Peer Steinbrück

Peer Steinbrück Minister für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen bis 2000

Vorwort

Nordrhein-Westfalen ist mit fast 18 Millionen Menschen das einwohnerstärkste Bundesland. Auf 7,4 Millionen Arbeitsplätzen in 633.000 Unternehmen wird jährlich ein volkswirtschaftliches Einkommen von 800 Milliarden DM erwirtschaftet. Nordrhein-Westfalen ist der zentrale europäische Marktplatz mit ausgeprägten Beziehungen zu den Nachbarstaaten in der Europäischen Union.

In unserem vielfältigen Land findet man alles, was heute eine moderne Wirtschaft ausmacht. Deshalb ergibt sich die Attraktivität Nordrhein-Westfalens auch nicht allein aus schierer Größe, sondern aus vielen Facetten, wie den Besonderheiten seiner Teilregionen und seiner ausdifferenzierten Wirtschaftsstruktur, die von der traditionellen Montan- bis zur hochinnovativen High-tech-Schmiede alles umfaßt.

Der Anteil der Industriebeschäftigten liegt in kaum einem Kreis in Nordrhein-Westfalen unter 50 %, und das Ruhrgebiet gilt auch heute noch als der industrielle Kern des Landes. Das Ruhrgebiet hat indes inzwischen 60 % Beschäftigte in Dienstleistungsberufen. Nach vierzig Jahren der intensiven Modernisierung ist es mittlerweile den Herausforderungen einer globalisierten Wirtschaft gewachsen und so wird es durch Innovation, Qualifikation, Nachhaltigkeit und eine erstklassige Infrastruktur die Brücke in das 21. Jahrhundert bauen.

Recklinghausen ist Teil des Ruhrgebietes. Es hat aber eine Geschichte, die weit über den Beginn der Industrialisierung zurück reicht. Seine Stadtrechte stammen schon aus dem 13. Jahrhundert. So kann man heute gleichermaßen von den Vorzügen einer alten ehrwürdigen Stadt mit ihrem besonderen urbanen Charakter und einer Industriestadt profitieren.

Diese Grenzsituation macht sich auch an der Umgebung der Stadt deutlich. Im Norden das Münsterland mit seinen weiten Flächen, die zum Fahrradfahren oder anderen Arten der Erholung einladen.

Und im Süden das den Recklinghäusern weniger der Erholung als vielmehr der Arbeit, dem Einkaufen und dem Freizeitvergnügen dienende Ruhrgebiet, sofern sie jene Angebote nicht wahrnehmen möchten, die die Stadt selbst bietet.

Die Raumplaner nennen Recklinghausen mit seinen rund 126.000 Einwohnern einen zentralen Ort. Er ist Mittelpunkt eines Einzugsgebietes von etwa 655.000 Einwohnern. Wer den freundlichen, manchmal etwas kleinstädtischen Charakter der Stadt erlebt, sollte sich also nicht täuschen lassen: Recklinghausen bietet Standortvoraussetzungen, die manche Großstadt nicht bieten kann.

Die vielen potentiellen Kunden in unmittelbarer Nachbarschaft, qualifiziertes Personal, eine eigene Fachhochschulabteilung, ausreichend Gewerbeflächen mit optimaler Verkehrsanbindung, IC-Haltepunkt, gerade 65 km bis zum nächsten internationalen Flughafen Düsseldorf oder 40 km zum Regionalflughafen Dortmund-Wickede, beste Autobahnanbindung zu wichtigen Routen in alle Himmelsrichtungen, erstklassige kulturelle Ereignisse wie die Ruhrfestspiele — verbunden mit günstigen Förderkonditionen, die das Land bietet.

Hieraus ergibt sich ein rundes und abgestimmtes Paket von Standortbedingungen, das dieser Stadt eine feste Basis bietet. Deshalb bin ich sicher, daß die Wirtschaft in Recklinghausen und mit ihr die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt gute Aussichten für die Zukunft haben.