewohner (etwa halb so viele wie im benachbarten Bundesland Salzburg), von denen 125.700 Erwerbspersonen sind. Neben Selbständigen, mithelfenden Familienangehörigen und Beamten ist ein Großteil von ihnen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ende Juni 2003 waren das im gesamten Agenturbezirk rund 80.930 Personen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist innerhalb der letzten zehn Jahre um 2.530 oder 3,0 Prozent zurückgegangen (Bayern plus 1,5 Prozent, Bundesgebiet West minus 4,5 Prozent). Den höchsten Beschäftigungsstand wies der Agenturbezirk Ende Juni 1992 mit 83.850 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf. Seither sinkt die Zahl der Beschäftigten langsam konjunkturbedingt. Die Aufnahme Österreichs in die EU hat die Beschäftigungssituation nicht gravierend verändert. Im Raum Freilassing – Salzburg erfolgte jedoch eine Umstrukturierung und Zusammenlegung zusammengehöriger Betriebe und Betriebsteile.

Die Mobilität der Beschäftigten ist sehr hoch. Von den 82.970 sozialversicherungspflichtig Beschäftigen mit Wohnort im Agenturbezirk pendeln 11.900 in die Nachbarbezirke (ohne Auspendler nach Österreich) aus, während 9.850 in unseren Bezirk einpendeln. Innerhalb des Bezirkes müssen zusätzlich 40.240 Personen ihren Arbeitsort außerhalb der eigenen Wohngemeinde aufsuchen.

Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten ist im Dienstleistungsbereich (einschließlich Handel), ein Drittel im verarbeitenden Gewerbe und nahezu jeder Zehnte im Bau- und Baunebengewerbe tätig. Gut 15 Prozent aller Arbeitnehmer gehen einer Teilzeitbeschäftigung nach. Fast ausschließlich sind es Frauen. Der Anteil der Frauen an den Beschäftigten insgesamt beträgt gut 46 Prozent. Jeder dreizehnte Beschäftigte besitzt eine ausländische Staatsangehörigkeit. Hauptsächlich stammen die ausländischen Arbeitnehmer aus Österreich, dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei.

Arbeitslosigkeit

 




An den Internet-Arbeitsplätzen können sich die Kunden bundesweit und
grenzüberschreitend über Stellenangebote
geeignete Ausbildungsstellen und berufliche Weiterbildung informieren.

Der Verlauf der Arbeitslosigkeit unterliegt im Agenturbezirk Traunstein starken Schwankungen. Den Jahresverlauf der Arbeitslosigkeit bestimmen vor allem das Außengewerbe und die vom Tourismus abhängigen Wirtschaftszweige. In den Monaten Januar und Februar erreicht die Arbeitslosigkeit in den beiden Landkreisen ihren höchsten Stand. Eis und Schnee behindern die Bautätigkeit und andere Außenarbeiten. Eine fehlende Wintersaison sorgt zusätzlich für mehr Arbeitslose, vor allem in den vom Fremdenverkehr abhängigen Berufen. Dennoch gehörte die Agentur für Arbeit Traunstein während der letzten Jahre zu den Agenturbezirken in Deutschland mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit. Zudem ist hier die Verweildauer in Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Bundesgebiet sehr niedrig. Der relativ kurzen saisonalen Beschäftigung im Gastgewerbe versucht die Agentur für Arbeit Traunstein durch gemeinsame Vermittlungsaktivitäten mit dem Arbeitsmarktservice Salzburg für Fach- und Hilfskräfte während der Wintermonate nach Österreich zu begegnen.

 


 

Im Jahresdurchschnitt 2003 suchten 7.420 Arbeitslose eine neue Tätigkeit. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote stieg von 5,7 im Jahre 1994 auf 6,6 an. Die vergleichbaren Jahresdurchschnittsquoten für 2003 liegen in Bayern bei 7,9 und im Bundesgebiet West bei 9,3 Prozent.

Die Fluktuation am Arbeitsmarkt nahm in den letzten Jahren deutlich zu. 2003 mussten sich bereits 24.295 Personen arbeitslos melden, ihnen standen 24.110 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit gegenüber. Zum Jahreswechsel setzte am Arbeitsmarkt ein Trendwechsel ein. Seither übersteigt die Zahl der Abmeldungen die der Neuzugänge, so dass sich die Zahl der Arbeitslosen derzeit um gut 2 Prozent unter dem Vorjahresniveau bewegt.

 




Die Agentur für Arbeit Traunstein unterstützt die Mädchen und jungen Frauen bei der Berufswahl. Sie ermuntert sie, zum Beispiel durch den Girls´ Day, auch gewerblich-technische Berufe in ihre Berufswahl einzubeziehen. Im Rahmen vom Girls’ Day haben diese jungen Damen ihre Telefonanlage
selbst installiert.

Die Zahlen spiegeln die Entwicklung in den vergangenen Jahren wider. Eine abgeschwächte Konjunktur sowie die Tendenz, Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern, spielen hier eine wichtige Rolle. 2003 kam eine schwache Baukonjunktur und Fremdenverkehrssaison hinzu. Aber auch die staatliche Winterbauförderung ließ zudem in den Wintermonaten die saisonelle Arbeitslosigkeit spürbar in der Region ansteigen. Aber die breite Palette an mittelständischen Betrieben wirkte in den letzten Jahren stabilisierend auf den Arbeitsmarkt. Dadurch blieb der Bezirk von einer höheren Arbeitslosigkeit verschont.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausbildungsmarkt

 




Ihr reichhaltiges Angebot für die Arbeits- und Berufswahl stellt die Agentur für Arbeit auch auf messen vor. Hier ein Informationsgespräch auf der Gewerbeschau truna in Traunstein.

Die Schulabgänger haben es immer schwerer einen Ausbildungsplatz zu finden. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung hat das Ausbildungsangebot in den letzten Jahren abgenommen. Für den Ausbildungsbeginn im September 2004 konnten die 2.040 vorgemerkten Jugendlichen, die eine Ausbildungsstelle über die Berufsberatung suchten, unter 1.640 freien Lehrstellen wählen. Seit einem Jahr gehört der Agenturbezirk nicht mehr zu den Regionen in Deutschland, in denen mehr freie Ausbildungsplätze als Bewerber gemeldet sind.

Arbeitsmarkt 2005 und Umbau der Agentur

 




Die Jugendarbeitslosigkeit möglichst niedrig zu halten ist das Ziel der Agentur für Arbeit Traunstein. Sie hält deshalb immer wieder innovative Projekte für sie bereit. Dieser Jugendliche nutzt seine Arbeitslosigkeit in der hausinternen Maßnahme „Dagi" um seine beruflichen
Kenntnisse aufzubessern.

Das Hauptaugenmerk legt die Agentur für Arbeit Traunstein auf die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Obwohl die Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein niedrig ist und keine strukturelle Arbeitslosigkeit vorliegt, sind Anzeichen steigender Arbeitslosigkeit erkennbar. Immer größerer Anstrengungen bedarf, es um die ständig steigende Zahl von Jugendlichen nach der Schulausbildung den Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Hinzu kommen die Jugendlichen, die im Anschluss an eine Berufsausbildung vom Ausbildungsbetrieb nicht übernommen werden. Die Probleme des Arbeitsmarktes wirken sich seit über einem Jahr auch auf dem Ausbildungsmarkt aus. Die wirtschaftlichen Probleme der Betriebe beeinflussen eine vorausschauende Personalpolitik der Unternehmer. Die zurückhaltende Personaldisposition könnte sich bei einem Aufschwung fatal für den Betrieb auswirken. In den nächsten Jahren zeichnet sich auf Grund der demographischen Entwicklung ohnehin ein Fachkräftemangel ab.

Eine ebenso große Herausforderung ist die Integration von Wiedereinsteigern auf dem Arbeitsmarkt. Dem Ansteigen der Arbeitslosigkeit kann nur durch intensive Betreuung der Arbeitsuchenden und einem zielgerichteten Maßnahmeeinsatz begegnet werden.

Die Agentur für Arbeit Traunstein bereitet sich mit neuen Instrumenten und optimierten Prozessen auf die arbeitsmarktlichen Herausforderungen aus. Sie befindet sich im Umbau zum leistungsfähigen Kundenzentrum mit einem besseren Service für Arbeitgeber und Arbeitsuchende. Dadurch soll Arbeitslosigkeit vermieden oder verkürzt und Arbeitslose schnell in Beschäftigung integriert werden.

Die Agentursteuerung erfolgt auf einem jährlichen Planungsdialog, bei dem arbeitmarktpolitische Ziele mit den eigenen Teams und der Regionaldirektion vereinbart werden. Die Zielerreichung und der Mittelansatz werden monatlich einem Controlling unterzogen. Das im Aufbau befindliche Verfahren bescheinigt der Agentur für Arbeit Traunstein für 2004 eine hohe Leistungsfähigkeit.

 




Die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, Dagmar Froelich, informiert sich über die Ausbildungsmöglichkeiten in seinem Fahrzeugbaubetrieb.

Das Dienstleistungsangebot soll Kundenspezifischer erbracht werden. Den Kunden stehen künftig drei Zugänge zum Kundenzentrum zur Verfügung: Im Internet der virtuelle Arbeitsmarkt, telefonisch das Servicezentrum und für die persönliche Vorsprache der Eingangsbereich der Agentur. Mit dem Virtuellen Arbeitsmarkt erhält der Kunde die europaweit größte Jobbörse im Internet. Er ist auch ein umfassendes Internetportal für Fragen rund um Arbeit, Ausbildung und Beruf. Das Servicecenter wird in Rosenheim eingerichtet und wird die telefonische Erreichbarkeit der Agenturen im südostbayerischen Raum (Region 18) auch außerhalb der Öffnungszeiten verbessern. Es hilf mit, Telefonanrufe bei persönlichen Beratungsgesprächen mit Kunden zu vermeiden.

Die Arbeitgeber werden in einem besonderen Service betreut. Dadurch sollen offene Stellen schneller und effektiver besetz werden. Die Agentur für Arbeit Traunstein erwartet dadurch ihren Anteil an den Stellenbesetzungen weiter auszubauen.

 

 

 

 

 

 


Unternehmensbeiträge:

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Autorenbeiträge:

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