Dr. Barbara Jörg

Die Autorin studierte Volkswirtschafts­lehre an der Universität Regensburg. Von 1987 bis 1991 war sie wissenschaftliche Mit­arbeiterin an der Technischen Uni­ver­sität Kaisers­lautern und promovierte dort. Sie leitete über acht Jahre die Wirt­schafts­­­förderung Kaiserslautern und war da­nach im Wirtschafts­ministerium Rheinland-Pfalz tätig. Seit 2008 ist sie Geschäfts­füh­­rerin des Commercial Vehicle Clusters.

Nutzfahrzeugland Rheinland-Pfalz –
Im Cluster Wettbewerbs­fähigkeit fördern



Nutzfahrzeughersteller im Südwesten Deutschlands. Bild: Daimler AG 2009

Räumliche Konzentration zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit nutzen
Rheinland-Pfalz besitzt mit einer hohen Konzentration von Nutz­fahr­zeug­­her­stel­­­­lern (schwere Lkw, Land­technik und Bau­­­­maschinen) und der im Land selbst und in angrenzenden Regionen angesiedel­­ten Zuliefer­in­dus­­­trie ein Alleinstellungs­merk­­mal in Deutschland. Rund 25 Pro­­­­zent der bun­­­­desweit in dieser Branche Beschäf­tig­­ten und mehr als 25 Prozent des bun­­des­weit er­­zielten Branchen­um­­­satzes ent­fallen auf Rheinland-Pfalz und die Metro­pol­region Rhein-Neckar. Der Aktionsradius des Clus­­ters er­­streckt sich auf die Post­­leit­zahl­ge­biete 5, 6, 7 und 8, entsprechend kommen weitere 20 Prozent an bundesweitem Umsatz und Beschäf­ti­gung der Nutz­­fahr­­zeug­­bran­­che hinzu. Er­­gänzt wird diese räumlich stark konzentrierte wirtschaftliche Kom­pe­tenz durch die Bündelung wissenschaftlicher Ak­­teure mit Nutzfahrzeug – affinen Kom­­­pe­­ten­­zen an den Stand­­or­­ten Kaisers­lau­tern, Karlsruhe, Mann­­heim, Darmstadt und Siegen.

35 Unternehmen aus der Nutzfahr­zeug­wirtschaft und 15 Einrichtungen aus Wis­­senschaft und Organisationen/Ver­wal­tung partizipieren inzwischen an dem vom CVC über Veranstaltungen und Mes­­seforen organisierten Wissens­­transfer. Hinzu kommen regelmäßig tagende Pro­­jektgruppen zu Ent­wick­lungs-, Ferti­gungs-, Einkaufs- und lo­­gi­­stischen Themen. Im Fokus stehen da­­bei von Anfang an die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge, Qua­li­täts­­sicherung und strategische Opti­mie­­rung der Her­stel­­ler-Lieferantenbeziehung so­­wie die Qua­­l­­ifizierung von Mitarbeitern. Mit Blick auf die globale und internationale Di­­mension der Branche konnten ein Mas­terstudiengang Commercial Ve­­hicle Tech­­nology an der TU Kaisers­lau­tern installiert und die Einbindung der Or­­e­gon State University (USA) in den Schwer­punkt Nutzfahrzeuge des Stu­dien­gangs Maschinenbau sowie ein Pra­ktikan­­ten­­austausch realisiert werden.






(c) John Deere

Die Zusammenarbeit von wissenschaftlichen Akteuren und dem Cluster als Kooperationsplattform von mittel­­ständischen Unternehmen und Kon­­zer­­nen ist in Rheinland-Pfalz besonders in­­tensiv im Raum Kaiserslautern. Dort ar­­bei­­ten das Zentrum für Nutz­fahr­zeug­tech­nik an der Technischen Uni­ver­­si­­tät Kaisers­lau­­tern, das Fraun­hofer- In­­no­­va­­tionscluster „Digitale Nutz­­fahr­zeug­­tech­­­­nologie“ und der CVC er­­folg­reich zusammen. Gemein­­sames Ziel aller Ak­­teure ist, die F&E-Kompetenz und das Qualifi­zier­ungs­po­tenzial im Seg­ment Commercial Vehicle In­­dus­try der Region Kaiserslautern aus­­zu­bauen und zu vermarkten.


Eine enge Zusammenarbeit des CVC besteht aber auch mit nutzfahrzeug­spezifisch ausge­­richteten Instituten an der Tech­ni­schen Hochschule Karls­ruhe, dem Fraun­hofer In­­novations­clus­­ter hybrider Leicht­­bau in Pfinztal (KITe hyLITE), dem Institut für Kraft­fahrwesen an der RWTH Aachen und dem Institut für Fertigungstechnik an der Universität Sie­­­­gen. Dies sichert den industriellen Part­­­­nern des Clusters einen breiten Zugang zu exzellentem Know-How.

 



Gemeinsam ans Ziel
Die Zuverlässigkeit von Nutzfahrzeugen, Land- und Baumaschinen ist die größte Herausforderung, der sich  Hersteller und Zulieferer sowie Forschung und Entwicklung stellen müssen. Sie gilt es voranzutreiben und sich dabei international ganz vorne zu platzieren. Im Ver­bund mit anderen ist dies ein realistisches Ziel, auf das alle Partner des Clus­ters zusteuern. Unterstützt werden sie dabei durch:

• die Gesellschafter der Commercial Ve­­­hicle Cluster – Nutzfahrzeug GmbH: Ne­­ben dem Land Rheinland-Pfalz mit einem Anteil von 28,5 Prozent sind dies zu gleichen Teilen die Daimler AG, die John Deere-Lanz Verwaltungs-AG, die euro engineering AG, die Grammer AG und die Kirchhoff Holding GmbH & Co. KG


• den Aufsichtsrat (für den die fünf Ge­­sellschafter aus der Industrie und die Ministerien für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau sowie für Finanzen, Rheinland-Pfalz, je ein Mit­glied stellen)


• den Beirat (dem je ein Vertreter des Verbands der Automobilindustrie e.V. (VDA) und des Verbands Deutscher Ma­­schinen- und Anlagenbau e.V. (VD­­MA) und zwei Vertreter aus der Wissen­­schaft angehören)


• und das Clustermanagement in Kai­sers­­lautern.

 





Der Cluster
bietet seinen Partnern konkret:

Der Commercial Vehicle Cluster nutzt verschiedene Instrumente zur Verbes­serung der Wettbewerbssituation seiner Partner innerhalb und außerhalb von Rheinland-Pfalz. Hierbei spielen so­­wohl wirtschaftliche Optimierung als auch Förderung und Marketing eine Rolle. Konkret bietet der CVC:


• einen Platz in Arbeitsgruppen und Workshops zu aktuellen Themen der Bran­­che (zu technischen Innovationen, Prozessoptimierung, Produktions­the­men, Automobilelektronik und IT, Werk­­­­stoffen und vielen mehr).


• Durch die konkrete Arbeit in den Pro­jektgruppen und die Anfertigung von Studien wird die Vernetzung der Part­ner gesteigert. Daraus gewonnene Er­­­­geb­­­nisse stehen nach Abschluss den Part­nern des Clus­­ter zur Verfügung. Ziel ist, einen Vor­sprung in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht für die Mitglieder zu generieren.


• die Einbindung in den Wissenstransfer und das Wissensmanagement zahlreicher Branchenspezialisten


• einen Informationsvorsprung bei be­­sonders innovativen Lösungen


• die gezielte Unterstützung und För­de­­rung mittelständischer Unterneh­men und die Generierung von Ver­­bund­vor­haben bei KMU’s in Bezug auf innovative Vorhaben, um den Unternehmen eine Chance größeren wirtschaftlich­­en Erfolgs zu verschaffen


• ein Netzwerk mit maßgeblichen Ent­scheidern aus Wirtschaft und Wissen­schaft


• eine Auswahl an Lösungen, mit denen aktuelle Herausforderungen der Bran­­che gelöst werden können


• eine Gelegenheit, qualifizierten Nach­wuchs zu finden


• eine Perspektive, Arbeitsplätze zu erhalten und neue anzubieten


• einen Newsletter, in dem alle Partner eigene Erfolge und Innovationen veröffentlichen können, sowie eine ge­­mein­­­­same Öffentlichkeitsarbeit.

 


Der Aufbau und die Arbeit des Com­mer­­cial Vehicle Clusters werden mit Mitteln der Europäischen Union (EFRE) und des Landes Rheinland-Pfalz unterstützt, die den Partner-Unternehmen in Form von Veranstaltungen, von der Cluster­or­ga­ni­­sa­­tion finanzierten Projekten und Pro­­­jekt­­gruppenarbeit zugutekommen.


Dabei wird besonderer Wert auf die För­­derung von KMU’s und die Unter­stützung wissenschaftlicher Ein­rich­tun­gen in Rhein­­land-Pfalz gelegt.

 




Der Mercedes-Benz Citaro Hybrid wurde 2008 mit dem DEKRA-Umweltpreis ausgezeichnet.


Unternehmensbeiträge:

Cluster – Zukunftschancen in starken Innovations- und Wachstumspolen
BioPark Regensburg – Regionales Zentrum der Biotechnologie
Wissen schafft Arbeit – Masterpläne für die Hauptstadtregion
Netzwerk Industrie RuhrOst – Starke Partner in einer starken Region

Autorenbeiträge:

Kompetenzfeld Verpackungstechnologie – Wachstum und Hightech
Der Gießereistandort Leipzig – Tradition und Moderne
Halle im Prozess der länderübergreifenden Clusterentwicklung in Mitteldeutschland
Mit effizienten Kompetenzclustern zum Erfolg
Ingenieure im Dialog – VDI und Industrieunternehmen vernetzen ihr Wissen