Menschen brauchen Märkte
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Das Messewesen in Deutschland ist mit dem legendären VW Käfer zu vergleichen: Es lief und lief und lief. Wie beim Käfer gilt jedoch auch hier: Eine lange Tradition sichert noch lange nicht die Zukunft. Und die Frage nach der Existenzberechtigung von Messen wird gerade in dieser Zeit immer lauter. Wenn sich heute fast alles im Wirtschaftsleben wandelt, kann das Messewesen nicht bleiben wie es ist. Der Messe- und Kongressplatz Nürnberg hat in den vergangenen Jahren deutlich von diesem Wandel profitiert und sich erfolgreich als Gastgeber hochspezialisierter internationaler Fachmessen und Kongresse etabliert. Inzwischen kommt jeder dritte Aussteller und jeder fünfte Fachbesucher bei unseren Messen aus dem Ausland. Für eine Exportnation wie Deutschland ein überlebenswichtiger Faktor.
Heute sind die Messen in Nürnberg für zahlreiche globale Branchen wichtige Drehscheiben: Der Spielwarenhersteller aus China blickt ebenso nach Nürnberg wie der Kaffeeproduzent aus Brasilien, der damit rechnen kann, auf der BioFach seine gesamte Jahresernte zu verkaufen. Der Hersteller von italienischen Natursteinbearbeitungsmaschinen reist alle zwei Jahre über den Brenner nach Nürnberg, um auf der Stone+tec der globalen Naturstein-Fachwelt seine Produkte vorzustellen.
Insgesamt werden in Nürnberg inzwischen über 50 Messen und Kongresse, diese häufig mit begleitender Ausstellung, durchgeführt. Zwei Drittel tragen das Prädikat „Internationale Fachmesse“, darunter zehn Weltleitmessen. Dieses Prädikat ist für uns nicht Selbstzweck. Wir sind auch nicht der Meinung, dass internationale Leitmessen für Aussteller und Besucher die allein selig machenden Veranstaltungen sind. Wir sind vielmehr bestrebt, unsere Messen entsprechend der Märkte zu positionieren, die sie abbilden.
Dazu zwei Beispiele: Unsere Jagd- und Sportwaffen-Fachmesse IWA & OutdoorClassics ist selbstverständlich hochinternational aufgestellt. Denn immerhin exportieren die deutschen Hersteller von Jagd- und Sportwaffen über 90 Prozent ihrer Produkte. Gleichzeitig macht es nach unserem Verständnis genau so viel Sinn, unsere Verpackungs-Fachmesse FachPack überwiegend auf den deutschen Verpackungsmarkt auszurichten, den größten in Europa und den drittgrößten der Welt. Der Erfolg gibt uns recht.
Wir sind auf dem Weg zur Informations- und Wissensgesellschaft. Es ist der Weg von der Hardware zur Software. Das heißt: Unsere Produkte werden immer erklärungsbedürftiger, komplexer und weniger anschaulich. Das ist auch für unsere Messen wichtig, Dienstleistungen und Software sind schwer zu zeigen. Deshalb ergänzen Kongresse immer stärker das Zeigen und Vorführen. Natürlich gibt es immer noch genügend Hardware zu erklären. Natürlich gibt es immer noch Weine, die man verkosten und Stoffe, die man fühlen muss. Und in Nürnberg sind beispielsweise mit den Holzbearbeitungsmaschinen und den Getränkeherstellungs- und -verpackungsmaschinen deutsche Industriezweige präsent, die weltweit als Technologie- und Marktführer gelten. Aber auch Blue Tooths, SAP R/3 und E-Procurement müssen beredet werden. Deswegen entstehen immer raffiniertere Mischungen von Messen, Kongressen, Workshops und Events.
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Messen und Kongresse haben viel gemeinsam: Beide Veranstaltungstypen laden zum Wissensaustausch, zur Kommunikation und zur direkten persönlichen Begegnung ein. Nirgends sonst besteht die Möglichkeit, in kurzer Zeit eine derartige Konzentration an Fachleuten und Ideen zu nutzen. Beide profitieren von einem wohlüberlegt eingeladenen Publikum, und beide besitzen eine Magnetfunktion für die umliegende Region. Nicht überraschend also, dass Messen und Kongresse immer mehr zusammenwachsen. Eine internationale Fachmesse im Technologiesektor ohne begleitenden Kongress? Heute kaum noch vorstellbar. Kongresse bieten Fachmessen einen deutlichen Mehrwert, indem sie der Absatzplattform, dem gelenkten Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage, eine wissenschaftliche Komponente beimischen. Spezialisten aus Forschung und Industrie begegnen sich – mit außerordentlich fruchtbaren Ergebnissen für beide Seiten.
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Im Kongressmarkt liegt ein großes Wachstumspotenzial, das nach der Eröffnung des CCN Ost (CongressCenter Nürnberg) in der Metropolregion Nürnberg nun noch besser ausgeschöpft wird. Das derzeit modernste Kongresszentrum Europas bietet eine Kapazität von 3.200 Sitzplätzen. Insgesamt stehen damit im Messezentrum Nürnberg über 11.000 Plätze für Kongresse zur Verfügung. Kongresse sind jedoch national wie international heiß umkämpfte Veranstaltungen. Umso sinnvoller, wenn alle Beteiligten zur einheitlichen Positionierung des Messe- und Kongressstandorts nach außen an einem Strang ziehen. Dieses Ziel verfolgt in Nürnberg die übergreifende Kongressinitiative. CCN, Congress- und Tourismuszentrale, Meistersingerhalle, Aiport Nürnberg, die Kongresshotels sowie die Verkehrsbetriebe (VAG) haben sich unter der Führung des Wirtschaftsreferates der Stadt Nürnberg zu einer strategischen Allianz zusammengeschlossen. Ein zentraler Ansprechpartner und eine gemeinsame Homepage – das kommt Kundenwünschen entgegen und erleichtert durch die Bündelung von Kompetenzen die Arbeit der Veranstalter. Bislang überaus erfolgreich: Nürnberg ist auf dem Sprung, eine europäische Kongressmetropole zu werden.


















