Ernst Pfister

Der 1947 in Trossingen geborene Autor ist seit Juli 2004 Wirtschaftsminister des Lan­des Baden-Württemberg. Ernst Pfister studierte in Tübingen und Frei­burg Politik, Germanistik und Sport auf Lehramt und unterrichtete einige Jahre als Gymnasial­lehrer in VS-Villin­gen. Seit 1980 ist er Mitglied des Land­tages von Baden-Württemberg.

Ein starker Standort mit internationaler Ausstrahlung

Die Region Stuttgart mit den Land­krei­sen Böblingen, Esslingen, Göp­­pin­gen, Lud­­­wigsburg und Rems-Murr so­­wie dem Stadtkreis Stuttgart zählt mit ihrer gro­­­­ßen Wirtschafts- und Inno­va­tions­kraft zu den Zugpferden der Re­­gio­nen in Euro­pa.

 

Kleine, mittlere und große Unterneh­men ­– oft in Netzwerken und gewachsenen Zulieferbeziehungen verbunden – er­­wirt­­­schaften zusammen mit 1,4 Mil­­lionen Ar­­beitskräften in dieser Re­­gion mit ihren 2,6 Millionen Ein­wohnern Gü­ter und Dienstleistungen von über 93 Mil­liarden Euro. Sie machen damit diese Region zu einer der bedeutendsten Me­­­tro­­pol­re­gio­nen Deutschlands. 

 




International bekannt: Die Blue Man Group bot 2008 über einige Monate einen der kulturellen Höhepunkte in Stuttgart.

Diese mit EU-Staaten wie Tsche­­chien oder Ungarn vergleichbare Wirtschafts­leistung wird mit der in Ba­­den-Würt­tem­berg an der Spitze stehen­­den Pro­duk­tivität von jährlich circa 62.000 Eu­­ro pro Erwerbstätigem er­­zielt und führt zum höch­sten Pro-Kopf-Ein­kom­men von über 33.200 Euro pro Ein­woh­­ner und Jahr des Landes. Werk­täglich pendeln 105.000 Beschäftigte mehr in die Re­­gion ein als auspendeln. Solche und weitere Ver­flech­tungen si­­gna­li­sie­ren, dass in der Re­­gion Stuttgart zahlreiche Beschäf­ti­gungs­­mög­lichkeiten für Men­schen aus den umliegenden Re­­gio­­nen angeboten wer­den und damit dort zur Stär­kung von Kaufkraft und Wohl­stand beigetragen wird.

Die internationalen Verflechtungen der Firmen in der Region Stuttgart be­­schrän­­­­ken sich nicht auf die großen Anbieter auf den Weltmärkten wie Daimler und Por­sche, sondern reichen in die Viel­zahl von kleinen und mittleren Unter­nehmen hinein, die gemeinsam die ho­­­­­­he Ex­­port­stärke der Region Stuttgart ausmachen. Sie basiert auf einer ho­­hen Beliebtheit der Produkte und Dienst­leis­­­­tungen aus der Region Stutt­gart auf den Weltmärkten, die dazu führt, dass al­­lein schon in der Industrie 58 Cent je Um­­­­satzeuro im Aus­land ver­­­­­dient werden.

 




© Daimler AG

We­­gen ihrer herausragenden Funk­tio­nen im internationalen Maßstab und ih­­r­er star­ken internationalen und in­­ner­­re­gio­­­na­len Verflechtungen wurde die Euro­­pä­ische Metropolregion Stuttgart ne­­ben sechs weiteren Metropolregio­nen 1995 von der Ministerkonferenz für Raum­­ord­­­nung anerkannt. Sie um­­fasst ne­ben der Region Stuttgart weite Teile der an­­­gren­­zenden Regionen Heilbronn-Fran­ken, Ost­­­württemberg, Neckar-Alb und Nord­­­­­schwarzwald mit rund fünf Mil­lionen Ein­wohnern. Durch enge Ko­­o­­peration und Vernetzung in Projekten der Wirt­schafts-, Standort- und Inno­va­­tions­för­der­ung und die Erarbeitung eines ge­­mein­sa­men Re­­gio­­nalent­wick­lungs­­kon­zepts wird die Wettbe­werbs­fähigkeit des gesamten Wirt­­­­schafts­stand­­orts „Euro­pä­ische Me­­tro­­­polregion Stutt­gart“ er­­heblich ge­­stärkt.




Daimler: Arbeitgeber und Vordenker für Sicherheit und Nachhaltigkeit.
© Daimler AG

Die Metropolregion Stuttgart ist nicht nur das wirtschaftliche Zentrum des Lan­­­des, sondern zugleich auch das For­­schungs-, Innovations- und Techno­lo­gie­­zentrum von Baden-Württemberg. Meh­r­ere Untersuchungen belegen, dass die Re­gion Stuttgart als Kern der Me­­tro­pol­­­region deutschland- und sogar euro­pa­weit in der ersten Reihe steht und eine In­novationshochburg bildet. 17 der 69 Hochschulen in Baden-Würt­temberg sind in dieser Region und je­­der fünfte Stu­dienplatz in Baden-Würt­temberg wird von einer Hochschule in der Region be­­reitgestellt. Zusammen mit zahlreichen In­stituten der wirtschaftsnahen For­schung bilden sie die Grund­lage für eine enge Ver­­flechtung und Zusam­men­ar­beit zwischen Unter­neh­men, For­schungs- und Technologie­ein­richtungen, mit de­­nen der Nähr­bo­den für weitere Inno­vationen, In­­­­dus­­trie- und Dienst­leis­tun­gen geschaffen wird. Mit einem Anteil von 5,2 Pro­zent des Bruttoinlandsproduktes für For­­schung und Entwicklung nimmt die Re­­gion Stutt­­gart eine Spitzenstellung in Deutsch­land ein.

Auch in diesem Vergleich wird einmal mehr das effektive Zusammenwirken von Produzenten, Zulieferern, For­schungs­­­ein­­­­richtungen, Hochschulen und Ins­ti­tu­ten – von Wirtschaft und öf­­fentlicher Hand – deutlich, die die ei­­gentliche Wett­­­­be­werbsstärke der Re­­gion begründen und sie als innovativen Problemlöser profilieren. 

Es ist aber nach meiner Einschätzung nicht nur diese Vernetzung, die im Gleich­­­klang mit den genannten positiven Stand­­­­ortfaktoren die hohe internationale Wett­­­bewerbsfähigkeit dieses Wirt­schafts­­­stand­­­­orts mit begründet, die sich in der ständigen Entwicklung von innovativen und qualitativ hochwertigen Pro­dukten und Dienstleistungen sowie in neuen ef­­­fek­­tiven und effizienten Ver­fah­ren ausdrückt. Genauso entscheidend trägt die Mischung und Ver­knüpfung der unter­schied­lichen Indus­trien und Dienst­leis­ter sowie der vorhandenen wett­be­werbs­­­fä­higen Cluster zur wirtschaftlichen und in­­­­novativen Stärke der Region Stuttgart bei.

Eine ganz zentrale Rolle spielt der Auto­­­motive-Cluster, der auf weite Teile des Landes ausstrahlt, oder der überwiegend durch mittelständische Unter­neh­­men ge­­prägte Cluster der Pro­duk­tions­­technik, der eine andauernde und an­­haltend ho­he Wettbewerbs- und In­­no­­vationskraft aus­zeichnet und in dem die Wert­schöp­fungs­­kette fast vollständig abgebildet wird. Keine andere vergleichbare Metro­pol­region Deutsch­lands kann in diesen Bereichen einen so star­ken Cluster vorweisen. Aber auch weitere Cluster wie im Bereich der Ver­packungstechnik oder der Umwelt- und Energietechnik sowie in der Kreativ­wirt­­schaft und Logistik prä­gen diese Re­­gion. Mehrere regionale Clus­­­ter­in­itia­ti­ven sind in diesen Be­­rei­chen ent­stan­­den und weitere entstehen.




© Bosch

Eine besondere gewachsene Form der Verflechtung zwischen Industrie und Dienst­­leistungen hat dazu geführt, dass sich gerade die unternehmensnahen Dienst­­­­­leistungen in der Region Stutt­­gart im Vergleich zu anderen Re­­gionen über­­­­­durch­schnittlich entwickelt haben. Da­­zu gehören Beratungsdienstleister, In­­for­­ma­tions- und Kommunikations­an­bie­­­­ter, Ban­ken und Versicherungen so­­­­­wie der Me­­­­­dienbereich. Auch als Fi­­nanz­­­platz kon­­­­nte sich die Region deut­lich profilieren: Die Stadt Stuttgart stellt mit der Stutt­garter Börse im Parkett­han­del Deutsch­­­­­lands den zweitgrößten Han­­­del­s­­­­platz, und eine der drei größ­ten pri­­vaten Bau­sparkassen Deutsch­­lands hat in die­­­ser Region ihren Sitz. Zudem ist Stutt­gart nach Frankfurt die zweit­größ­te Ban­­ken­stadt Deutsch­lands.

Gerade die Erfahrungen in der Region Stuttgart weisen eindrücklich darauf hin, dass die Unternehmen in der Ver­netzung und in der zielführenden Zu­­sammenarbeit miteinander eher in der Lage sind, die innovativen Heraus­for­derungen auf den Weltmärkten aufzunehmen und zu bewältigen. Das heraus­ragende innovative Stand­­­ort­po­ten­zial in der gesamten Euro­päischen Me­­­­­­tro­­­pol­region Stuttgart bietet für die weitere Stärkung der zukunftsfähigen Cluster eine sehr positive Ausgangs­po­sition.




Anerkennung außergewöhnlicher Forschungsleistung: Bundespräsident Köhler besucht Träger des Zukunftspreises bei Bosch in Stuttgart-Feuerbach. Piezo-Technik als Beispiel für deutsche Spitzentechnologie.
© Bosch

Es ist ein erklärtes Ziel der Landes­re­gie­­rung, den Auf- und Ausbau regionaler Clus­­ter-­­Initia­tiven sowie von In­­no­va­tions­­­­plattformen und Netzwerken in be­­­­­stimm­ten innovativen The­­men­fel­dern zu un­­­­terstützen. Das Wirt­schafts­minis­te­rium steht deshalb in einem eng­­en Di­­a­log mit den lan­­­des­weiten und regionalen Cluster­­ak­teu­ren im Land und strebt mit der Durch­­führung regelmäßiger Clus­­ter-Fo­ren eine breite Mobili­sierung al­­ler Clus­ter­akteu­re im Lande an, um die Be­­­reit­schaft zur Mit­arbeit in einer Clus­ter­in­i­tia­­tive zu un­­ter­stüt­zen. Mit Hilfe der Mit­­­­­tel aus den Euro­päischen Struk­tur­fonds ha­­­ben wir im Juli 2008 einen Wett­­­be­werb zur Stär­kung regionaler Clus­­ter­­­­­po­­ten­zia­­le ins Leben ge­­rufen, um innova­tive, re­­­gio­­na­le Cluster­pro­jek­te zu er­­­­ken­nen und zu unterstützen. Eine un­­ab­hän­gi­ge Jury aus renommierten Fach­­­­leuten aus Wis­sen­schaft, Wirt­schaft und Ver­waltung soll die besten Be­­werbungen prä­­mie­ren, die anschließend die Mög­lich­keit be­­­kom­men, für ihr Projekt ein EU-­För­der­ver­fahren zu eröffnen.




Landesmesse

Zur weiteren Flankierung dieser cluster­politischen Aktivitäten haben wir im Ju­­li 2008 einen regionalen Cluster-At­las ver­­­öffentlicht, in dem für jede Re­­gion des Landes die Cluster beschrieben und die einzelnen Initiativen dazu aufgeführt wer­­den, einschließlich der relevanten Inno­­­va­tionsinfrastruktur. Die­­ser erst­malig er­­­stel­­­­­lte Cluster-Atlas er­­möglicht im Be­­­reich der vorhandenen regionalen Clus­­ter eine Orientierung und Zu­­ord­nung, um even­tuelle weitere Ver­netz­ungen auf­zu­zeigen, aber auch für Koope­­ra­tio­nen su­­­­chende Investo­ren. Die­­se clus­ter­poli­ti­schen Ak­­ti­vi­tä­ten öf­­f­­nen ebenso Op­­tio­nen für die Clus­­ter in der Region Stutt­­­gart und kön­nen zur weiteren Stär­kung dieses positiven Stand­ortfaktors bei­tra­­gen und die Re­­gion profilieren helfen.


Profilierte und wettbewerbsfähige Clus­­­­­­ter, eine gut ausgebaute hochleistungs­fä­­hige Verkehrsinfrastruktur und ein Me­­­­­­tro­­­polen gemäßes Infrastruktur­an­ge­bot, das sich nicht nur in den europa­weit be­­­­kan­nten Kultureinrichtungen  zeigt, son­­­­­­­­dern auch im Ausbau des Lan­­­­­des­flug­­ha­fens oder im Neubau der Lan­­des­mes­se sowie im ehrgeizigen Zu­­kunfts­­projekt Ba­­den-Württemberg 21, stellen die Wei­chen für eine weitere In­ter­na­tio­nal­isie­rung der Europä­i­schen Me­­tro­­pol­­region Stutt­gart.

 


Unternehmensbeiträge:

Entwicklungspartner der Automobil-Industrie
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Autorenbeiträge:

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Jedem Kunden seinen Würth
Hobby – Der perfekte Einstieg in die mobile Urlaubswelt
Bayerischer Untermain
Weltweites Produktionsnetzwerk sichert kontinuierliche Qualität