Dr. Peter Chylla

Der Autor, geboren 1952, studierte an der Technischen Universität München Informatik und promovierte 1986 am Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bereits 1987 stieg er bei Thyssen ein. Zunächst war er als Führungskraft der Thyssen Stahl AG in Duisburg tätig, später leitete er dort den Bereich Informationstechnik. Seit 1999 ist er Vorsitzender der Geschäftsführung bei der ThyssenKrupp Information Services GmbH. Seit September 2000 ist er in derselben Funktion für die Triaton GmbH tätig. Darüber hinaus ist er Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp Serv. Zuvor war er Sprecher des Vorstandes der Thyssen Telecom AG, von 1994 bis 1997 alleiniger Geschäftsführer der Thyssen Informatik GmbH in Krefeld.

Vom Konzernrechenzentrum zum Global IT-Player

Beim Stichwort ThyssenKrupp denken viele auch heute noch an Stahl und Hochöfen. Dabei handelt es sich längst um einen Technologiekonzern, der von Industriegütern bis hin zu Werkstoffen hochwertige Qualitätsprodukte herstellt und vertreibt. Immer wichtiger wird allerdings die „Dritte Kraft“ Industrielle Dienstleistungen. Neben Gebäudediensten zählen Informationsdienstleistungen zu den Bereichen mit den größten Wachstumsraten. Für diese Entwicklung steht vor allem die Triaton GmbH mit Sitz in Krefeld.







Dabei hatte alles ganz klein angefangen. Als 1994 die IT-Abteilung mit 270 Mitarbeitern aus der Thyssen Stahl AG ausgegründet wurde und anfing, sich auf dem externen Markt zu orientieren, hatte der Bereich schon zahlreiche Erfahrungen als Konzernrechenzentrum gesammelt. Trotzdem hätte wohl niemand geglaubt, dass innerhalb von nur sechs Jahren ein Global Player mit 2.500 Mitarbeitern und rund 800 Millionen DM Umsatz entstehen würde. Die damalige Thyssen Informatik GmbH fasste jedoch schnell Fuß im hart umkämpften Markt der IT-Dienstleister. Durch ihre Fähigkeit, einen echten 24 Stunden-Betrieb von IT-Lösungen zu garantieren, wie er in der Stahlproduktion und anderen Industrien benötigt wird, konnte sie eine einzigartige Betriebssicherheit bieten. Mit Unternehmen wie Stockhausen, Ruhrgas, LTU und Böwe Systec wurden schnell die ers- ten großen Kunden außerhalb des Konzerns gefunden. Der Standort im Gewerbepark an der Oberschlesienstraße, wo sich inzwischen zahlreiche Technologieunternehmen angesiedelt haben, darunter auch ein Rechenzentrum der Deutschen Telekom, wurde kontinuierlich ausgebaut.




Blick auf die wirtschaftliche Grundlage bei Thyssen.


Industrielle IT plus Multimedia

 

Der Zusammenschluss mit der Thyssen Telecom AG im Jahr 1998 schuf einen Systemhausverbund mit einem IT- und einem Multimediabereich. Mit den hinzugekommenen Unternehmen - darunter eine der größten Internetagenturen Deutschlands - konnten das Know-how stark ausgebaut und neue Geschäftsfelder hinzu gewonnen werden. Business TV für Kunden wie die HypoVereinsbank, das „Parlamentsfernsehen“ für die Deutsche Bundesregierung und die erste Live-Auktion im Internet für Wetten dass …? sind nur einige Beispiele für das erweiterte Angebotsspektrum.




Die ThyssenKrupp Information Services Gruppe ist mit rund 3.400 Mitarbeitern das drittgrößte herstellerunabhängige Systemhaus Deutschlands.


Die Fusion von Thyssen und Krupp brachte die nötige Größe

 

Der Zusammenschluss der Konzerne Thyssen und Krupp war ein weiterer Meilenstein auf dem Weg in die Spitzengruppe der deutschen Systemhäuser. Die Krupp Hoesch Informationsverarbeitung GmbH brachte als interner IT-Dienstleister des Krupp-Konzerns weitere Kunden, leistungsstarke Rechenzentren und erhebliches Know-how in den Bereichen SAP und Anwendungsentwicklung ein. Auf der CeBIT 1999 präsentierte sich die Dachgesellschaft ThyssenKrupp Information Services GmbH erstmals als Full Service-Dienstleister und bislang stark unterschätzter Mitbewerber. Die ehrgeizigen Prognosen für das zukünftige Wachstum und die Etablierung des Unternehmens am Markt konnten im folgenden Jahr voll bestätigt werden.

Das Jahr 2000: Aufbruch in die internationalen Märkte

Doch eines fehlte bislang: die internationale Präsenz. In einer Zeit globaler Vernetzung und internationaler Beschaffungs- und Absatzmärkte ist es zwingend notwendig, bei den Kundenunternehmen vor Ort zu sein und sämtliche IT-Dienstleistungen weltweit erbringen zu können.

Diese Lücke wurde im Mai 2000 geschlossen. Durch den Erwerb der HiServ GmbH, des Systemhauses der Aventis Gruppe, wurde der Weg in die internationalen Märkte geebnet. Die ThyssenKrupp Information Services Gruppe wuchs zum drittgrößten herstellerunabhängigen Systemhaus Deutschlands heran, das mit rund 3.400 Mitarbeitern das angestrebte Ziel von der Umsatzmilliarde schon im Geschäftsjahr 2000/01 erreicht hat.







Triaton: Der neue Key-Player unter den Systemhäusern

 

Hauptträger dieser Entwicklung ist die Triaton GmbH. Sie entstand im September 2000 durch Verschmelzung und Umfirmierung der ehemaligen Unternehmen ThyssenKrupp Information Systems und HiServ. Rund 2.500 Mitarbeiter in derzeit 35 deutschen und internationalen Standorten planen, bauen und betreiben IT-Lösungen für industrielle Kunden. Die meisten von ihnen stammen aus den Branchen Automotive, Chemie, Life Science/Pharma, Maschinen- und Anlagenbau, Metal/Paper/Wood, Trading und Utilities. Denn gerade in diesen Bereichen verfügt Triaton über langjährige Prozess- und Branchenerfahrungen, die notwendig sind, um komplexe IT-Projekte zu realisieren. Das Angebot reicht von eBusiness-Lösungen wie Supply Chain Management zur Optimierung der Lieferkette, Customer Relationship Management für das Management der Kundenbeziehungen, über klassisches EDI und Web-EDI für den elektronischen Austausch von Geschäftsdaten bis hin zu Outsourcing-Lösungen wie Systemmanagement, Onsite Services und Rechenzentrumsbetrieb. Mit über 500 betriebenen Systemen zählt die Triaton zu den führenden SAP-Dienstleistern in Europa. So werden vom Großrechenzentrum in Krefeld aus Kunden wie ISPAT, Johnsons Control und Mannesmann VDO betreut.









Das Tele Management Center in Krefeld: Rund um die Uhr für die Kunden im Einsatz

 

Für Kunden, die sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und sekundäre Geschäftsprozesse auslagern wollen, übernimmt Triaton als Full-Service-Dienstleister auch komplette Geschäftsprozesse, z. B. das gesamte Personalwesen für die rund 8.000 Mitarbeiter von Aventis Pharma in Deutschland.

 

Dass die Kunden weltweit rund um die Uhr betreut werden, ist dabei eine Selbstverständlichkeit. Hierfür steht vor allem das Tele Management Center in Krefeld. Rund 100 qualifizierte Mitarbeiter stehen den Kunden im 3-Schicht-Betrieb für Fragen und Probleme zur Verfügung. Mit der Eröffnung des Tele Management Centers im September 1999 wurde das Bekenntnis zum Standort Krefeld klar bekräftigt. Neben der günstigen Lage im Herzen von NRW und der guten Verkehrsanbindung sind vor allem das vorhandene Potenzial an gut ausgebildeten Fachkräften ausschlaggebende Faktoren. Die Triaton wird den Krefelder Standort deshalb auch weiterhin kontinuierlich ausbauen.


Unternehmensbeiträge:

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Autorenbeiträge:

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