1.000 Feuer im Landschaftspark Duisburg-Nord
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Culture factor industry landmark: In 1989 began the rededication of the previously decommissioned by four years, Thyssen iron mill. © Foto: poldy/PIXELIO |
Vom Wandel eines ehemaligen Hüttenwerkes zu einer Erlebniswelt
der besonderen Art
„Duisburg war ein graues Industriequartier. Per Strukturwandel wurde daraus der faszinierende Landschaftspark Nord“. So titelte bereits im Jahr 2002 das Hamburger Abendblatt und zitiert später den Landschaftspark als „Beweis, dass und wie eine in der Welt einmalige, einseitig ausgerichtete Industrieregion sich attraktiv auf die Anforderungen einer neuen Ära einstellen kann.“
Der Artikel steht beispielhaft für den Tenor einer mittlerweile unzähligen Reihe von Berichten, Veröffentlichungen und Darstellungen in vielfältigen nationalen wie internationalen Medien: Dem Landschaftspark Duisburg-Nord wird eine Erfolgsstory als Beispiel für gelungenen Strukturwandel bescheinigt.
Angefangen hat die Geschichte des Landschaftsparks im Jahre 1989, vier Jahre nach der Stilllegung des alten Thyssen-Hüttenwerkes. Engagierte Bürgerinnen und Bürger hatten sich vehement für den Erhalt der Anlage als Industriedenkmal wegen seiner stadtbildprägenden Silhouette starkgemacht, obwohl klar war, dass der Betrieb eine Reihe problematischer Altlasten hinterlassen hatte. Dem Abriss stand allerdings auch die Kostenfrage entgegen, da der Thyssen-Konzern als Eigentümer sich weder an der Demontage noch an den Kosten beteiligen wollte.
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Ein glücklicher Umstand schließlich half, den Bestand des Hüttenwerkes zu sichern. Die nordrheinwestfälische Landesregierung suchte Ende der 1980er Jahre Ansätze für einen Strukturwandel im nördlichen Ruhrgebiet. 1988 wurde daraufhin die Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA) gegründet, in deren Rahmen das Meidericher Hüttenwerk eines der industriekulturellen Entwicklungs-Großprojekte wurde.
Nachdem 1989 ein internationaler Wettbewerb für Landschaftsarchitekten ausgeschrieben worden war, gingen im Mai 1991 die konkreten Planungen und die Realisierung des künftigen Landschaftsparks Duisburg-Nord richtig los. Ohne Scheu vor einem unbekannten Wagnis unternahmen das Land Nordrhein-Westfalen, die Europäische Union und die Stadt Duisburg eine ungeheuer kreative, aber auch enorme finanzielle Kraftanstrengung. Projektträger war in den ersten Jahren die Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein-Westfalen (LEG) im Auftrag der Stadt Duisburg. 1997 wurde dann mit der Landschaftspark Duisburg-Nord GmbH eine stadteigene Gesellschaft gegründet, die fortan die Geschicke des Parks lenkte.
Seit dem Jahr 2003 ist diese GmbH ein Unternehmensbereich der Duisburg Marketing GmbH.
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The landscape park is popular and lively. From product presentations, gala evenings and official receptions to rock concerts, hundreds of thousands are drawn year after year. |
Mit rund 180 Hektar Fläche ist der Landschaftspark Duisburg-Nord einer der ganz großen Parkabschnitte des Emscher Landschaftsparks und bedeutender Ankerpunkt der Route der Industriekultur mit breiter Akzeptanz bei der Bevölkerung und hohem imagebildendem Wert für die Region und die Stadt Duisburg.
Riesig wie die Fläche sind auch die an ihn geknüpften Erwartungen, obwohl er bezugnehmend auf seinen Namen weder Park noch Landschaft zu bieten hat. Aber mit vertrauten Begriffen kommt man ohnehin nicht weit, wer sich im Landschaftspark auf einen Rundweg begibt.
Mit zwei Stunden Zeit ist lediglich der Kernbereich zu schaffen. Ganz zu schweigen von den nicht vorhersehbaren Attraktionen, die dem Besucher unterwegs begegnen und die Zeitvorgabe sprengen können: posierende Models vor morbider Industriekulisse, Filmemacher am originellen Drehort oder Taucher auf dem Weg zum Tauchgang im wassergefüllten alten Gasometer.
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Illuminated conveyor bridge. © Foto: poldy/PIXELIO |
Was der Besucher sonst noch hier findet, ist alles und nichts von dem, was er mit Landschaft oder Park verbindet. Dabei gibt es Natur in einer Qualität, die Botaniker entzückt sein lässt, und in einer Quantität, die Fachleute verblüfft.
Wer im Landschaftspark Duisburg-Nord allerdings beschauliche Weite und kontemplative Stille sucht, wird umdenken müssen. Nicht sanfte Hügel tun sich auf, sondern steile Erzbunkerwände, die immerhin insoweit alpine Werte haben, als sich dort Freizeitkletterer aus nah und fern tummeln.
Emsiges Leben erfüllt den Park mit seinen außergewöhnlichen und einzigartigen Spielstätten durch das spektralreiche Veranstaltungsgeschehen. Die Spannweite reicht von Produktpräsentationen bis zum Gala-Abend, vom Staatsempfang bis zum Rockkonzert und bringt jedes Jahr hunderttausende von Besuchern und Gästen aus aller Welt in die Stadt Duisburg.
Namhafte Firmen gesellen sich reihenweise in das illustre Gästebuch des Landschaftsparks ein. Um nur wenige zu nennen, führten die Deutsche Bank, T-Systems, Microsoft, Tchibo, RWE, Siemens, BMW, Dresdner Bank, Dow Chemical und viele andere mehr ihre Firmen-Events im Landschaftspark durch.
Auch die Kulturveranstaltungen feiern Jahr für Jahr, zum Beispiel im Rahmen der Ruhrtriennale, des Klavierfestivals Ruhr, des Traumzeitfestivals ebenso wie des mehrwöchigen Freiluftkinos, Publikumsrekorde.
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Factory chimney. © Foto: o. holzmann/PIXELIO |
Übernachtungsmöglichkeiten in einem Jugendhotel gehobenen Standards sind ebenso vorhanden wie ein Fahrradverleih oder themenvielfältige Angebote für Gruppen.
Kinder und Jugendliche begreifen den Park als gigantischen Abenteuerspielplatz. Es gibt eine Riesenröhrenrutsche durch zwei Erzbunker, eine offene Halle für Trendsportarten wie Skaten oder Beachvolleyball, viele Spielpunkte und sogar einen Lehr- und Lernbauernhof.
Insgesamt fünf konzeptionelle Bausteine kennzeichnen die Mutation des Landschaftsparks Duisburg-Nord zum Park der 1.000 Feuer heute: neue Natur, Industriemuseum, Tourismus, Abenteuerspielplatz, Kulturforum.
All dies sind Aktivitäten, die nicht eben ruheverheißend klingen. Die Bilder der stillgelegten und in der Nacht illuminierten Hochöfen, die die Anlage in ein faszinierendes Meer von Licht und Farbe tauchen, sind um die ganze Welt gegangen. Nachrichten über den Wandel im Revier wurden fast immer mit Fotos aus dem Landschaftspark illustriert.
Und das Beste zum Schluss: Der Landschaftspark Duisburg-Nord ist jederzeit bei freiem Eintritt begehbar.






















