Dr. Wilhelm Bender

Der Autor studierte Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftstlehre und promovierte zum Dr. jur. Von 1974 bis 1985 war er bei der Deutschen Bundesbahn tätig, anschließend Geschäftsführer des Verkehrsforum Bahn in Bonn, sowie Geschäftsführer der Parlamentarischen Gruppe Bahn des Deutschen Bundestages (1985–1990). Er wechselte 1990 zur Schenker-Rhenus AG (Veba-Konzern) und war von 1990 bis 1992 Vorsitzender der Geschäftsführung der Schenker & Co. GmbH, Frankfurt, Geschäftsführer der Schenker International GmbH, Frankfurt, Mitglied des Vorstandes Schenker-Rhenus AG sowie Vorsitzender des Vorstandes der Schenker Waggon- und Beteiligungs AG. Seit 1993 ist Dr. Wilhelm Bender Vorsitzender des Vorstandes der Fraport AG.

Fraport



Blick in die Abflughalle C des
Frankfurter Terminals 1.

Wiesbaden ist die Hauptstadt eines der reichs-ten Bundesländer Deutschlands und liegt im Mittelpunkt des bedeutenden Wirtschaftszentrums Rhein-Main. Gerade wegen der Nähe zum Flughafen Frankfurt und der Stadt Frankfurt, dem Zentrum der deutschen Finanzwelt, hat sich die ehemalige Weltkurstadt zum konkurrenzfähigen Kongresszentrum und zur beliebten Messestadt entwickelt. Der wirtschaftliche und kulturelle Erfolg der hessischen Landeshauptstadt hängt eng mit der Stadt Frankfurt und dem Flughafen zusammen.




Die Besucherterrassen des
Flughafens Frankfurt sind
ein beliebtes Ausflugsziel.

 

In Frankfurt gehen international engagierte Banken ihren Geschäften nach, die Europäische Zentralbank hat am Main ihren Sitz. Die wichtigste deutsche Börse – immerhin Nummer 4 in der Welt – ist hier ebenfalls etabliert. Dort werden seit Juli 2001 auch die Aktien der Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide gehandelt, Betreiberin des größten deutschen Flughafens.

 

FRA, so das internationale Kürzel für den Flughafen Frankfurt, gehört zu den Top Ten im weltweiten Airportvergleich. 2000 wurden in Frankfurt knapp 49,4 Millionen Passagiere und fast 1,6 Millionen Tonnen Fracht gezählt. Die Flugplanfülle sucht ihresgleichen: Allein im Passagierliniendienst kommen ca. 110 Airlines aus aller Welt regelmäßig nach FRA, über 4.000 Verbindungen pro Woche ermöglichen Reisen in nahezu jedes Land der Welt. Hinter London-Heathrow liegt Frankfurt in Europa mit seiner Fluggastzahl auf dem zweiten Platz. Beim Cargo-Umschlag nimmt FRA sogar die erste Position ein. Frankfurt ist bekannt als schneller Umsteigeflughafen; jeder zweite Passagier kommt lediglich hierher, um rasch das Flugzeug zu wechseln und weiterzureisen. FRA, Heimatflughafen der Lufthansa, dient zugleich als Dreh- und Angelpunkt im dichten Streckennetz ihres globalen Airline-Bündnisses „Star Alliance“.




Flugsteig B des Frankfurter
Terminals 1.

 

Kein anderer Großflughafen liegt so zentral in Europa wie FRA – ein entscheidender Vorteil zum Beispiel für das neue AIRail Terminal, ein Bahnhof am Flughafen von ganz besonderer Art: Luftverkehr und Bahn verbinden sich in dem Terminal zu einem Verkehrsangebot. Wer ab FRA in die weite Welt fliegt, kann aus ganz Deutschland mit dem ICE oder dem Intercity direkt – ohne Umsteigen am Frankfurter Hauptbahnhof – anreisen. Dank flächendeckender und schneller Bahnanbindungen wurde das AIRail Terminal für den Airport zum Knotenpunkt im ICE- und Intercity-Netz. Am Fernbahnhof Flughafen Frankfurt angekommen, ist die erste Station für Fluggäste das „Check-in T“. In unmittelbarer Nähe der Gleise kann hier das Gepäck bis 45 Minuten vor Abflug aufgegeben werden. Die Philosophie der „Intermodalität“ kommt dort zum Tragen, also die Verknüpfung verschiedener Verkehrsträger am Flughafen Frankfurt. Der Erfolg dieses Projektes kommt vor allem der Ökologie zugute. Kurzstreckenflüge sollen möglichst durch entsprechend attraktive Zugverbindungen ersetzt werden; der Frankfurter Airport mit seinem ICE-Bahnhof, dem AIRail-Terminal unmittelbar am und einem separaten Regionalbahnhof unter dem Terminal 1 bietet hierfür beste Voraussetzungen. Wer mit dem Auto anreist, nutzt das hervorragend ausgebaute Autobahnnetz rund um den Flughafen.

Über 62.000 Menschen haben in ca. 500 verschiedenen Betrieben, Firmen und Behörden am Flughafen Frankfurt einen Arbeitsplatz. Somit ist FRA noch vor VW in Wolfsburg die größte lokale




Das Frankfurter Terminal 1 von
außen (Richtung A 3).

 

Arbeitsstätte in Deutschland.


 

Auch die hessische Landeshauptstadt profitiert von der „Jobmaschine“ Flughafen: Viele Menschen, die in und um Wiesbaden wohnen, üben ihren Beruf bei Fraport, der Lufthansa etc. aus. Im letzten Jahr kamen allein über 460 Fraport-Mitarbeiter direkt aus der Landeshauptstadt. Im „Wiesbadener Kurier“ finden Interessierte fast jedes Wochenende Stellenanzeigen von Firmen und Institutionen am Airport. Auch der Messe- und Finanzplatz Frankfurt, der stark von FRA abhängig ist, strahlt positiv auf die Landeshauptstadt aus. Viele Gäste der Wiesbadener Hotellerie sind ausländische Geschäftsleute und Touristen, die via FRA anreisen. Wiesbaden als florierende Kongress-Stadt (ein Beispiel hierfür ist das fast stets ausgebuchte Kurhaus) wäre ohne gute Anbindungen an den Luftverkehr nicht denkbar.

Der Flughafen gibt entscheidende ökonomische Impulse, ist ein Standortfaktor ersten Ranges bei jeder Firmenansiedlung - auch für Wiesbaden. Zahlreiche Firmen vom Dienstleis- tungs- bis zum Hightech-Sektor haben sich in und um Wiesbaden angesiedelt, da sie die direkte Nähe zur Luftverkehrsscheibe Flughafen Frankfurt brauchen (so zum Beispiel Heimann Systems in Erbenheim).


 

Die Zukunft der Mainmetropole wie der Region Rhein-Main ist untrennbar verbunden mit der Zukunftsfähigkeit des Flughafens. Um die Rolle als Wirtschafts- und Wachstumsmotor im härter werdenden Wettbewerb auch zukünftig spielen zu können, muss die Konkurrenzfähigkeit des Airports gestärkt werden: Schon bald sind die derzeitigen Runway-Kapazitäten des Frankfurter Flughafens erschöpft. Der Bau einer neuen Landebahn im Rahmen des Mediationsergebnisses ist somit dringend erforderlich, damit nicht Verkehr und damit Prosperität ins benachbarte Ausland verlagert wird. Die gesamte Region und somit auch Wiesbaden wird von einem nachfragegerechten Ausbau des Frankfurter Flughafens – verbunden mit einem Nachtflugverbot für geplante Flüge zwischen 23 und 5 Uhr – profitieren.



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