Wien - als Umweltmusterstadt ins neue Jahrtausend
Umweltschutz wird in Wien seit jeher groß geschrieben -nicht zu Unrecht wird diese Stadt oft als „Umweltmusterstadt“ bezeichnet. Der Bogen spannt sich dabei von Maßnahmen zu laufenden Verbesserung der Luft- und Wasserqualität, über das Wiener Klimaschutzprogramm, die Bekämpfung von Lärm, eine gezielte Abfallwirtschaft, Maßnahmen zur Förderung des betrieb-lichen Umweltschutzes in Wiener Unternehmen, verwaltungsinterne Umweltschutzprogramme bis zum Naturschutz in der Großstadt. Im Folgenden werden einige Bereiche skizziert, um ein wenig die Bandbreite des Umweltschutzes in Wien auszuleuchten.
Luftreinhaltung und Klimaschutz
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In den späten siebziger und frühen achtziger Jahren wurden in Wien große finanzielle Anstrengungen unternommen, um die Qualität der Luft zu verbessern. Als Folge dieser Bemühungen konnten beispielsweise die Schwefeldioxidemissionen sehr rasch um circa 85 Prozent reduziert werden. Weiters wurden alle Kraftwerke mit Entstickungsanlagen nachgerüstet -obwohl es zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesetzlich vorgeschrieben war -und die Müllverbrennungsanlagen mit einer katalytischen Entstickung und einer Dioxinabscheidung versehen. Außerdem wurde damit begonnen, die Ergebnisse der Luftqualitätsüberwachung -zusätzlich zur Publikation in Berichtform -kontinuierlich an prominent aufgestellten Anzeigetafeln zu veröffentlichen, um die WienerInnen für die Probleme der Luftverschmutzung zu sensibilisieren. Die Informationstafeln geben Auskunft über das Ausmaß der Schadstoffbelastung durch Schwefeldioxid und Staub, Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid und Ozon. Darüber hinaus werden die aktuellen Luftmesswerte von den großen Tageszeitungen und dem ORF-Teletext veröffentlicht. Via Internet ist der aktuelle Wiener Luftgütebericht unter www.magwien.gv.at/ma22/luftgue.html abrufbar.
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Der Wiener Liesingbach. |
Neben der Luftreinhaltung ist auch der Klimaschutz ein zentrales Thema für den Umweltschutz in Wien. Während auf hochrangiger, internationaler Ebene schon seit Jahren um verschiedene Reduktionsziele klimawirksamer Luftschadstoffe gerungen wird und man auf diversen Weltklimakonferenzen versucht, eine gerechte Aufteilung zwischen den verschiedenen Verursacherstaaten zu finden -wobei die bisher erzielten Ergebnisse als, gelinde gesagt, bescheiden zu bezeichnen sind -wurde unter dem Motto „Global denken -lokal handeln“ im Jahr 1990 das Klimabündnis der europäischen Städte mit den indianischen Völkern Amazoniens gegründet. Im Bewusstsein, dass konkrete Umsetzungsschritte auf lokaler Ebene leichter zu realisieren sind, ist Wien diesem Bündnis 1991 beigetreten. Um jenen Verpflichtungen nachzukommen, die die Stadt Wien mit diesem Beitritt und der Unterzeichnung der „Charta von Aalborg“ (1996, Charta der europäischen Städte und Gemeinden auf dem Weg zur Zukunftsbeständigkeit) eingegangen ist, wurde 1996 das KliP-Klimaschutzprogramm gestartet. Dieses praxisorientierte und engagierte Programm der Stadt Wien hat sich zum Ziel gesetzt, die Kohlendioxid-Emissionen drastisch zu reduzieren und die Lebensqualität in der Stadt zu verbessern. Es setzt sich aus zahlreichen Maßnahmenpaketen unter anderem in den Bereichen Fernwärme/Stromerzeugung, Wohnen, Betriebe, Stadtverwaltung und Mobilität zusammen. Im KliP Wien arbeiten über 300 Mitwirkende aus mehr als 150 Abteilungen und Institutionen, wie der Wiener Stadtverwaltung, den städtischen Betrieben und externen Organisationen (Interessensvertretungen, NGOs und Vertreter der Wirtschaft). Das KliP Wien wurde im November 1999 vom Wiener Gemeinderat beschlossen. Koordiniert wird es von der in der Magistratsdirektion zu diesem Zweck eingerichteten Klimaschutzkoordinationsstelle.
Abfallwirtschaft
Abfälle vermeiden, trennen und stofflich verwerten, das sind die wichtigsten Prinzipien der Abfallwirtschaft in Wien. Künftige Schwerpunkte umfassen die Stabilisierung, Verringerung und umweltfreundliche Entsorgung des Müllaufkommens. Mit dem Wiener Abfallwirtschaftsplan sollen rechtzeitig Strategien ausgearbeitet werden, wie man künftig aus ökologischer und ökonomischer Sicht am sinnvollsten mit den Wiener Abfällen umgehen soll.
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Gast in der Großstadt. |
Die Stadt Wien geht dabei völlig neue Wege und setzt als erste österreichische Stadt auf das Instrument der strategischen Umweltprüfung (SUP), um die Abfallwirtschaft umweltfreundlicher zu gestalten. Die Wiener Umweltanwaltschaft und die Magistratsabteilungen „Abfallwirtschaft“ (MA 48) und „Umweltschutz“ (MA 22) haben gemeinsam diesen Weg zur Ökologisierung der Wiener Abfallwirtschaft vorgeschlagen. Ziel ist es, ein Instrument zu institutionalisieren, welches geeignet ist, die Umweltauswirkungen von Maßnahmen der Abfallvermeidung, -verwertung und -behandlung bereits im Stadium der Planung abzuschätzen. Dabei ist es besonders wichtig, die Umweltauswirkungen der denkbaren Maßnahmen bereits auf der frühestmöglichen, strategischen, Ebene, also schon im Vorfeld politischer Entscheidungen abzuschätzen und diese grundsätzlichen Überlegungen und Diskussionen nicht erst anlässlich konkreter Projekte anzustellen.
Mit der SUP-Wiener Abfallwirtschaftsplan soll in erster Linie durch die Zusammenarbeit von Wissenschaftern (Abfallwirtschafter, Toxikologen, Verfahrenstechniker und Landschaftsökologen), Umweltorganisationen, der Wiener Umweltanwaltschaft und Vertretern der Wiener Stadtverwaltung aus der Vielfalt der Meinungen und Lösungsansätze die beste Gesamtlösung gefunden werden.
Die strategische Umweltprüfung berücksichtigt natürlich in erster Linie die Umweltauswirkungen, aber auch die Kostenwirksamkeit und die Verhältnismäßigkeit der Mittel, mit denen abfallwirtschaftliche Ziele erreicht werden sollen. Auch jene Bereiche werden bei der strategischen Umweltprüfung angesprochen, die üblicherweise bei Diskussionen über Abfälle nicht so deutlich thematisiert werden. An prominenter Stelle stehen beispielsweise die Förderung der Abfallvermeidung und der Versuch, die Bürger durch eine verstärkte Informations- und Aufklärungsarbeit zu einem neuen Konsumverhalten zu führen. Ebenso sollen Varianten Thema sein, die etwa in der Öffentlichkeit besonders diskutiert werden -auch, wenn sie bisher von den Experten als nicht so günstig eingestuft werden.
Durch dieses Projekt soll unter anderem deutlich werden, dass der Mist alle Bürgerinnen und Bürger etwas angeht. Indem umfassende Entscheidungsgrundlagen unter Mitwirkung eines derart großen Kreises von Beteiligten (s. o.) bearbeitet werden und diese auch transparent sind, ist zu erwarten, dass daraus abgeleitete Einzelmaßnahmen und Projekte sodann leichter umgesetzt werden können und auf bessere Akzeptanz in der Öffentlichkeit stoßen als bisher. Ein weiteres abfallwirtschaftliches Vorreiterprojekt der Stadt Wien beschäftigt sich mit der Sanierung von Altlasten. Herkömmliche Verfahren dazu beruhen zumeist auf sehr aufwendigen Methoden, wie Bodenwäsche oder mikrobieller Schadstoffabbau.
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Werbung für das KliP-Klimaschutzprogramm. |
Eine neuartige, pflanzengestützte und umweltfreundliche Technologie zur Sanierung belasteter Böden ist die sogenannte Phytosanierung (oder spezieller Phytoextraktion). Sie beruht auf der besonderen Eigenschaft ausgewählter Pflanzenarten, in ihrem Gewebe Schwermetalle anzureichern und so den Böden zu entziehen. Wegen der großen Bedeutung dieser Technologie für die Stadt Wien wurde 1999 das Forschungsprojekt „Phytosanierung von kontaminierten Böden und Schlämmen im Stadtbereich Wiens“ gestartet. In diesem von der Wiener Umweltanwaltschaft initiierten und gemeinsam mit den Magistratsabteilungen „Umweltschutz“ (MA 22), „Wasserbau“ (MA 45) und „Abfallwirtschaft“ (MA 48) finanzierten Projekt werden am Institut für Bodenforschung der Universität für Bodenkultur Forschungsarbeiten zur Entwicklung und Prüfung von Phytotechnologien zur Reinigung schwermetallbelasteter Böden durchgeführt. Das Forschungsprojekt soll wesentlich zur Entwicklung von kostengünstigen und umweltfreundlichen Lösungen zur Sanierung und zum Schutz von Bodenressourcen im städtischen Bereich beitragen und auch Grundlagen für einen möglichen Export der neuen Technologie in umliegende, europäische Länder schaffen.
Gewässerschutz
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Die Wiener Lobau -Teil des Nationalparks Donau-Auen. |
Die Donau und die anderen Gewässer Wiens bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten wichtige Lebensräume. Außerdem zählt z. B. die Alte Donau, die durch Regulierungsmaßnahmen im vorigen Jahrhundert in einen verlandenden See umgewandelt wurde, zu den bedeutendsten Naherholungsgebieten für die WienerInnen. Durch Eutrophierungsvorgänge kam es dort in den letzten Jahren zu einer massiven Verschlechterung der Wasserqualität, worauf umfassende Sanierungsschritte, wie unter anderem eine naturnahe Ausgestaltung der Uferflächen und Wassertausch- und Sauerstoffbelüftungsmaßnahmen, eingeleitet wurden, die bereits Erfolge zeigen. Daneben gibt es zahlreiche andere Gewässerschutzprojekte, wie z. B. die Revitalisierung von Flüssen und Bächen zur Wiederherstellung ökologisch funktionsfähiger Gewässerlebensräume.
Förderung von Umweltschutzmaßnahmen der Wirtschaft
Um den betrieblichen Umweltschutz in Wien besser koordinieren, organisieren und umsetzen zu können, wurde 1998 der „ÖkoBusinessPlan Wien“ unter der Leitung der Magistratsabteilung „Umweltschutz“ (MA 22) gestartet. Er umfasst die Umwelt-Programme „Ökoprofit“, „EMAS“ (EG-System für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung), „ISO 14.001“, „Betriebe im Klimabündnis“ und „Umweltzeichen Tourismus“, die grundsätzlich in jeder Branche funktionieren. Welches der Programme sich für welchen Betrieb am besten eignet, hängt jedoch auch von der Situation, der Größe und dem Engagement des Unternehmens ab.
„Betriebe im Klimabündnis“ wendet sich vor allem an energieintensive Betriebe mit wenig Abfallanfall wie Bäcker oder Lebensmittelhändler und Unternehmen mit wenig standortbezogenen Umweltauswirkungen wie Büros oder Wartungsfirmen. Ziel ist es -auch durch eher kleine Maßnahmen -den Treibhauseffekt zu verringern. Bei „Ökoprofit“ gehen die Maßnahmen über den Klimaschutz hinaus: Schwerpunkte sind auch die Bereiche Wasser, gefährliche Abfälle, Restmüll, Lösemittelemissionen und Energie. Die Umweltmanagementsysteme nach „ISO 14.001“ eignen sich besonders für jene Betriebe, die bereits ein Qualitätsmanagementsystem aufgebaut haben und dieses um Umweltaspekte erweitern wollen.
Unternehmen, die sich für „EMAS“ entscheiden, wählen ein Umweltmanagementsystem, das ein international anerkanntes Umwelt-Fullservice bietet. „EMAS“ basiert auf der 1993 von der Europäischen Kommission verabschiedeten „EG-Öko-Audit-Verordnung“ und wird für Betriebe empfohlen, die Umweltschutz als eines ihrer Managementziele verfolgen und diese auch nach außen offensiv kommunizieren wollen. Das Programm „Umweltzeichen Tourismus“ ist speziell auf die Wiener Tourismusbetriebe abgestimmt, vom Hotel bis zum Heurigenlokal. Um sicher zu gehen, dass sich die
angebotenen Programme und Inhalte auch für den jeweiligen Betrieb eignen und den maximalen Erfolg bringen, bieten die „ÖkoBusinessPlan Wien“-Berater Kurzuntersuchungen der betrieblichen Situation an.
Umweltschutzmaßnahmen innerhalb der Stadtverwaltung
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Natur am Straßenrand. |
Umweltmanagement in Amtshäusern (PUMA). Betrieblicher Umweltschutz ist nicht nur für Privatunternehmen ein wichtiges Thema. Die Stadt Wien nimmt mit ihren im Jahr 1996 begonnenen Anstrengungen auf dem Gebiet des „Kommunalen Umweltmanagements“ eine Vorreiterrolle ein. Im Projekt Umweltmanagement in Amtshäusern (PUMA) werden Grundlagen und Erfahrungswerte für die Implementierung von Umweltmanagementsystemen im Bereich der Wiener Stadtverwaltung -vergleichbar jenen der Öko-Audit-Verordnung -erarbeitet. Dabei werden nicht nur viele Einzelmaßnahmen zum Thema Umweltschutz gesetzt, sondern es wird -analog der Vorgangsweise in der Wirtschaft -ein ganzer Bereich hinsichtlich seiner Auswirkungen auf die Umwelt durchleuchtet (Energieverbrauch, Materialeinsatz, Emissionen, Abfallmengen, etc.). Diese systematische Ist-Zustandserhebung dient dazu, Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten zu finden. Aufgrund der erstellten Analyse werden Ziele und Maßnahmen vereinbart und soweit wie möglich in die Realität umgesetzt. Nach der Umsetzung stellt man fest, ob die angestrebten Ziele auch tatsächlich erreicht werden konnten und sucht nach weiteren Verbesserungsmöglichkeiten. Damit kann nicht nur eine ständige Verbesserung des Umweltschutzes erreicht werden, sondern auch ein Mehr an Lebensqualität für die MitarbeiterInnen und häufig auch eine finanzielle Ersparnis. Ein weiteres wesentliches Merkmal ist, dass diese Ziele und Maßnahmen nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg quasi „von oben verordnet“, sondern unter Einbindung der MitarbeiterInnen erarbeitet werden.
Mittlerweile wurde in einem Amtshaus der Stadt Wien ein derartiges Umweltmanagementsystem nach der EMAS-Verordnung der EU zertifiziert (ähnliche Projekte werden in den Wiener Krankenanstalten durchgeführt). Mit der Einführung weiterer Umweltmanagementsysteme in der Wiener Stadtverwaltung wurde bereits begonnen.
ÖKOKAUF Wien
Das Großprojekt „ÖKOKAUF Wien“ beschäftigt sich mit der Ökologisierung der Beschaffung innerhalb der Stadtverwaltung und entstand aus folgenden Überlegungen: Eine Gebietskörperschaft -hier die Gemeinde Wien -stellt einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor dar und kann daher allein dadurch, dass sie in ihrem eigenen Bereich Umweltkriterien berücksichtigt, wesentlich zu einer umweltverträglichen Entwicklung beitragen. Außerdem hat die Stadt Wien in ihrer Eigenschaft als Großabnehmerin die Möglichkeit, sowohl das Angebot umweltverträglicher Güter und Leistungen wesentlich anzuregen, als auch diese Güter und Leistungen preislich konkurrenzfähiger zu machen.
Um diese Ökologisierung des Beschaffungs- und Ausschreibungswesen zu erreichen, werden im Großprojekt „ÖKO- KAUF Wien“ umweltbezogene Kriterienkataloge für nahezu alle innerhalb der Stadtverwaltung benötigten Produkte, Materialien und Leistungen ausgearbeitet. Mit den Kriterienkatalogen werden für die im Einkauf tätigen MitarbeiterInnen einfache und zeitsparende Methoden entwickelt, mit denen künftig Produkte und Leistungen auch ökologisch besser beurteilt werden können. Die erarbeiteten Umweltkriterien sollen ebenso wie Wirtschaftlichkeit, Qualitätsanforderungen und Gebrauchstauglichkeit im Rahmen des Vergabewesens berücksichtigt werden.
Naturschutz
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Auch Naturschutz wird in Wien groß geschrieben. |
Da es hier nicht möglich ist, diesem umfangreichen Thema gerecht zu werden, sei die Schaffung des Nationalparks Donau-Auen als Beispiel für ein bedeutendes Naturschutzprojekt herausgegriffen. 1996 wurde das naturnahe Auenland an der Donau zwischen Wien und der nahegelegenen Grenze der Slowakei zum 1. Auen-Nationalpark Europas erklärt. Etwa ein Drittel des Gebietes liegt -wohl einzigartig auf der Welt -innerhalb einer Großstadt, was besondere Managementmaßnahmen erfordert. Um die unterschiedlichen Bereiche des Parks (Wälder, Wiesen, Äcker, Heißländen) den Erfordernissen entsprechend verwalten und bewirtschaften zu können, wurden drei Zonen mit verschiedenen Entwicklungszielen ausgewiesen: eine Naturzone, eine Naturzone mit Managementmaßnahmen und eine Außenzone. Außerdem wurden spezielle Besucherlenkungseinrichtungen geschaffen, um negative Folgen des Besucheransturmes auf den Naturhaushalt zu vermeiden.
Einrichtungen zur weiteren Verbesserung des Umweltschutzes
Schon vor einigen Jahren hat der Wiener Landtag durch ein Gesetz -das Wiener Umweltschutzgesetz -weisungsfreie Institutionen zum Schutz der Umwelt eingerichtet: die Wiener Umweltanwaltschaft und den Rat der Sachverständigen für Umweltschutz.
Die Schwerpunkte der Tätigkeit der Wiener Umweltanwaltschaft liegen in der Teilnahme an einer Vielzahl die Umwelt betreffenden Verfahren, in der Behandlung von an sie herangetragenen Anfragen oder Beschwerden, in der Einbindung bei der Schaffung neuer rechtlicher Bestimmungen sowie in einer umfangreichen Informationstätigkeit und Umsetzung von umweltrelevanten Projekten (s. o. und im Internet unter www.magwien.gv.at/wua/). In sachlicher Hinsicht spannt sich das Aufgabenfeld von Naturschutz, Umweltmanagement, Umwelt-ökonomie, Betriebsanlagenrecht, Grün- und Freiraumschutz über Verkehr, Ökologisierung der Beschaffung, Luftreinhaltung, Lärmschutz bis hin zu Umweltverträglichkeitsprüfung, Energieeffizienz und Tierschutz.
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Natur in der Großstadt. (Bild oben) Farbtupfer in der Stadt. (Bild unten) |
Die Aufgaben des Rates der Sachverständigen für Umweltschutz liegen in der fachlichen Beratung von Umweltstadtrat sowie Umweltanwaltschaft. Er setzt sich aus namhaften Wissenschaftern und Experten zusammen und kann in wichtigen oder grundsätzlichen Fragen Empfehlungen abgeben. Mit dem oben genannten Gesetz wurden weiters in den Wiener Gemeindebezirken Umweltausschüsse eingerichtet, die umweltrelevante Aspekte der Bezirkspolitik beraten. Außerdem wurde erst kürzlich die bereits erwähnte Klimakoordinationsstelle zur Umsetzung und Evaluierung der Maßnahmen des Wiener Klimaschutzprogramms ins Leben gerufen.
Wenn auch die bisherige sektorale Umweltpolitik mit Rauchgasreinigungen bei Großemittenten oder vermehrtem Schutz von Grünraum durch die Schaffung von z. B. Nationalparks in der Vergangenheit zu großen Erfolgen im Umweltschutz geführt hat, so wird der Schutz der Umwelt künftig zunehmend als vernetzte und vielschichtige Aufgabe zu betrachten sein, der man sich bereits dann zu widmen hat, bevor noch Schäden aufgetreten sind.
Die ersten Schritte in diese Richtung beginnen gerade mit der SUP -Wiener Abfallwirtschaftsplan oder mit dem ÖkoBusinessPlan (s. o.). Abschließend kann festgestellt werden, dass dieser neue Ansatz, Umweltschutz umfassend zu betreiben, zu einer neuen Lebensqualität in der Umweltmusterstadt führen wird.
























