Frankfurt als zentrales Daten-Drehkreuz
Es ist unbestreitbar: Frankfurt am Main ist Deutschlands Telekommunikationshauptstadt. Die Mainmetropole beheimatet den größten und bedeutendsten Telekommunikations- und Datenknoten in Kontinentaleuropa – ancotel betreibt ihn im Telehaus in der Kleyerstraße 90. Und der DE-CIX, der deutsche Internet-Exchange in Frankfurt, ist der zweitgrößte Internetknotenpunkt auf der Welt.
Schon 1880 war Frankfurt zusammen mit Berlin die erste deutsche Stadt mit telefonischer Kommunikation – und damit eine der ganz wenigen Metropolen Europas mit Telefonie. Am 1. Juli 1881 nahm in Frankfurt die „telephonische Centralverkehrsanstalt“ ihren Betrieb auf. 179 Teilnehmer waren es zu Beginn. Einer der ersten damals, mit der Rufnummer # 29: die Frankfurter Sozietätsdruckerei. 1899 hatte dann der Frankfurter Unternehmer Harry Fuld seine Geschäftsidee: Er gründete die „Deutsche Privat-Telephon-Gesellschaft H. Fuld & Co“; 1907 zog er mit seiner Firma von der Innenstadt ins Gallusviertel. Seine ursprüngliche Idee war es, Haustelefone mit Wartungsgarantie an Firmen zu vermieten. Kurze Zeit später baute er auch selbst Telefon-Apparate und gelangte schließlich als „T & N Telephonbau und Normalzeit“ zu Weltruhm.
Um 1910 zählte das Frankfurter Telefonnetz bereits über 13.000 Teilnehmer – die Basis für den weiteren wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt. Gebühren gab es damals noch keine, man schloss einen zwei- bis vierjährigen Vertrag und zahlte so etwas wie ein „Set-up-Fee“ von 200 Reichsmark.
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Gut vernetzt über „Kleyer 90“. |
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Mehr als 330 Carrier und Provider haben bei ancotel eine physische beziehungsweise virtuelle Präsenz. |
Zu den Meilensteinen in der Nachkriegszeit zählen der Bau des Fernmeldehochhauses in den frühen 50er Jahren, der Betrieb des größten Telekom-POS in der Frankfurter Stiftstraße und der Bau des größten Fernmeldeturms in Westeuropa in den frühen 70er Jahren. So ist die Mainmetropole Frankfurt bis heute ein Zentrum von Wirtschaft, Verkehr und Kommunikation in Deutschland.
Ende der 90er Jahre wurde die bundesdeutsche Telefonie liberalisiert und die Deutsche Telekom AG bekam private Konkurrenz. Zu dieser Zeit, 1999, wurde die ancotel GmbH als Frankfurter Telekommunikations-Dienstleistungsunternehmen gegründet. Und von 2002 an – der Markt verlangte es – baute man bei ancotel dann einen internationalen Telekommunkations- und Datennetzknoten auf. Als Gateway zwischen West- und Osteuropa kommt ancotel und der Kleyerstraße 90 heute eine Schlüsselrolle zu.
Heute haben mehr als 330 internationale und nationale Carrier und Provider im Colocation-Zentrum in der Kleyerstraße eine physische oder eine virtuelle Präsenz mit ihren Telekommunikations- und Datenleitungen – hier können sie sich miteinander verbinden und ihren Telekommunikations- und Datenverkehr miteinander austauschen – die sogenannte Interconnection. Telehäuser und Datencenter gibt es eigentlich viele, dass aber gerade die Frankfurter Adresse als „Kleyer 90“ weltweit zum Begriff geworden ist, hat mit der zentralen Lage auf dem Kontinent zu tun – und mit dem Carrier-neutralen meetme-room-Konzept von ancotel: Ein Internet-Service-Provider oder ein Telekommunikationscarrier, der sich in der Kleyerstraße 90 eine Präsenz schafft, macht sich dadurch nicht von einem speziellen Carrier abhängig: „Kleyer 90“ steht für völlig Carrier neutrale Interconnection. Die meetme room services garantieren den Kunden dabei ein Höchstmaß an Flexibilität, Geschwindigkeit und Kosteneffizienz.
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ancotel ist Pionier im Bereich der Virtualisierung der Telekommunikation. |
Im Laufe der Jahre hat ancotel als Telehaus und Colocation-Zentrum immer auf die Marktbedürfnisse reagiert und das Serviceportfolio kontinuierlich ausgeweitet. Seit 2004 wird die Interconnection der Carrier sogar auf Basis einer virtuellen Plattform ermöglicht – der sogenannte virtual meetme room. Dadurch werden Carrier bei ihrer Verbindung untereinander noch flexibler, ohne dass sie dafür den Aufwand und die Investitionen in Kauf nehmen müssten, die ein eigener, physischer Point-of-Presence erfordert, mit entsprechenden Investitionen in eigene Hard- und Software. Durch die Möglichkeit der Interconnection auf Grundlage der virtuellen Plattform entsteht übrigens für nordamerikanische Unternehmen eine interessante Alternativ-Route nach Asien.
Nicht mehr über den Pazifik, sondern vom ancotel-Partner in den USA aus, von Telx in New York, entsteht die Route über die virtuelle Plattform in Frankfurt bis zur virtuellen Plattform in der ancotel-Niederlassung in Hong Kong.
Virtualisierung ist heute einer der ganz großen Trends in der Carrier-Branche und auch hier kommt Frankfurt wieder eine Führungsrolle zu: Die virtual meetme rooms gibt es schon seit 2004. Frankfurt war damals einer der Pioniere der Virtualisierung in der Telekommunikationsbranche, und inzwischen ist die virtuelle Interconnection-Plattform ein Erfolgsmodell.
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Ein wachsendes Thema: Internettelefonie. |
Das neueste Feld, auf dem Virtualisierung zum wichtigen Trend wird, ist das Zusammenwachsen von klassischen Telefonienetzen, die das sogenannte Time-Division-Multiplexing nutzen, mit modernen Datennetzen, die auf dem Internet-Protokoll basieren. Auch die Telefonie über das Internet wird mehr und mehr zum Thema, die Voice-over-IP-Technik. ancotel bietet darum mit seinem neuen VoIP2TDM Gateway eine weitere virtuelle Plattform für die Verbindung von Carriern. Das VoIP2TDM Gateway macht es möglich, dass die klassischen Telekommunikationsnetze und die VoIP-Netze in den nächsten Jahren stärker zusammenwachsen und auch noch einige Zeit parallel existieren. Auch hier besteht der große Vorteil der Virtualisierung wieder darin, dass Carrier sehr viel Flexibilität gewinnen und nicht in eigene Hardware und Software investieren müssen.
Seinen Standortvorteil wird Frankfurt auch in Zeiten zunehmender Virtualisierung weiter behaupten. In der Mainmetropole treffen sich die Kommunikationsnetze. Auch dank der „Kleyer 90“ baut Frankfurt seine Spitzenstellung als das Datendrehkreuz in Kontinentaleuropa, als Gateway zwischen Ost und West, weiter aus. Die Zeiten, in denen Telefonverbindungen zwischen zwei Teilnehmern noch von Hand gesteckt werden mussten, sind natürlich lange vorbei. Und doch könnte man sagen: Das europäische Fräulein vom Amt – es sitzt in Frankfurt.


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