Dr. Werner Wolf

Der Autor arbeitete, nach dem Studium der Psychologie und Wirt­schafts­wissen­schaften in Bonn und Fri­bourg, von 1989 bis 1997 als Geschäftsleiter der Mars GmbH. Von 1997 bis 2009 war er Ge­­schäftsfüh­­rer bei der Intersnack Knab­ber-Gebäck GmbH & Co. KG. Seit März 2009 ist er Sprecher der Ge­­schäfts­­füh­­rung und Ge­­schäftsführer Marketing und Vertrieb der Bitburger Braugruppe GmbH.

Braukunst in Rheinland-Pfalz – Das Kulturgut Bier und seine Tradition


Kultur hat stets mit gemeinsamen Er­­in­­nerungen und Erlebnissen zu tun. Das hat Bier auch. Es besitzt starke emotio­­na­­le Elemente. Bier wird leidenschaftlich hergestellt, konsumiert und genossen. Die Menschen lieben ihr Lieblingsbier und diskutieren gerne über Biersorten und Geschmack. Und das auf der ganzen Welt, über alle gesellschaftlichen Schich­­ten und Generationen hinweg. Dabei ver­­bindet der „goldene Gerstensaft“ auf eine ganz besondere Art und Weise. Er steht für Genuss und Geselligkeit, Gast­­freundschaft und Gemütlichkeit, für Ver­­trauen und Verlässlichkeit. Ein entscheidender Grund für die führende Qualität deutscher Biere ist, dass sie seit fast 500 Jahren auch heute noch nach der ältesten Lebensmittelverordnung der Welt ge­­braut werden, dem deutschen Reinheits­ge­­bot von 1516. Dieses fordert, dass Bier nur Gerstenmalz, Hopfen und Wasser be­­inhalten darf – und sonst nichts. Qua­­li­­täts­­standards, die das Bier aus deutsch­­en Landen zum Exportschlager machen.

Das erste Bier brauten die Sumerer vor über 6.000 Jahren – auch wenn es ge­­schmacklich mit unserem heutigen Ge­­­tränk nicht viel zu tun hatte. Die wahre Kunst des Bierbrauens entwickelte sich erst ab 800 nach Christus in den Klöstern des Abendlandes, in denen die Mönche Bier als nährstoffreiches Getränk für die Fas­­tenzeit entdeckt hatten. Später galt es neben Fleisch und Brot wegen seines ho­­hen Kaloriengehaltes als wichtiges Nah­­rungsmittel. Auch heute noch werden – bei maßvollem und verantwortungs­­be­­­wuss­­­­tem Genuss – die positiven Aus­wir­­­­k­­ungen von Bier auf die Gesundheit ge­­schätzt. Denn Bier enthält wertvolle Koh­­len­hy­drate, Aminosäuren, Mineral­stoffe und Vitamine.

 




Die Bitburger Brauerei produziert im Jahr
rund vier Millionen Hektoliter Pils.



Auch in der rheinland-pfälzischen Kultur­­geschichte spielt Bier seit dem Mittel­­alter eine wichtige Rolle. Das Bundes­­land ist nicht nur Deutschlands Wein­land Nummer 1, sondern auch in Sachen Bier bedeutend. Die Region steht für eine erlesene Qualität der Braugerste und einen besonders hochwertigen Hopfen. So entfallen über 5,5 Millionen Hekto­liter der bundesweiten Bierproduktion und gut eine halbe Milliarde Euro Bier­umsatz auf Rheinland-Pfalz. Das Bun­­desland gehört damit zu den Top fünf der Bier produzierenden Regionen in Deu­­t­­sch­­land. Damit ist auch Bier ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für das Land. So verwundert es nicht, dass die Anbaufläche für Braugerste sogar die Größe der Rebflächen übersteigt.

Insgesamt 43 Brauereien und Haus­brau­­ereien formen eine abwechslungsreiche Bierlandschaft, in der sich mit Pils, Alt, Weizenbier oder dunklem Bier alle Ge­­schmacksvorlieben erfüllen.


Neben zahl­­reichen re­­gionalen Brauerei­en ist Rhein­­land-Pfalz aber auch Hei­mat einer der bedeutendsten deutsch­­en Privatbrau­e­­reien und des bundesweit größten Fass­­­­bierlieferanten, der 1817 ge­­­­gründeten Bitburger Brauerei. Von der Eifel aus be­­liefert sie über 50.000 Gast­­­­ro­no­­miebetriebe in ganz Deutsch­­land – kein anderes Pils wird so oft gezapft wie Bitburger. Und mit einer jährlichen Produktion von rund vier Millionen Hek­­tolitern ist Bitburger eine der größten nationalen Pilsmarken. Gleichzeitig ist der Slogan „Bitte ein Bit“ der bekannteste Werbespruch der Braubranche. Solche Erfolge wären ohne bedeutende Innovationen in der Brau­wirtschaft un­­denkbar. Besonders einschneidend wirk­­ten sich im 19. Jahr­hundert neue Gär­verfahren und die technischen Fort­schritte der Indus­trialisierung auf die Branche aus. Das Beispiel der Bitburger Brauerei belegt dies eindrucksvoll. So führte das Unter­nehmen im Jahr 1909 das nach Pil­sener Art gebraute „Ori­gi­nal-Simonbräu-Deutsch-Pilsener“ ein und leg­­te damit nicht nur den Grund­stein des Erfolges der Marke Bitburger, sondern auch für das Wachstum des Un­­ter­neh­mens. Denn die untergärige Brau­­art des Pils machte es besonders lagerfähig. Die erfolgreiche Expansion der Brau­erei wurde wenige Jahre später noch durch den Ausbau des Eisenbahnnetzes be­­flügelt. War es bisher kaum möglich ge­­­­­­wesen, Bier ohne Qualitätsverlust über weite Strecken zu transportieren, belieferte Bitburger ab 1910 mit dem An­­schluss an die sogenannte Eifelstrecke, die das Rhein/Ruhr-Gebiet mit dem Saar­­­­gebiet verband, auch entferntere Kun­den mit frischem Fass­bier.

 


Neben allen technischen Fortschritten gründet der Erfolg der Bitburger Brau­erei aber auch auf dem seit jeher be­­stehenden Anspruch an höchste Quali­tät auf allen Ebenen. Bis heute gilt die Unternehmensphilosophie „Mit Liebe, Leidenschaft und Sorgfalt im Brau­pro­zess das Beste geben, um das beste Bier zu brauen“. Und so bestimmten die kompromisslose Auswahl der Rohstoffe höchs­­­ter Qualität, modernste Technik und Herzblut für den Beruf das tägliche Handeln aller Mitarbeiter.


Wer mehr über die hohen Qualitäts­grund­sätze des Familienunternehmens und die Entstehung des Premium-Bie­­res von Bitburger erfahren möchte, kann dies seit Sommer 2009 auf eine ganz neue Art und Weise tun. Mit der neuen Bitburger Marken-Erlebniswelt bietet Bit­­burger eine einzigartige multimediale Inszenierung, in der die Marke mit allen Sinnen erlebbar und der Brauprozess in all seinen Facetten präsentiert werden.

 




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