Die Salzburger Festspiele – Mekka der Kunst
Kann man sich, wenn man an Dezemberabenden über Salzburgs Gassen und Plätze geht, vorstellen, an einem morbiden Winterabend in Venedig zu sein, so herrscht im Juli und August pralle Italianità. „Schuld“ daran sind die Salzburger Festspiele, die nationales und vor allem internationales Publikum in die Barockstadt bringen.
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Der Domplatz – Spielstätte „Jedermann“. |
Sind die Salzburger Festspiele während des Jahres ein mittelgroßes Unternehmen mit 186 Mitarbeitern, mutieren sie von Juni bis August zum „big player“ mit rund 3.200 Beschäftigten und zum größten Arbeitgeber im Land Salzburg. Die meisten „Sommerkräfte“ sind Künstler – Dirigenten, Musiker, Schauspieler, Regisseure, Ausstatter, Chorsänger, Statisten –, eine große Gruppe sind die 400 Bühnentechniker, die notwendig sind, um den Festspielbetrieb an 12 Spielstätten aufrechtzuerhalten.
Die Salzburger Festspiele sind weltweit dafür bekannt, Künstlern die besten Arbeitsbedingungen zu bieten, die Kostümwerkstätte genießt den Ruf der besten in der Welt, die Technik ebenso. Für den Zuschauer wirkt es oft wie „Zauberei“, was auf die Bühne gebracht wird, dahinter steht exzellentes handwerkliches Können und grenzenlose Einsatzbereitschaft der Bühnentechniker.
Der Rang, den Salzburg erworben hat, ist der Maßstab aller Dinge
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Der Intendant des Festspielhauses Baden-Baden, Andreas Mölich-Zebhauser (in den „Salzburger Nachrichten“ vom 23. Juli 2002): „Salzburg hat neben Bayreuth die besten Produktionsbedingungen für die Künstler. Dieses Herausgehobensein aus dem Alltag, über längere Zeit an einem Werk zu arbeiten, sich darauf voll zu konzentrieren, dafür die nötige Logistik zur Verfügung zu stellen – das ist für mich vor allen Dingen eine Chance für Qualität, die nicht nur angestrebt, sondern auch eingelöst wird, die anderswo so nicht herstellbar ist.“ Und: „Für mich sind die Salzburger Festspiele die Mutter der Festspiel-Idee, schon weil sie gegenüber Bayreuth ein viel größeres Spektrum anbieten. Der Rang, den Salzburg erworben hat, ist der Maßstab aller Dinge.“
Eine Umfrage, die von Dkfm. Bernd Gaubinger, dem Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Salzburg, bei den Salzburger Festspielen 2002 durchgeführt wurde, bestätigt eindrucksvoll, was bereits die 1988 veröffentlichte Wirtschaftskammer-Studie ergab: die Bedeutung der Salzburger Festspiele als kultureller und wirtschaftlicher Motor für Salzburg.
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Großes Festspielhaus. |
„Die Ergebnisse zeigen, daß die Salzburger Festspiele ihre Position beim Publikum hervorragend halten bzw. ausbauen konnten“, bilanziert Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler: „Mich freut besonders, daß der Stammgästeanteil seit der letzten Untersuchung, ausgehend von einem hohen Niveau von 66 % noch weiter auf 75 % der auswärtigen Besucher gestiegen ist“, sagte Rabl-Stadler. „Für mich als Unternehmerin sind aber auch folgende Fakten besonders wichtig: Die nach wie vor lange Aufenthaltsdauer und die deutlich verstärkte Ausgabenfreudigkeit unserer Festspielgäste zeigen an, dass der kulturelle und wirtschaftliche Motor Festspiele kräftig läuft und den Wirtschaftsstandort Salzburg in Schwung hält.“
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Szenebilder „Jedermann“ mit den Schauspielern Peter Simonischeck (Jedermann) |
Wirtschaftskammer-Präsident Reinhardt Buemberger, im Hauptberuf Hotelier, betont, dass „die Salzburger Festspiele von zentraler Bedeutung für die gesamte Wirtschaft des Bundeslandes Salzburg sind.“ Ohne die Umsätze der Festspielgäste sähe sich Salzburg wesentlich schlechteren Ausgangsbedingungen im Sommertourismus gegenüber, der Wegfall von Umsätzen in Handel, Gastronomie und Hotellerie wäre fatal für die Beschäftigungssituation in Stadt und Land. „Die Salzburger Festspiele sind ein unverzichtbares regionales Konjunkturpaket für Salzburg“, resümiert Buemberger.
75 % der Festspielbesucher sind Stammgäste
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Veronica Ferres (Buhlschaft) |
Drei Viertel der Festspielbesucher sind Stammgäste, 61 % haben die Salzburger Festspiele bereits zehnmal oder öfter besucht. Nur 5 % kombinieren ihren Festspielbesuch mit Kur oder Business, für die übrigen Besucher sind die Salzburger Festspiele der Hauptgrund für ihren Salzburgbesuch. Der „statistische“ Festspielgast bleibt sieben Tage in Salzburg, der durchschnittliche Salzburg-Gast viereinhalb Tage und der Städtetourist gar nur zwei Tage. 80 % der Festspielbesucher wohnen im Hotel oder in einer Pension, der Trend geht eindeutig zur gehobenen Kategorie, 10 % haben sich bereits in Salzburg einen Zweitwohnsitz eingerichtet. Dies ist ein besonders hoher Prozentsatz, wenn man bedenkt, daß drei Viertel aller Festspielgäste, die jährlich nach Salzburg kommen, auch regelmäßig andere Festivals besuchen.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Salzburger Festspiele wird vor allem durch das hohe Ausgabenniveau der Festspielbesucher dokumentiert: Für Unterkunft, Verpflegung, Transport, Einkäufe und Dienstleistungen gibt der Festspielgast rund 222 Euro am Tag aus. Dazu kommen Festspielkarten im Wert von durchschnittlich 580 Euro.
Daß sich der Gast in Salzburg gut betreut fühlt und „etwas bekommt für sein Geld“, zeigen seine Zufriedenheitsnoten für die Salzburger Festspiele: 1,5 für Information und Mitarbeiter, 1,6 für Kartenservice und Organisation.
Daß es so bleibt – zufriedene Gäste und hohe Kundenbindung – ist Ziel der „Freunde der Salzburger Festspiele“.
Die „Freunde“ unterstützen die Salzburger Festspiele seit 1961
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Szenebilder „Jedermann“ mit den Schauspielern Peter Simonischeck (Jedermann) |
Die „Freunde“ wurden 1961 vom damaligen Festspielpräsidenten Bernhard Paumgartner gegründet, als Kreis von Salzburg-Liebhabern und Stammgästen, die ihre Verbundenheit mit den Salzburger Festspielen deutlich zum Ausdruck bringen wollten. Gewiß spielte auch die Fertigstellung des Großen Festspielhauses im Jahr 1960 eine Rolle, immerhin waren ab sofort gut 2.100 Plätze pro Abend mehr zu füllen – das erste Beispiel in der Vereinsgeschichte für wirtschaftlichen Festspiel-Support durch die „Freunde“! Heute tragen die „Freunde“ 5 % zum Festspielbudget bei.
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War in der Ära Karajan die Möglichkeit, an begehrte Karten zu kommen, ein wesentlicher Impuls, Förderer zu werden, so haben sich inzwischen vielfach aus „Geschäftsbeziehungen“ Freundschaften entwickelt. Förderer und Mitglieder haben im Vereinsbüro im Hause Mönchsberg 1 eine Anlaufstelle für alle Fragen, sie erhalten Zugang zu Proben, Einladungen zu Förderercocktails, ein jährliches Förderergeschenk und verfügen über eine eigene Fördererlounge im Großen Festspielhaus. Viermal jährlich erscheinen die „INFORMATIONEN für Freunde und Förderer der Salzburger Festspiele“, monatlich ein „Freunde“-Newsletter, der via elektronische Zusendung die Mitglieder auf dem Laufenden hält.
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Szenebilder „Jedermann“ mit den Schauspielern Peter Simonischeck (Jedermann) |
Seit August 1999 ist KR Heinrich Spängler Präsident der Freunde und Förderer. Heinrich Spängler stammt aus einer der ältesten Salzburger Familien – die Spänglerbank ist Österreichs ältestes Bankhaus – durch seine Ausbildung zum Banker in London, Paris und New York hat er jene Offenheit, die ihn zum Vorsitzenden eines internationalen Vereins prädestiniert. Präsident Spänglers Hauptaugenmerk gilt der Gewinnung von Förderern und Unterstützern für die Salzburger Festspiele. Förderer zahlen einen Jahresbeitrag von 900 Euro – der Betrag ist in Deutschland, USA und Großbritannien, wo eigenständige Fördervereine bestehen, steuerlich absetzbar.
Die „Freunde“ sind der größte Festspielsponsor
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Szenebilder „Jedermann“ mit den Schauspielern Peter Simonischeck (Jedermann) |
Die „Freunde der Salzburger Festspiele“, die sich zur Gänze aus Mitglieds- und Förderbeiträgen finanzieren, sind der größte Sponsor der Salzburger Festspiele: Jährlich fließen 2 Mio. Euro an die Salzburger Festspiele, davon 1.820.000 Euro als Spielplanzuschuß, den die Festspielleitung nach eigener Entscheidung einsetzt. Die „Freunde“ nehmen keinen Einfluß auf die Spielplangestaltung. Präsident Spängler: „Freunde sind da, wenn man sie braucht, aber sie mischen sich nicht ein.“
Die Salzburger Festspiele verfügen über ein Jahresbudget von knapp 44.000.000 Euro.
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Tobias Moretti (Teufel) und Jens Harzer (Tod) |
Die Einnahmen setzen sich wie folgt zusammen: 23,9 Mio Euro aus Kartenerlösen, 3,2 Mio Euro von Mäzenen, Sponsoren und Förderern (davon je 575.000 Euro von den Hauptsponsoren Audi, Nestlé, Siemens und Uniqa) und 4.389.000 Euro aus Vermietung der Häuser, Fernseh- und Rundfunkrechten und Koproduktionen. Die öffentliche Hand trug zum Festspielbudget 2002/03 13 Mio Euro bei (40 % vom Bund, 20 % vom Land Salzburg, 20 % von der Stadt Salzburg, 20 % vom Tourismusförderungsfonds).
Der von den Salzburger Festspielen ausgehende Wirtschaftsanstoß bewirkt laut Wirtschaftskammer-Studie jährlich Mehrumsätze von rund 180 Mio. Euro. Wirtschaftskammer-Präsident Buemberger: „Mit dieser Studie konnte nachgewiesen werden, daß die Umwegrentabilität für alle ein Geschäft ist, für die Wirtschaft und für den Staat, sprich den Steuerzahler.“
2002 und 2003 waren sehr erfolgreich für die Salzburger Festspiele
Die Salzburger Festspiele beschlossen die Saison 2002 mit einer ausgezeichneten wirtschaftlichen Bilanz: Die Einnahmen übertrafen die Ergebnisse der Vorjahre deutlich und brachten den Festspielen den mit Abstand erfolgreichsten Abschluß seit Ende der Karajan-Ära – wiederum übertroffen von der Saison 2003.
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Festspielbezirk Hofstallgasse. |
In der ersten Spielzeit unter der Verantwortung des neuen Teams – Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler, Intendant Dr. Peter Ruzicka, Kaufmännischer Direktor DDr. Gerbert Schwaighofer und Schauspieldirektor Prof. Jürgen Flimm – wurden 209.607 Karten für 166 Vorstellungen an 36 Spieltagen angeboten (im Vergleich dazu 2003: 37 Spieltage, 215.269 Karten für 188 Veranstaltungen, davon 45 für Opernaufführungen, 61 Schauspielvorstellungen und Lesungen und 82 Konzerte (entspricht 76.235 Karten für Oper, 53.405 Karten für Schauspiel und 85.629 Karten für Konzerte).
Aus dem Kartenverkauf erwirtschafteten die Salzburger Festspiele in der Saison 2002/03 Mehreinnahmen von 1.100.000 Euro gegenüber dem Budgetvoranschlag. Die 244.826 Besucher des Festspielsommers 2003 (225.846 Gäste besuchten Vorstellungen und 18.980 Proben) kamen aus 58 Nationen. Der Großteil der Gäste kommt aus Deutschland (50,5 %), gefolgt von Österreich (30,3 %), Schweiz (3,8 %), Italien und Frankreich (jeweils 2,4 %), Großbritannien (1,5 %), restliches Europa (4,5 %), USA (1,5 %), Japan (1,9 %) und „restliche Welt“ (1,2 %).
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Die Entführung aus dem Serail. |
Bei einer Kartenaufteilung von Oper: 34,8 %, Schauspiel: 22,1 % und Konzert: 43,1 % ergab sich folgende Auslastung nach Sparten: Oper: 99,1 %, (allen voran „Don Giovanni“ mit einer Auslastung von 100 %, Richard Strauss’ „Liebe der Danae“ mit 98,9 % und Alexander Zemlinskys’ „König Kandaules“ mit 95,4 %), Schauspiel: 89,2 % (Hugo von Hofmansthals „Jedermann“ in der Neuinszenierung von Christian Stückl mit Peter Simonischek als „Jedermann“ und Veronica Ferres als „Buhlschaft“ verzeichnete 100 % Auslastung, die Nachfrage nach Karten betrug zweieinhalb Mal soviel, das Young Directors Project kam auf 93,3 % Auslastung) und Konzert: 89,7 %. Gesamtauslastung: 94,1 %.
Rundum positiv entwickelt sich auch der Verkauf für Pfingsten + Barock 2003: Durch den Kartenabsatz wurde eine um gut 20 % höhere Budgetdeckung erzielt im Vergleich zum Vorjahr. 2002 wurden 6.000 Karten verkauft und 363.372 Euro eingenommen, die Auslastung lag bei 88,7 %.
Erfolgreiche Nachwuchsförderung
Sehr wichtig nehmen Salzburger Festspiele und „Freunde“ junge Menschen, das vielzitierte „Publikum von morgen“. Seit 10 Jahren bietet Prof. Mag. Elfi Schweiger den „Jungen Freunden“ Workshops, Werkeinführungen, begleitete Aufführungsbesuche und Reisen.
Für die Salzburger Festspiele 2002 wurden 3.512 Karten aus den besten Kategorien im Rahmen der von Intendant Ruzicka initiierten Jugendaktion mit einem Rabatt von bis zu 90 % angeboten. Gut 2.000 Karten aus diesem Kontingent wurden als Jugendabonnements vergeben.
Als weitere Investition in die Zukunft sehen die Salzburger Festspiele den Umbau des Kleinen Festspielhauses in ein „Haus für Mozart“, das im Mozartjahr 2006 mit W. A. Mozarts „Le nozze di Figaro“ und Nikolaus Harnoncourt am Pult der Wiener Philharmoniker eröffnet werden wird. Generalplaner sind die Architekten Prof. Wilhelm Holzbauer aus Wien und Prof. François Valentiny aus Luxemburg. Ein Schritt, daß die Salzburger Festspielbesucher sich auch künftig wohl fühlen und den erwarteten Komfort vorfinden.
Salzburg ist einzigartig
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Die Entführung aus dem Serail. |
John Rockwell, Musikkritiker der New York Times, schwärmt von Salzburg (in den „Salzburger Nachrichten“ vom 23. Juli 2002): „Wenn wir von großen Sommerfestspielen mit mehr als einer Sparte reden, dann ist Salzburg aus meiner Sicht das Größte und auch das Beste und auch das Schönste, auch vom Standpunkt der Stadt und der Umgebung. Wenn man Salzburg als ein Opernfestival betrachtet dann, kann man es natürlich mit anderen Opernfestivals vergleichen. Aber Salzburg ist nicht nur ein Opernfestival. Es ist mit seiner Mischung wirklich einzigartig.“




























