Ein starker Standort mit internationaler Ausstrahlung
Die Region Stuttgart mit den Landkreisen Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr sowie dem Stadtkreis Stuttgart zählt mit ihrer großen Wirtschafts- und Innovationskraft zu den Zugpferden der Regionen in Europa.
Kleine, mittlere und große Unternehmen – oft in Netzwerken und gewachsenen Zulieferbeziehungen verbunden – erwirtschaften zusammen mit 1,4 Millionen Arbeitskräften in dieser Region mit ihren 2,6 Millionen Einwohnern Güter und Dienstleistungen von über 93 Milliarden Euro. Sie machen damit diese Region zu einer der bedeutendsten Metropolregionen Deutschlands.
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International bekannt: Die Blue Man Group bot 2008 über einige Monate einen der kulturellen Höhepunkte in Stuttgart. |
Diese mit EU-Staaten wie Tschechien oder Ungarn vergleichbare Wirtschaftsleistung wird mit der in Baden-Württemberg an der Spitze stehenden Produktivität von jährlich circa 62.000 Euro pro Erwerbstätigem erzielt und führt zum höchsten Pro-Kopf-Einkommen von über 33.200 Euro pro Einwohner und Jahr des Landes. Werktäglich pendeln 105.000 Beschäftigte mehr in die Region ein als auspendeln. Solche und weitere Verflechtungen signalisieren, dass in der Region Stuttgart zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen aus den umliegenden Regionen angeboten werden und damit dort zur Stärkung von Kaufkraft und Wohlstand beigetragen wird.
Die internationalen Verflechtungen der Firmen in der Region Stuttgart beschränken sich nicht auf die großen Anbieter auf den Weltmärkten wie Daimler und Porsche, sondern reichen in die Vielzahl von kleinen und mittleren Unternehmen hinein, die gemeinsam die hohe Exportstärke der Region Stuttgart ausmachen. Sie basiert auf einer hohen Beliebtheit der Produkte und Dienstleistungen aus der Region Stuttgart auf den Weltmärkten, die dazu führt, dass allein schon in der Industrie 58 Cent je Umsatzeuro im Ausland verdient werden.
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© Daimler AG |
Wegen ihrer herausragenden Funktionen im internationalen Maßstab und ihrer starken internationalen und innerregionalen Verflechtungen wurde die Europäische Metropolregion Stuttgart neben sechs weiteren Metropolregionen 1995 von der Ministerkonferenz für Raumordnung anerkannt. Sie umfasst neben der Region Stuttgart weite Teile der angrenzenden Regionen Heilbronn-Franken, Ostwürttemberg, Neckar-Alb und Nordschwarzwald mit rund fünf Millionen Einwohnern. Durch enge Kooperation und Vernetzung in Projekten der Wirtschafts-, Standort- und Innovationsförderung und die Erarbeitung eines gemeinsamen Regionalentwicklungskonzepts wird die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Wirtschaftsstandorts „Europäische Metropolregion Stuttgart“ erheblich gestärkt.
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Daimler: Arbeitgeber und Vordenker für Sicherheit und Nachhaltigkeit. © Daimler AG |
Die Metropolregion Stuttgart ist nicht nur das wirtschaftliche Zentrum des Landes, sondern zugleich auch das Forschungs-, Innovations- und Technologiezentrum von Baden-Württemberg. Mehrere Untersuchungen belegen, dass die Region Stuttgart als Kern der Metropolregion deutschland- und sogar europaweit in der ersten Reihe steht und eine Innovationshochburg bildet. 17 der 69 Hochschulen in Baden-Württemberg sind in dieser Region und jeder fünfte Studienplatz in Baden-Württemberg wird von einer Hochschule in der Region bereitgestellt. Zusammen mit zahlreichen Instituten der wirtschaftsnahen Forschung bilden sie die Grundlage für eine enge Verflechtung und Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschungs- und Technologieeinrichtungen, mit denen der Nährboden für weitere Innovationen, Industrie- und Dienstleistungen geschaffen wird. Mit einem Anteil von 5,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Forschung und Entwicklung nimmt die Region Stuttgart eine Spitzenstellung in Deutschland ein.
Auch in diesem Vergleich wird einmal mehr das effektive Zusammenwirken von Produzenten, Zulieferern, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Instituten – von Wirtschaft und öffentlicher Hand – deutlich, die die eigentliche Wettbewerbsstärke der Region begründen und sie als innovativen Problemlöser profilieren.
Es ist aber nach meiner Einschätzung nicht nur diese Vernetzung, die im Gleichklang mit den genannten positiven Standortfaktoren die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit dieses Wirtschaftsstandorts mit begründet, die sich in der ständigen Entwicklung von innovativen und qualitativ hochwertigen Produkten und Dienstleistungen sowie in neuen effektiven und effizienten Verfahren ausdrückt. Genauso entscheidend trägt die Mischung und Verknüpfung der unterschiedlichen Industrien und Dienstleister sowie der vorhandenen wettbewerbsfähigen Cluster zur wirtschaftlichen und innovativen Stärke der Region Stuttgart bei.
Eine ganz zentrale Rolle spielt der Automotive-Cluster, der auf weite Teile des Landes ausstrahlt, oder der überwiegend durch mittelständische Unternehmen geprägte Cluster der Produktionstechnik, der eine andauernde und anhaltend hohe Wettbewerbs- und Innovationskraft auszeichnet und in dem die Wertschöpfungskette fast vollständig abgebildet wird. Keine andere vergleichbare Metropolregion Deutschlands kann in diesen Bereichen einen so starken Cluster vorweisen. Aber auch weitere Cluster wie im Bereich der Verpackungstechnik oder der Umwelt- und Energietechnik sowie in der Kreativwirtschaft und Logistik prägen diese Region. Mehrere regionale Clusterinitiativen sind in diesen Bereichen entstanden und weitere entstehen.
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© Bosch |
Eine besondere gewachsene Form der Verflechtung zwischen Industrie und Dienstleistungen hat dazu geführt, dass sich gerade die unternehmensnahen Dienstleistungen in der Region Stuttgart im Vergleich zu anderen Regionen überdurchschnittlich entwickelt haben. Dazu gehören Beratungsdienstleister, Informations- und Kommunikationsanbieter, Banken und Versicherungen sowie der Medienbereich. Auch als Finanzplatz konnte sich die Region deutlich profilieren: Die Stadt Stuttgart stellt mit der Stuttgarter Börse im Parketthandel Deutschlands den zweitgrößten Handelsplatz, und eine der drei größten privaten Bausparkassen Deutschlands hat in dieser Region ihren Sitz. Zudem ist Stuttgart nach Frankfurt die zweitgrößte Bankenstadt Deutschlands.
Gerade die Erfahrungen in der Region Stuttgart weisen eindrücklich darauf hin, dass die Unternehmen in der Vernetzung und in der zielführenden Zusammenarbeit miteinander eher in der Lage sind, die innovativen Herausforderungen auf den Weltmärkten aufzunehmen und zu bewältigen. Das herausragende innovative Standortpotenzial in der gesamten Europäischen Metropolregion Stuttgart bietet für die weitere Stärkung der zukunftsfähigen Cluster eine sehr positive Ausgangsposition.
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Anerkennung außergewöhnlicher Forschungsleistung: Bundespräsident Köhler besucht Träger des Zukunftspreises bei Bosch in Stuttgart-Feuerbach. Piezo-Technik als Beispiel für deutsche Spitzentechnologie. © Bosch |
Es ist ein erklärtes Ziel der Landesregierung, den Auf- und Ausbau regionaler Cluster-Initiativen sowie von Innovationsplattformen und Netzwerken in bestimmten innovativen Themenfeldern zu unterstützen. Das Wirtschaftsministerium steht deshalb in einem engen Dialog mit den landesweiten und regionalen Clusterakteuren im Land und strebt mit der Durchführung regelmäßiger Cluster-Foren eine breite Mobilisierung aller Clusterakteure im Lande an, um die Bereitschaft zur Mitarbeit in einer Clusterinitiative zu unterstützen. Mit Hilfe der Mittel aus den Europäischen Strukturfonds haben wir im Juli 2008 einen Wettbewerb zur Stärkung regionaler Clusterpotenziale ins Leben gerufen, um innovative, regionale Clusterprojekte zu erkennen und zu unterstützen. Eine unabhängige Jury aus renommierten Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung soll die besten Bewerbungen prämieren, die anschließend die Möglichkeit bekommen, für ihr Projekt ein EU-Förderverfahren zu eröffnen.
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Landesmesse |
Zur weiteren Flankierung dieser clusterpolitischen Aktivitäten haben wir im Juli 2008 einen regionalen Cluster-Atlas veröffentlicht, in dem für jede Region des Landes die Cluster beschrieben und die einzelnen Initiativen dazu aufgeführt werden, einschließlich der relevanten Innovationsinfrastruktur. Dieser erstmalig erstellte Cluster-Atlas ermöglicht im Bereich der vorhandenen regionalen Cluster eine Orientierung und Zuordnung, um eventuelle weitere Vernetzungen aufzuzeigen, aber auch für Kooperationen suchende Investoren. Diese clusterpolitischen Aktivitäten öffnen ebenso Optionen für die Cluster in der Region Stuttgart und können zur weiteren Stärkung dieses positiven Standortfaktors beitragen und die Region profilieren helfen.
Profilierte und wettbewerbsfähige Cluster, eine gut ausgebaute hochleistungsfähige Verkehrsinfrastruktur und ein Metropolen gemäßes Infrastrukturangebot, das sich nicht nur in den europaweit bekannten Kultureinrichtungen zeigt, sondern auch im Ausbau des Landesflughafens oder im Neubau der Landesmesse sowie im ehrgeizigen Zukunftsprojekt Baden-Württemberg 21, stellen die Weichen für eine weitere Internationalisierung der Europäischen Metropolregion Stuttgart.





















