Flughafen Leipzig/Halle –
Das Luftkreuz in der Mitte Europas
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BMW, Porsche, Quelle, Amazon, Dow Chemical und Dell – all diese globalen Multiplayer haben eine Gemeinsamkeit: Sie haben sich rund um den Flughafen Leipzig/Halle angesiedelt. Solche Ansiedlungen nimmt die Wirtschaft nur vor, wenn sie langfristig planen kann, Unternehmen sehen nur dort eine Perspektive, wo die entsprechende Infrastruktur vorhanden ist. Und hier in Leipzig/Halle, wo in den vergangenen Jahren über eine Milliarde Euro in die drei Verkehrsträger Autobahn, Bundesstraße und Eisenbahn investiert wurden, lässt sich gut für die Zukunft von Unternehmen planen. Ohne den Flughafen Leipzig/Halle wären die globalen Multiplayer wie BMW und Co. eben nicht nach Mitteldeutschland gezogen. Fast 60.000 Starts und Landungen und dank DHL, Lufthansa Cargo und anderen ein Frachtumschlag von über 440.000 Tonnen: Der Flughafen Leipzig/Halle ist schon heute ein Airport der Superlative. Mittlerweile ist der Flughafen bereits der drittgrößte Logistikairport Deutschlands. Über 4.000 Menschen aus der Region haben hier Arbeit und eine Zukunft gefunden.
Die Wurzeln dieses mitteldeutschen Wirtschaftswunders finden sich auch im anhaltinischen Pioniergeist und im technischen Erfinderdrang begründet, beides Dinge, die den Hallensern so eigen sind.Wie viele große Unternehmungen hat der Flughafen Leipzig/Halle ganz klein angefangen. Alles begann nämlich mit einem Heißluftballon, den ein findiger Tüftler am 29. September 1845 in der Stadt an der Saale aufsteigen ließ. Tausende Hallenser versammelten sich spontan an diesem sonnigen Montagmorgen, blickten nach oben – und konnten kaum mehr die Augen abwenden von dem Wunder, das wenige Meter über ihren Köpfen geschah. Und das auch etwas in den Köpfen veränderte.Denn immer mehr Pioniere der Luftfahrt wagten nun hier das Ballon-Abenteuer, bis die Hallenser dann endlich im Mai 1909 sogar zum ersten Mal ein richtiges Luftschiff über ihrer Stadt schweben sahen. Danach gab es kein Halten mehr: Immer neue Flugfelder entstanden rund um Halle, immer mehr gewiefte Tüftler wollten ihre eigenen Erfahrungen mit der Aerodynamik sammeln. Ein deutsches Luftfahrtzentrum, mitten im Herzen des Kaiserreichs, war geboren.Die Begeisterung der Hallenser für die Luftfahrt war so groß, dass am 14. September 1913 der „Hallesche Zeppelintag“ mit Tausenden Besuchern aus aller Welt gefeiert wurde: Großes Gedränge herrschte um den Zeppelin Nummer 17 mit Namen „Sachsen“ (Länge 142 Meter, angetrieben von drei Maybach-Motoren mit je 165 PS).
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Über 440.000 Tonnen Frachtumschlag und fast 60.000 Starts und Landungen machen den Flughafen Leipzig/Halle zu einem der bedeutendesten Logistikairports in Deutschland. |
Zu dieser Zeit gab es bereits seit einem Jahr in Halle-Beesen den ersten Flughafen der Stadt, der allerdings nur bis 1914 bestand. 1917 richtete das preußische Kriegsministerium im Nordosten der Stadt, nahe dem Dorf Mötzlich, dann einen der größten deutschen Militärflugplätze ein – bis zu 120 Flugzeuge waren hier zeitgleich stationiert. Doch bereits nach dem Ersten Weltkrieg musste dieser Airport gemäß den Entmilitarisierungsbestimmungen des Versailler Vertrages zerstört werden. Erst 1925 wurde mit Nietleben wieder ein für den Verkehrsflug geeigneter Platz in Halle freigegeben: Die ersten Flugzeuge landeten hier am 4. Juni 1925 anlässlich des „Deutschland-Rundfluges“, knapp zwei Monate später wurde Nietleben offiziell eröffnet. Und sofort war klar: Das reicht nicht. Aero Lloyd verband Halle zwar von hier aus mit Berlin, Leipzig, München, Innsbruck und Stuttgart, doch die Nachfrage nach Luftbeförderung in Mitteldeutschland war so groß, dass die Kapazitäten Nietlebens schon nach wenigen Wochen ausgereizt waren. Und Erweiterungsmöglichkeiten gab es hier nicht. Etwas Neues, etwas Größeres musste her.
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Da das Reichsverkehrsministerium in Berlin ohnehin den Luftverkehr im mitteldeutschen Raum neu ordnen wollte, entstand die Idee eines gemeinsamen Großflughafens zwischen den beiden Ballungsräumen Halle und Leipzig. Gegen den – manchmal sehr erbitterten – Widerstand der Leipziger Stadtverordnetenversammlung und der sächsischen Verantwortlichen konnte sich der kühne Plan schließlich durchsetzen. Am 1. September 1926 wurde zwischen Halle und Leipzig der erste Spatenstich gemacht.
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In nur acht Monaten entstanden neben dem Flugfeld eine Flugzeughalle und ein Verwaltungsgebäude. Am 25. April 1927 konnte nun der neue Flughafen Halle/Leipzig (!) seine Arbeit aufnehmen. Schon 1929, mitten in der schwersten Wirtschaftskrise, wurden hier über 20.000 abgefertigte Passagiere gezählt. Wie sehr sich die Stadt Halle für ihren neuen Flughafen von Anfang an beharrlich eingesetzt hat, bezeugt ihre Beteiligung an der 1928 gegründeten „Flughafengesellschaft Halle/Leipzig mbH“. Und der Erfolg gab der Saale-Stadt recht: 1937 belegte Halle/Leipzig bereits Platz vier in der Rangliste der verkehrsreichsten Flughäfen Deutschlands, mehr als 40 Flugzeuge starteten hier jeden Tag. Wären die Hallenser Stadtväter nicht so beharrlich mit ihrer Idee eines gemeinsamen Flughafens gewesen – der Luftverkehr in Mitteldeutschland sähe heute wohl ganz anders aus.
Am 1. September 1939, exakt 13 Jahre nach dem ersten Spatenstich, endete der zivile Luftverkehr in Halle/Leipzig. Auf dem Areal des Airports entstand 1947 zunächst eine Fertigung für Kälteanlagen, der VEB „Maschinen- und Apparatebau“. Seit 1955 gehörte dieser Betrieb zur neu entstehenden Luftfahrtindustrie der DDR. Als dann Anfang der 1960er Jahre der Messeflughafen Leipzig/Mockau den Anforderungen der Zeit nicht mehr genügte, waren sogar die Leipziger, die sich ja erst wegen des Airports Halle/Leipzig ein bisschen geziert hatten, froh, dass man sich wieder auf ihn besinnen konnte. Ab 1963 nutzte man, zumindest zweimal jährlich, die dortige Start- und Landebahn für den „Messeflughafen Leipzig“.
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1972 nahm schließlich der „Flughafen Leipzig“ seinen Betrieb wieder ganzjährig auf – aber die wackeren Hallenser, ohne die der Airport nie entstanden wäre, verschwanden erst einmal aus dem Namen des Flughafens. Zumindest bis 1991. Denn nachdem sich die Landes- und Kommunalverwaltungen neu konstituiert hatten, konnte die nunmehr Flughafen Leipzig/Halle GmbH genannte Gesellschaft durch die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und die Städte Leipzig, Halle und Schkeuditz sowie die Landkreise Leipziger Land und Delitzsch übernommen werden. Durch die heutige Beteiligung der Stadt Halle an der Mitteldeutschen Flughafen AG ist die Saale-Stadt auch am Flughafen Dresden und damit an einer länderübergreifenden Verkehrspolitik beteiligt.Der Flughafen Leipzig/Halle ist ein modernes, leistungsfähiges Tor der Region Mitteldeutschland zu weltweiten Wirtschafts- und Touristikmärkten. Dank der weitsichtigen Konzeption der Infrastrukturen garantiert der Standort luftverkehrsaffinen Unternehmen langfristige Planungs- und Investitionssicherheit. Aus den ersten vorsichtigen Flugversuchen der Hallenser ist ein europäisches Luftkreuz erwachsen.
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„Der Preis der Größe heißt Verantwortung“, wusste schon Winston Churchill. Darum soll und wird der Flughafen Leipzig/Halle noch in 20, 50 oder 100 Jahren den Unternehmen Mitteldeutschlands Anschluss an die Märkte der Welt bieten.
Durch die Möglichkeit des 24-Stunden-Betriebes für Luftfrachtverkehre und die Standortvorteile des Flughafens, wie seine ideale verkehrsgeografische Lage im Zentrum Europas und die direkte Anbindung des Passagier- und Frachtbereiches an das transeuropäische Autobahn- und Schienennetz, verfügt der Airport dafür über bestmögliche Rahmenbedingungen. Durch den konsequenten Ausbau – den die Stadt Halle als Partner nach allen Kräften förderte – entwickelte sich Leipzig/Halle innerhalb der Region zu einem bedeutenden Standortfaktor. All dies wäre ohne den richtigen Ort nur schwer möglich gewesen. So gilt unser Dank noch heute den hartnäckigen Hallensern, die wussten und dafür kämpften, dass ihr Traum vom Fliegen auch den richtigen Platz erhielt.





















