Walter Dungl

Walter Dungl ist seit 1998 für die Landessportorganisation Salzburg tätig.

Die Sportregion Salzburg-Berchtesgadener Land-Chiemgau



Eine von vielen Golfanlagen in der Region, hier am herrlichen Fuschlsee im Salzburger Land.

Das Salzburger Land, das Berchtesgadener Land und der Chiemgau sind nicht nur für ihre Spitzensportlerinnen und -sportler bekannt, die hauptsächlich aus Disziplinen des Wintersports kommen, sondern auch für eine Fülle von internationalen Wettkämpfen (Welt- und Europameisterschaften, Weltcups, nationale Meisterschaften) sowie für ein vielfältiges Angebot im Breitensport-, Erlebnissport- und Erholungsbereich. Sommers wie winters begeistert dieses Angebot Gäste und Einheimische gleichermaßen. Berge, Seen, Flüsse und das sanfte Voralpenland bilden in Ergänzung dazu ein einzigartiges Umfeld mit intakter Natur. Sport und Tourismus kann man somit als Verbündete mit hoher Imagefunktion für die gemeinsame Sportregion bezeichnen. Beide spielen eine bedeutende Rolle im Bereich der Freizeitwirtschaft, wobei der Sporttourismus gleichzeitig einen attraktiven, wachsenden Markt eröffnet.

Breiten- und Spitzensport im Angesicht des Watzmanns

Der Landkreis Berchtesgadener Land bietet für die hier lebenden rund 100.000 Menschen und für die zahlreichen Gäste (ca. 3,6 Millionen Übernachtungen p. a.) exzellente und vielfältige Sportmöglichkeiten. Vom Berg- und Outdoorsport über den Wintersport bis zum klassischen Vereinssport erstreckt sich die attraktive Palette. Das Etikett Sportregion Berchtesgadener Land hat sich das landschaftlich und klimatisch äußerst reizvolle Gebiet zwischen Watzmann und Abtsdorfer See hinlänglich verdient.

 




Auch der Freizeitsport – hier Rafting – hat einen hohen Stellenwert in der Europa-Sportregion rund um Salzburg.

Wie wichtig Sport als Standortfaktor ist, zeigen internationale Spitzensportveranstaltungen wie etwa der Damen FIS Ski Weltcup Alpin und der Snowboard Weltcup (beides in Bischofswiesen), der FIS Sommer Grand Prix der Nordischen Kombination in Berchtesgaden oder die jährlichen Rodel-, Bob- und Skeleton-Weltcups sowie Welt- und Europameisterschaften auf der Kunsteisbahn am Königssee. Das große Medieninteresse im In- und Ausland bringt damit eine hohe Aufmerksamkeit für das Berchtesgadener Land mit sich.

Aber auch „kleinere“ Sport-Events, wie der Thumsee-Triathlon, die Sommer-Skispringen, Leichtathletikfeste, Schwimmwettkämpfe, Fußballturniere, Turnfeste, Tennisturniere oder die Marathons im Bereich Rad und Lauf – beispielsweise grenzüberschreitend „Rund um den Untersberg“ – bringen Medienpräsenz und eine positive Imagewirkung für das Berchtesgadener Land und seine Nachbarn.

 




Herrliche Loipen wie hier bei Bad Reichenhall vor den Kulisse von Hochstaufen und Zwiesel finden sich vor allem im südlichen Teil der Europaregion Salzburg.

Man möchte fast meinen, alles drehe sich im Berchtesgadener Land nur um den Wintersport. Die größten sportlichen Erfolge und internationalen Großveranstaltungen hat man zwar im Winter zu bieten, aber die beliebtesten Sportarten bei den Einheimischen im Landkreis sind trotzdem mit rund 7.500 Aktiven in Vereinen das Turnen und mit 6.800 Sportlern der Fußball. Mit immerhin gut 6.300 Mitgliedern kommen die Skivereine und -abteilungen an dritter Stelle der Beliebtheitsskala. Danach folgen Tennis, Eissport, Golf und Leichtathletik.

Auch in Salzburg nicht nur „The Sound of Winter Sports“

 




Entspannung finden im Thermentempel von Bad Hofgastein

„The Sound of Winter Sports“ war das bezeichnende Motto der Salzburger Olympiabewerbung 2010. Es sollte zum Ausdruck bringen, dass Salzburg Kultur und Sport verbinden kann und will. So schafft Salzburg für seine Gäste ein reichhaltiges Urlaubsangebot. Vom Flachland bis zum hochalpinen Gelände spannt sich der Bogen. Salzburg ist natürlich ein klassisches Wintersportland, bieten doch die Gebirgszüge ideale Bedingungen für Schneespaß aller Art. Nicht umsonst kommen so viele Weltmeister und Olympiasieger aus Salzburgs Bergregionen, sie alle haben von den idealen Trainingsbedingungen dort profitiert. Salzburg bietet aber zu jeder Jahreszeit Erholung und Abenteuer. Die Natur lässt sich auch mit Nordic Walking, Wandern oder auf dem Rad erkunden. So haben etwa die Salzburger Gemeinde Großgmain und ihre bayerische Nachbargemeinde Bayerisch Gmain einen grenzüberschreitenden Nordic-Fitness-Park mit Start und Ziel in ihrer gemeinsamen Sport- und Freizeitanlage eingerichtet. Der Tauernradweg oder der grenzüberschreitende Mozartradweg sind weitere gute Beispiele. Wem das zu mühsam ist, der kann das Thermenangebot im Gasteinertal nutzen. Salzburg ist aber ebenso wie die bergigen Teile des Berchtesgadener Landes und des Chiemgaus auch Revier für Paragleiter und Drachenflieger. Darüber hinaus kann man sich dort beim Canyoning, Raften oder Kajakfahren mit den Kräften der Natur messen.

 


Insgesamt sind in Salzburgs Sportvereinen rund 150.000 Mitglieder registriert. Davon sind ca. 30.000 bei den alpinen Vereinen gemeldet, dann folgen die Sportarten Fußball (27.000), Eisschießen (17.000), Skifahren (16.000), Golf (12.500) und Tennis (11.000).

 




Eröffnung des DSV Nordic-Walking Zentrums Reit im Winkl mit den Langlaufassen Tobias Angerer (l.), Evi Sachenbacher (M.) und Peter Schlickenrieder (r.).

So wie viele Sportler über die Grenzen hinaus bekannt sind, so hat sich Salzburg auch einen guten Ruf als Austragungsort verschiedenster Sportevents gemacht. Am bekanntesten sind die alpinen Ski-Weltcupbewerbe in Altenmarkt, Flachau und Saalbach. 2002 war das alpine Ski-Weltcupfinale in der Sportwelt Amadé. In Bischofshofen fällt die Entscheidung der Vierschanzen-Tournee, in Gastein hat sich der Snowboard-Weltcup etabliert. Die Stadt Salzburg war Austragungsort eines Weltcup-Langlaufsprints und eines Big Air Weltcups. 2002 kürten die Mountainbiker ihre Weltmeister in Kaprun. 1999 fand im Pinzgau die WM der Paragleiter statt, 2000 die Skibob-WM in St. Johann. Das jährliche Damen-Weltcup-Turnier im Fechten ist ein Fixpunkt. Der Weltcup der Kombinationstänzer gastierte 2003 in Wals. Darüber hinaus kürten die Junioren 1999 ihre nordischen Weltmeister in Saalfelden und 2003 im Beachvolleyball in Salzburg. Ebenfalls 2003 trafen sich 5.500 Aktive und Betreuer aus 20 Nationen bei den Europäischen Betriebssportspielen in Salzburg.

Auch für die nächste Zukunft sind große Events schon gesichert. 2006 findet die Straßenrad-WM in der Stadt Salzburg statt, 2008 folgt die Fußball-EM.

Die Wintersportzentren in den Chiemgauer Bergen:

Talentschmiede und Tourismusmagnet zugleich

Fast drei Jahrzehnte sind seit dem Gewinn von zwei olympischen Goldmedaillen für die Skirennläuferin Rosi Mittermaier von der Winklmoosalm 1976 in Innsbruck vergangen. Doch die Popularität der schnellen Dame aus Reit im Winkl ist ungebrochen. Diese Symbiose aus sympathischer, integrer Persönlichkeit und sportlicher Brillanz ist die Politur für einen Glanz, der Jahrzehnte anhält und heute noch auf ihre Heimat ausstrahlt – den Wintersportort Reit im Winkl.

Inzwischen ist dort mit Evi Sachenbacher ein neuer Stern aufgegangen. Die Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Skilanglauf strahlt das gleiche Siegerlächeln aus, und sie prägt das Image des lange Zeit als bieder und selbstquälerisch verschriebenen Loipensports als „trendig“, lebendig und fitnessorientiert. Die Gemeinde Reit im Winkl pflegt das Image der beiden Sportlerinnen in dem Wissen, dass kaum eine andere Werbestrategie den Bekanntheitsgrad des Ortes besser „verkaufen“ kann.

 




Sie verkörpern Spitzensport aus dem Berchtesgadener Land (v.l.): Susi Erdmann (Bob), Alexander Resch (Rennrodeln Doppelsitzer), Markus Zimmermann (Zweierbob), Georg Hackl (Rennrodeln), Patric Leitner (Rennrodeln Doppelsitzer), Barbara Niedernhuber (Rennrodeln Damen) und Christoph Langen (Zweierbob).

Ruhpolding, die zweite der drei großen Wintersportgemeinden im Süden des Chiemgaus, setzt vor allem auf Biathlon, Inzell auf den Eisschnelllaufsport. Auch dort haben Wintersportler den Sprung in die Weltelite geschafft. So ist der Biathlet Ricco Groß, vielfacher Weltmeister und Staffel-Olympiasieger, in die Fußstapfen der Biathlon-Legenden Peter Angerer und Fritz Fischer getreten, in Inzell ist Anni Friesinger immer schneller auf ihren Schlittschuhen geworden, bis sie die gesamte Weltelite hinter sich gelassen hat.

 

 

 

 

 

 




Schon im zweiten Jahr nach seinem Unfall wie durch ein Wunder wieder ganz „oben“: Zum 4. Mal holte Hermann Maier in der Saison 2003/2004 den Gesamtweltcup der Alpinen.

Die Erfolge dieser Spitzensportler, zu denen auch der Skilangläufer Tobias Angerer sowie der Paralympics-Gewinner und Behinderten-Skiweltmeister Martin Braxenthaler aus Traunstein zu zählen sind, strahlen auf den Chiemgau als Wintersportmetropole aus. Das gilt auch für die jährlichen Großveranstaltungen – Weltmeisterschaften, Weltcups und andere zuschauerträchtige Wettbewerbe – und die vielen Trainingsmaßnahmen, die Spitzensportler aus vielen Nationen in den Trainingsstätten des „Olympiastützpunkts Bayern Regionalzentrum Berchtesgadener Land/Chiemgau“ absolvieren. In den Chiemgauer Alpen sind Sport und Tourismus eine geglückte Symbiose eingegangen.

 

 




Anni Friesinger aus Inzell im Chiemgau – sicher auch bei der Eisschnelllauf-WM 2005 in ihrem Heimatort mit am Start.

Kaum sind die Silvesterraketen verraucht, rückt der Chiemgau in den Blickpunkt der Öffentlichkeit mit dem Weltcup in der Nordischen Kombination – bis 2004 in Reit im Winkl, 2005 auf der Großschanze in Ruhpolding. Mitte Januar folgt der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding, bei dem innerhalb von fünf Wettkampftagen wieder 65.000 Besucher zu den spannenden Kämpfen der Skijäger erwartet werden. Drei Weltmeisterschaften sind hier durchgeführt worden, die letzte 1996; dazu ist jedes Mal das Stadion den Anforderungen entsprechend ausgebaut worden; ja, man kann sogar sagen, dass Ruhpolding bei der erstaunlichen Entwicklung des Biathlonsports von der Randsportart zum Quotenrenner im Fernsehen eine Vorreiterrolle gespielt hat. Während der Weltcupwoche sind Ruhpolding und die umliegenden Orte ausgebucht, Vermieter, Gastronomiebetriebe, Einzelhandelsgeschäfte und Zulieferfirmen haben Hochkonjunktur, und das in einer Phase, die touristisch als „stille Zeit“ gilt. Parallel zur Infrastruktur für Biathlon sind die Schanzen ausgebaut worden, so dass auch hier die deutsche und die Weltelite der Spezialspringer und Nordischen Kombinierer optimale Trainingsbedingungen vorfinden.

 

 



Inzwischen ist der Ruhpoldinger Bundesstützpunkt auch im Sommer zu einem attraktiven Ziel vieler Gäste geworden, die sich bei Führungen die modernen Einrichtungen erklären lassen. Die Renn- und Trainingsstrecken sind auf die Erfordernisse des Sommertrainings mit Skirollern ausgerichtet worden, zudem lockt Ruhpolding jedes Jahr Hunderte von Radsportlern zu den „Days of Bike“.

 

 

 

 

 

 




Zweierbob-Olympiasieger Christoph Langen (Strub/Bischofswiesen) und Markus Zimmermann (Schönau a. Königssee) am Start bei der WM 2004.

Auch in Inzell, wo Anfang März 2005 erneut eine Einzelstrecken-WM stattfindet, beleben Sportler die touristische Nebensaison. So halten sich allein in den niederländischen Herbstferien rund 400 „Oranjes“ trainingshalber in Inzell auf; von Oktober bis Mitte November bereiten sich rund 1.000 Sportler aus einem Dutzend Nationen auf den Wettkampfwinter vor. In der Saison 2003/2004 zählte das Eisstadion insgesamt 1.771 Wettkampfteilnehmer im Eisschnelllauf, dazu kommen rund 250 Sportler in anderen Disziplinen wie den bisher 38 Eisspeedway-Veranstaltungen, die ein echter Zuschauer-Hit sind. Insgesamt, so rechnen die Inzeller Touristiker vor, sind etwa vier bis fünf Prozent der jährlich rund 750.000 Übernachtungsgäste dem Sport zuzurechnen.

Erfolgreiche Spitzensportler als „Botschafter“ einer sympathischen Europaregion

Wenn man das Bundesland Salzburg, das Berchtesgadener Land und den Chiemgau zusammen nimmt, so summieren sich die Erfolge der hier lebenden Sportlerinnen und Sportler bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City auf immerhin 5 Gold-, 4 Silber- und 8 Bronzemedaillen. In der Nationenwertung wäre man damit auf Platz 6 gelandet.

 




Hans Peter Steinacher (l.) und Roman Hagara freuen sich mit Landeshauptfrau Gabi Burgstaller über die zweite Olympia-Goldmedaill von Athen 2004 (nach Sydney 2000) in der Tornado-Klasse.

In den Ergebnislisten tauchen dabei so prominente Namen auf wie Georg Hackl aus Bischofswiesen (Silber im Rennrodeln Einsitzer), Fritz Strobl aus Adnet (Gold in der Herrenabfahrt), Felix Gottwald aus Saalfelden (drei Mal Bronze in der Nordischen Kombination: Einzel, Einzel Sprint und Mannschaft; in der Mannschaft gemeinsam mit Michael Gruber aus St. Veit) oder Ricco Groß aus Ruhpolding (Silber mit der Biathlon-Staffel 4x7,5 km und Bronze in der Biathlon-Verfolgung über 12,5 km). Christoph Langen und Markus Zimmermann (Berchtesgaden/Schönau am Königssee) holten Gold im Zweierbob, Susi Erdmann (Schönau am Königssee) errang Bronze in dieser Disziplin. Sensationell auch die Goldmedaille der deutschen Damen-Langlaufstaffel über 4 x 5 km, an der maßgeblich Evi Sachenbacher aus Reit im Winkl beteiligt war. Sie erkämpfte sich darüber hinaus noch Silber im Langlauf-Sprint über 1,5 km. Gold im Rennrodeln Doppelsitzer konnten sich Patric Leitner und Alexander Resch (Schönau am Königssee/Berchtesgaden) ebenso sichern wie Anni Friesinger aus Inzell über 1.500 m im Eisschnelllauf. „Versilbert“ wurden darüber hinaus die Anstrengungen von Barbara Niedernhuber (Schönau am Königssee) im Rennrodeln Einsitzer der Damen, und Bronze gab es für Andreas Schifferer (Radstadt) im Super-G der Herren, für Mikhail Botwinov (Obertauern) über 30 km Langlauf im freien Stil sowie für Tobias Angerer (Traunstein) in der 4x10 km-Langlaufstaffel der Herren.

 




Erst nach hartem Training in den Berchtesgadener Bergen war diese außergewöhnliche Leistung möglich: Thomas Huber aus Traunstein nach der Erstbesteigung mit Iwan Wolf und Urs Stöcker am Gipfel des Ogre III (6.980 m), einem extrem schwierigen Berg im Karakorum.

An weiteren großen Idolen mangelt es zum Glück nicht. Allen voran steht sicher der schon zu aktiven Zeiten zur Legende gewordene Hermann Maier aus Flachau (Olympiasieger, Weltmeister Ski Alpin), dazu Thomas Stangassinger (Olympiasieger, Ski Alpin), Alois Stadlober (Weltmeister Langlauf), David Zwilling (Weltmeister Ski Alpin) oder die erfolgreichste Skirennläuferin aller Zeiten Annemarie Moser-Pröll (Olympiasiegerin, Weltmeisterin) sowie ihre bayerischen Mitstreiterinnen Rosi und Evi Mittermaier. Unvergessen bleiben die zu früh verstorbenen Ulli Maier (Weltmeisterin Ski Alpin) und Rudi Nierlich (Weltmeister Ski Alpin). Dazu kommen noch Aktive wie die Abtenauerin Alexandra Meissnitzer (Weltmeisterin, Olympiamedaillen Ski Alpin), die in Schönau am Königssee lebende Hilde Gerg (Slalom-Olympiasiegerin von Nagano), Heidi Renoth aus Berchtesgaden (Snowboard- Silbermedaillengewinnerin von Nagano), Marlies Schild (Vizeweltmeisterin Ski Alpin), Regina Häusl aus Schneizlreuth oder Michael Walchhofer (Weltmeister Ski Alpin).

 




Noch heute gilt die kombinierte Kunsteisbahn für Bob, Rennrodeln und Skeleton als eine der anspruchsvollsten der Welt. Das für die WM 2004 neu gebaute Startareal gilt als vorbildlich.

Aber nicht nur im Wintersport kann die Region auf Weltklasseathleten stolz sein. Die Segler Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher wurden in Athen 2004 zum zweiten Mal Olympiasieger, Christoph Sieber holte in Sydney Olympiagold, Nik Berger wurde Europameister im Beachvolleyball, Ludwig Paischer im Judo. Der Rollstuhlfahrer Thomas Geierspichler aus Anif holte Gold über 1.500 m, Silber über 800 m, 5.000 m und im Marathon sowie Bronze über 400 m bei den Paralympischen Spielen in Athen. Die hier Genannten stehen exemplarisch für eine große Zahl weiterer sehr erfolgreicher Sportler aus Salzburg.

Für Spitzensport in der Vertikalen im Berchtesgadener Land stehen Ines Papert (dreimalige Weltmeisterin im Eisklettern) und Thomas Huber, der zwar nicht mit offiziellen Titeln, aber mit spektakulären Klettertouren und Gipfelexpeditionen auf sich aufmerksam macht (zweite Besteigung des Orge, Geschwindigkeitsrekord in der Zodiac am El Capitan mit seinem Bruder Alexander).

 




Die Schanzenanlage in Bischofshofen/Land Salzburg wurde in den vergangenen zwei Jahren umgebaut undauf den neuesten Stand der FIS-Richtlinien gebracht. Neu ist auch der Kampfrichterturm.

Sie alle zusammen verleihen der gemeinsamen Sportregion ein positives, dynamisches und freundliches Image und tragen dieses weit in die Welt hinaus. In Salzburg, im Chiemgau und im Berchtesgadener Land weiß man diesen Wert des (Winter-) Sports und seiner Protagonisten zu schätzen. Denn vom Glanz, den diese verbreiten, profitiert eine ganze Region. Und nicht ohne Grund sind deren Vertreter davon überzeugt, dass die Gegend dank ihrer sportlichen und wirtschaftlichen Infrastruktur durchaus für die „höchsten Weihen“, nämlich die Ausrichtung Olympischer Winterspiele, prädestiniert ist.

Schulen und Armee als optimale Unterstützung

 




Beste Wettkampf- und Trainingsbedingungen auf der Biathlonanlage in Ruhpolding im Chiemgau.

Die meisten der genannten Spitzensportler haben bereits als Jugendliche Förder- und Eliteschulen des Sports besucht, wie die CJD-Christophorusschule in Berchtesgaden, Sporthauptschulen im Land Salzburg, höhere Schulen im Rahmen des Salzburger Schul-Sport-Modells (SSM), die Höhere Internatsschule des Bundes (HIB) Saalfelden oder die Skihotelfachschule in Bad Hofgastein, und/oder waren in Sportfördergruppen der Bundeswehr in Strub/Bischofswiesen oder Bad Reichenhall bzw. in das Heeressportzentrum (HSZ) in Salzburg eingebunden. Diese Einrichtungen bilden somit die Basis sportlicher Höchstleistungen. Die Talentfindung und -förderung für Kinder und Jugendliche aber beginnt bereits im Schul- und Vereinssport, beispielsweise mit dem Kooperationsprojekt „Sport nach 1“.

Beste sportliche Infrastruktur in Orten mit Weltruf

 




Wichtig für den Breitensport – Mehrzweckhalle wie hier die neue Dreifachhalle in Oberndorf bei Salzburg, die durch ihre Höhe besonders für Ballsportarten wie Volleyball, Handball etc. geeignet ist.

Voraussetzung für sportliche Aktivitäten und Erfolge ist die optimale sportliche Infrastruktur, die in vielen Orten traditionell vorhanden ist. So fand bereits 1967 der erste Ski-Weltcup auf dem Jenner bei Berchtesgaden statt und zahlreiche Skigebiete im Berchtesgadener Land haben große Tradition. So wurde der Predigtstuhl bei Bad Reichenhall nach dem Bau der Seilbahn in den 30er Jahren häufig als das „Deutsche Davos“ bezeichnet. Der Götschen bei Bischofswiesen ist heute Regionalzentrum des Deutschen Skiverbandes für Damen Ski Alpin und Snowboard. 1969 wurde am Königssee bereits die erste Kunsteisbahn der Welt gebaut, davor gab es im Berchtesgadener Land schon verschiedenste Natur-Rodelbahnen.

Die Skisprunganlage am Kälberstein in Berchtesgaden besteht aus drei unterschiedlich großen Schanzen, eine mit 90 Meter, eine mit 60 und für den Nachwuchs eine mit 27 Meter K-Punkt. Aber auch Langlaufzentren, Biathlonanlagen, Eisstadien, Eissporthallen und Eisstockanlagen stehen in den 15 Landkreisgemeinden dem Leistungs-, Nachwuchs- und Freizeitsport zur Verfügung.

In Salzburg wurde gerade in den letzten Jahren viel für die Verbesserung der Sportinfrastruktur getan. Allen Projekten voranzustellen ist das Universitäts- und Landessportzentrum Salzburg/Rif. In den beiden letzten Jahrzehnten entwickelte sich diese Sportanlage zu einem überregionalen Kompetenzzentrum in Sachen Sport. Neben dem Institut für Sportwissenschaften und dem Heeressportzentrum bietet es vielen Spitzensportlern eine Heimat. Darüber hinaus ist es auch durch den Breitensport gut frequentiert.

 


In Wall-Siezenheim entstand ein neues Fußballstadion, das den modernen Anforderungen gerecht wird und das alte – im Siedlungsgebiet gelegene – Stadion Lehen ersetzt. Durch den Einbau eines Kunstrasenfeldes im Zuge eines UEFA-Projektes wurde die Möglichkeit einer vielfältigen Nutzung geschaffen. Das Stadion wird auch Austragungsort der Fußball-EM 2008 sein.

In den letzten Jahren wurde eine Reihe von großen Sporthallen gebaut, hier sind etwa Oberndorf, Seekirchen, Wals oder die Spielhalle Josef-Preis-Allee in der Stadt Salzburg zu nennen. Durch die Errichtung der Salzburg Arena ist es nun auch möglich Indoor-Veranstaltungen mit bis zu 8.000 Zusehern nach Salzburg zu bringen. Diese High-Quality-Halle ist zwar nur sekundär für den Sport gedacht, bringt aber alleine durch die Entlastung der Sporthalle Alpenstraße großen Nutzen für den Sport. Auch der Eissport hat mit zwei Hallen (in Zell am See und in Salzburg) nun wesentlich bessere Voraussetzungen.

Von Bedeutung sind auch die Schanzenanlagen in Bischofshofen als jährlicher Wettkampfort der Vierschanzen-Tournee, das nordische Zentrum in Saalfelden und der Olympiastützpunkt in Obertauern, der vielen SpitzensportlerInnen beim Formaufbau hilft und eng mit den großen Erfolgen von Hermann Maier verbunden ist.

Das beste Beispiel für eine touristische und leistungssportliche Nutzung von Sportanlagen sind die Skigebiete im Land Salzburg. In Altenmarkt-Zauchensee, Teil der Sportwelt Amadé, liegt eines der Skisportzentren. Zu diesem Verbund zählen auch noch das Gasteiner- und das Großarltal sowie die Hochkönigregion. Weitere Zentren sind Saalbach-Hinterglemm, die Europa-Sport-Region Zell am See/Kaprun und Abtenau.

Hervorragende Ergänzung findet das Salzburger und Berchtesgadener Sportinfrastrukturangebot im Chiemgau. Reit im Winkl mit seinem 90-km-Loipennetz präsentiert sich mit dem Skilanglauf-Weltcup in dem Stadion direkt am Ortsrand, auf dem Tausende von Zuschauern die rasanten Jagden in der Loipe verfolgen. Das Eisschnelllaufzentrum in Inzell, 1965 dank der Weitsicht des damaligen Bürgermeisters Ludwig Schwabl mit dem Bau einer Kunsteisbahn entstanden, ist eines der wenigen Freiluftstadien, die dem Trend in die Hallen Stand gehalten haben; und wenn – wie im Winter 2004 – Anni Friesinger einen Freiluft-Weltrekord läuft, staunt die Fachwelt über das „schnelle“ Eis in dem Stadion. In Ruhpolding findet sich mit dem topmodernen Biathlonzentrum eine ideale Wettkampfstätte für diesen Sport im Winter wie im Sommer. Hinzu kommt die Großschanze, die in Verbindung mit Reit im Winkl auch Stätte internationaler Wettbewerbe in der Nordischen Kombination ist.

Ergänzt werden diese Einrichtungen durch eine breite sportliche Infrastruktur, die auch für Sommer-Aktivitäten ideal ist. Golf- und Tennisplätze, Leichtathletikstadien, Sporthallen, Badeseen, Schwimm- und Erlebnisbäder, Sport- und Fitnessparks, Bergschulen, Klettersteige, Reitanlagen, Kegelbahnen und vieles mehr locken einheimische Sportler und Gäste in die gemeinsame Sportregion.

Olympische Winterspiele als gemeinsames Ziel

Der Sport als Lebensgefühl in der Europaregion – das spiegelt sich auch in einem großen Traum wider: Man möchte nicht nur Sport-, sondern auch Olympiaregion sein! Diese große Vision verfolgen die Menschen im Raum um Salzburg schon seit einigen Jahrzehnten. Der Traum von Olympischen Winterspielen sollte erstmals mit der Bewerbung Berchtesgadens für das Jahr 1992 realisiert werden und scheiterte gegen das französische Albertville. Doch man gab nicht auf und suchte sich starke Partner. Gemeinsam mit Kitzbühel, dem Berchtesgadener Land und dem Chiemgau unterlag Salzburg für die Winterspiele 2010, die jetzt im kanadischen Vancouver ausgetragen werden, erst in der Endpräsentation. Ob sich Salzburg wieder um die Olympischen Winterspiele 2014 bemühen wird, ist derzeit noch offen, die Voraussetzungen für eine Durchführung der Spiele in dieser Region sind aber sicherlich ausgezeichnet. Vielleicht wird dann doch noch ein lang gehegter sportlicher Traum für die Menschen in der Europaregion Salzburg endlich wahr.


Unternehmensbeiträge:

„Ready to Race“ seit über 20 Jahren!
Events mit Garantie für das erstklassige Erlebnis
Innovation aus Tradition
DE-Consult Deutsche Eisenbahn-Eonsulting GmbH Regionalbereich Südost, Büro Erfurt

Autorenbeiträge:

Seit 1795 Schiffbau an der Ems – von Papenburg aus den Weltmarkt bedienen
Sportlich immer was los
Siemens – Seit über 80 Jahren in Tunesien
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