Werner Hundt

Der Autor wurde 1947 geboren und ist seit 1979 Tourismusreferent und Geschäftsführer der kommunalen Arbeitsgemeinschaft Fremdenverkehr beim Kreis Minden-Lübbecke. Sein beruflicher Werdegang begann mit einer umfangreichen Ausbildung in verschiedenen Sparten des Hotel- und Gaststättengewerbes im Steigenberger Hotelkonzern. Danach folgte ein Betriebswirtschaftsstudium an der Fachhochschule München zum Diplom-Betriebswirt. Nach Zwischenstationen in Würzburg und Bad Homburg, wo er für eine Unternehmensberatung Wirtschaftsanalysen für Hotelunternehmen erstellte, wechselte er 1975 in den kommunalen Fremdenverkehr als Leiter des Verkehrsamtes der Stadt Tecklenburg.

Der Mühlenkreis - eine Region gewinnt Profil

 

Mit einem Beinamen, einem Nickname, wird man nicht geboren, den erwirbt oder besser gesagt „verdient“ man sich. Er beschreibt in der Regel besonders typische Eigenschaften des Trägers. Eigenschaften, die respektiert werden müssen, sollen sie in den allgemeinen Sprachgebrauch eingehen.

Mahl- und Backtag an der Eickhorster Mühle.

 




Mahl- und Backtag an der Eickhorster Mühle.

So ähnlich verhält es sich mit dem „Rufnamen“ einer kommunalen Gebietskörperschaft, dem Kreis Minden-Lübbecke, geboren im Zuge der Gebietsneugliederung des Landes Nordrhein-Westfalen im Jahre 1973 durch die Zusammenlegung der „Altkreise“ Minden und Lübbecke. Nun sind Doppelnamen nach „Vermählungen“ keineswegs ungewöhnlich, ja gehören schon fast zur Normalität. Für die Beschreibung oder Benennung einer Urlaubs- und Freizeitregion ist es aber fast schon tödlich, denn ein solcher Terminus technicus lässt sich nach marketing-strategischen Gesichtspunkten schwer verkaufen. Eine agrar- und kulturgeschichtliche Besonderheit kam dabei dem Kreis zur Hilfe, seine Vielzahl und Vielfalt alter, aber schwer beschädigter Mühlen, die mit einem wohl einzigartigen Erhaltungsprogramm zum Ende der 70er Jahre zu einem touristischen Imageträger entwickelt wurden, zur Westfälischen Mühlenstraße. Sie verbindet nicht nur alle 11 Kreiskommunen sondern auch über 40 hölzerne und steinerne Zeugen einer Jahrhunderte alten Handwerkstradition, die durch touristische Programme und Veranstaltungen zu neuem Leben erweckt wurde und weit über ihre Grenzen fachliche Beachtung und eine enorme Besucherresonanz gefunden hat.

Ihr verdankt die „Bindestrich-Region“ die Bezeichnung „Der Mühlenkreis“ und damit ein Alleinstellungsmerkmal, das sogenannte USP, mit dem sich diese Region im touristischen Wettbewerb erfolgreich behauptet.

Ihre Bedeutung für den Tourismus ist dabei allerdings nur ein Aspekt, ebenso wichtig ist ihr Anteil an den „Weichen Standortfaktoren“ und am Identifikationsprozess der Einwohner mit ihrem Lebensraum.

Portrait einer Tourismusregion

Alles Mühlen oder was?

 




Mindener Museumseisenbahn.

Wind-, Wasser-, Ross- und sogar eine Schiffsmühle, Wiehengebirge und Weserstrom prägen die Landschaft im nördlichsten Zipfel Westfalens. Nirgendwo sonst gibt es eine solche Vielfalt von Mühlen, die von der Westfälischen Mühlenstraße zu einem einzigartigem Freilichtmuseum verbunden werden. Sehr beliebt bei den Besuchern sind die Mahl- und Backtage, die nicht nur einen Hauch vergangener Mühlenromantik vermitteln, sondern auch zu einem besonderen Geschmackserlebnis einladen, zur Verkostung von frisch gebackenem Butterkuchen und Bauernbrot an Ort und Stelle.

Heile Welt

 




Museumshof Rahden.

Eine landschaftliche Besonderheit von hohem Rang ist die Porta Westfalica, der Durchbruch der Weser durch das Weser- und Wiehengebirge. Sie wird überragt vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal, einem attraktiven Ausflugsziel, das einen herrlichen Rundblick auf die norddeutsche Tiefebene und das südliche Hügelland freigibt. Hier haben Kur- und Erholungsurlaub Tradition. Neben dem Staatsbad Oeynhausen mit einem der schönsten Kurparkanlagen Deutschlands begründeten auch der Kneipp-Kurort Hausberge und die Luftkurorte Pr. Oldendorf, Holzhausen und Börninghausen, Bad Hopfenberg in Petershagen und die Erholungsorte Rothenuffeln und Levern mit ihren sogenannten „Bauernbädern“ den guten Ruf des Westfälischen Heilgartens. Saubere Luft, eine schöne Landschaft und die Heilkräfte des Bodens, Sole, Schwefel und Naturmoor sind ihr Kapital.

Freude am Entdecken

 




Angler an der Weser

Kulturelles Zentrum ist die 1.200 Jahr alte Kreisstadt Minden mit ihrem mächtigen Dom. Ihrer in fast allen Zeiten wichtigen strategischen Bedeutung verdankt sie noch heute sehenswerte Baudenkmale und seit neuestem auch ein Preußen-Museum, das die Geschichte von 1648 bis zur Reichsgründung dokumentiert. Heute befindet sich in der Weser-Metropole das größte Wasserstraßenkreuz der Welt, zwei Brückentröge, die den Mittellandkanal über die Weser führen. Bei den sogen. „Kreuzfahrten“ der Weißen Flotte lässt sich dieses gigantische Bauwerk von oben und unten bewundern.

 




Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

Das Weser- und Wiehengebirge im Süden und die weite Ebene im Norden bieten Wanderern und Radwanderern ein optimales Terrain. Erstere finden auf dem Gebirgsrücken mit dem 90 km langen Wittekindsweg einen Wanderklassiker vor und für die Radler gibt es eine eigene Mühlenroute fern ab der Verkehrsachsen zum Bummeln, Schauen und Verweilen. Empfehlenswert ist auch die Storchenroute um die Weseraue, ein hochrangiges Naturschutzgebiet, und als neuestes Angebot die LandArt-Route zu Künstlern, Kunsthandwerkern, Galerien und vielem mehr. Sehenswerte Ausflugsziele bereichern diese Freizeitangebote, wobei auch die Jüngsten auf ihre Kosten kommen, z. B. bei den Glasbläsern in der Glashütte Gernheim, den Bonbonkochern im Salz- und Zuckerland, im Potts Park, einem sehr originellen Spiel- und Freizeitpark, im Museumshof Rahden, einer typischen Hofanlage mit 300jähriger Geschichte, oder tief unter der Erde in einem Besucherbergwerk. Zeugen einer über 1000jährigen, spannenden Geschichte wie Burgruinen und frühgeschichtliche Wallanlagen, Schlösser und Herrensitze warten auf ihre Entdeckung.

 




Picknick an der Mühlenstraße

Westfälische Gastfreundschaft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Kolthoffsche Mühle in Levern.

Auch das Unterkunftsangebot lässt keine Wünsche offen. Familien finden wunderschöne Angebote auf Bauernhöfen, Landgütern, gepflegte Ferienwohnungen und -häuser und Camper im „Großen Weserbogen“, eine prämierte Anlage mit viel Wasser vor der Wohnwagentür für alle möglichen Sportaktivitäten. Selbst ausgefallene Wünsche, wie das Übernachten in Originalzellen eines ehemals preußisch-westfälischen Amtsgerichtes, in einer alten Dorfschule oder ganz feudal und romantisch in einem Schloss der Weserrenaissance, einem herausragenden Denkmal dieser so typischen Architektur des Weserraumes, können erfüllt werden. Gepflegte Land- und komfortable Stadthotels wetteifern um die Gunst der Gäste. Allen gemeinsam aber ist die Gastfreundschaft der Westfalen, über die Heinrich Heine sagte: „Sie fechten gut, sie trinken gut, und wenn sie die Hand Dir reichen zum Freundschaftsbündnis, dann weinen sie, sind sentimentale Eichen.“

 


Unternehmensbeiträge:

Der Landkreis Rottal-Inn – Eine starke Region!
Mitten in Deutschland – ein Hotel für alle Ansprüche
HRS – Hotel Reservation Service Hotelbuchung aus Leidenschaft
Tourismusmarketing für die Landeshauptstadt
Zukunftsinitiative Eifel – bewegen. bewirken. begeistern.

Autorenbeiträge:

Tourismusstrategie 2015 – Markttrends erkennen und Potenziale nutzen
Abenteuer Tierpark – Hamburgs tierisches Original