Land der Innovationen und Zukunftstechnologien
Deutschland ist ein Hochtechnologieland und die stärkste Volkswirtschaft in Europa und eine der größten der Welt. Zehntausende innovative deutsche Mittelständler schaffen es durch überragende Flexibilität und pfiffige Ideen immer wieder aufs Neue, in ihren Märkten Weltspitze zu werden und zu bleiben. Daneben steht Deutschland für traditionsreiche Produkte und langjährige Erfolgs-Garanten. Die Automobilbranche ist dafür ein gutes Beispiel: Seit nunmehr 125 Jahren bewegen sich die deutschen Automobilhersteller in der technologischen und unternehmerischen Champions-League.
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E-Mobility in Berlin: Ausbau der Ladestationen für Elektrofahrzeuge, E-Smart im Cityeinsatz. |
Die internationale Wettbewerbsstärke Deutschlands kommt nicht von ungefähr. Denn Bildung, Forschung und Erfindertum sind herausragende Pluspunkte unseres Standortes. Als Technologiemotor Europas steht Deutschland auf der Rangliste der weltmarktrelevanten Patente – gemessen an der Bevölkerungsgröße – weltweit auf Platz drei und europaweit auf Platz eins.
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Innovative Technologien für die Energieumwandlung. |
Die deutsche Wirtschaft hat die weltweite Finanzkrise schnell und erfolgreich überwunden und befindet sich im Aufschwung. Besonders am Arbeitsmarkt setzt sich die günstige Entwicklung fort. Die Beschäftigung lag mit 40,5 Millionen Erwerbstätigen im Jahr 2010 auf dem höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Für 2011 rechnet die Bundesregierung damit, dass die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt unter drei Millionen bleibt. Nach einem Rekord-Wirtschaftswachstum von 3,6 Prozent im letzten, erwarten wir in diesem Jahr eine Steigerung um 2,6 Prozent. Das ist zum Einen der weltwirtschaftlichen Erholung zu verdanken. Zu einem wesentlichen Teil ist dieser Aufschwung aber das Verdienst der vielen fleißigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und Arbeitgeber in unserem Land. Unsere Unternehmen konnten aufgrund ihrer preislichen Wettbewerbsfähigkeit, sowie der hohen Produktqualität an frühere Exporterfolge anknüpfen. Auch bei Forschung und Entwicklung stehen die Zeichen wieder auf Wachstum. Die FuE-Ausgaben der Unternehmen werden in diesem Jahr wahrscheinlich erstmals die beachtliche Marke von 60 Milliarden Euro erreichen. Was unsere Forschungsausgaben betrifft, liegen wir weltweit in der Spitzengruppe. Sie machen knapp 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Diese günstigen Entwicklungen gilt es nun zu verstetigen.
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Energiespeicher von morgen: Lithium-Ionen-Batterien |
Um in der Weltwirtschaft weiterhin ganz vorn mitspielen zu können, braucht Deutschland die EU und eine stabile Währung. Rund 40 Prozent unserer Exporte liefern wir in die Länder der Euro-Zone. Als Exportnation in der Mitte Europas ist deshalb der Euro für uns sehr wichtig. Wir nehmen unser Wächteramt beim Euro ernst. Jedes Mitgliedsland muss seine Hausaufgaben machen. Das gilt zum Beispiel auch bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Anders als Deutschland reduzieren einige EU-Länder bedauerlicherweise ihre öffentlichen FuE-Ausgaben. Derzeit sind es EU-weit im Durchschnitt gerade zwei Prozent. Der Europäische Rat hat im Rahmen der EU 2020-Strategie erneut die Zielmarke bekräftigt, drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung aufzuwenden. Alle Mitgliedstaaten der EU sind aufgefordert, darauf hin zu arbeiten. Wir müssen zudem die Kapitalmarktregeln stärker harmonisieren und gemeinsame Regelungen für das EU-Patent, für Normen und Standardisierung finden. So können wir Anreize für unternehmerische Innovationen setzen. Aus einem gestärkten und innovativen EU-Binnenmarkt heraus ist Deutschland bestens dafür gewappnet, die Herausforderungen des weltweiten Wettbewerbs zu meistern.
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Das Brennstoffzellen-System des Schnittmodells zur B-Klasse „F-Cell“. Gut erkennbar (blau beleuchtet) ist der Brennstoffzellen-Stack. |
Die Gewichte in der Weltwirtschaft verschieben sich. Sie wird derzeit von zwei Wachstumspolen getrieben, von Teilen Europas und von den Schwellenländern. Traditionelle Wachstumsmotoren wie die USA geraten ins Stocken, während in Shanghai ein Wolkenkratzer nach dem anderen gebaut wird. Einige Schwellenländer sind längst zu ernst zu nehmenden Wettbewerbern aufgestiegen. Das Tempo ihres Wirtschaftswachstums ist beeindruckend: Von 2004 bis 2009 hat es zu fast zwei Dritteln zum globalen Wirtschaftswachstum beigetragen. China hat 1,3 Milliarden Einwohner – deutlich mehr als die EU, USA, Russland und Japan zusammen. Die chinesische Mittelschicht wächst und Staat und Betriebe investieren kräftig. Das bietet enorme Chancen für deutsche Unternehmen. Ob Autoteile, Küchengeräte oder Kraftwerkstechnik – „Made in Germany“ hat auch in China einen exzellenten Ruf. Unsere Ausfuhren nach China haben sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Auch künftig gibt es viel Potential für gute Geschäfte in China, aber auch in Indien oder Brasilien. Um diese Potentiale optimal zu nutzen, brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen.
Dazu gehört der Schutz des geistigen Eigentums, freier Fluss von Handelsströmen in offenen Märkten, richtige Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung, Zugang zu Krediten, qualifizierte Fachkräfte sowie ein einfaches und gerechtes Steuersystem. Nur mit einem exzellenten Bildungssystem und begeisterten, kreativen Forschern sowie hoch qualifizierten und engagierten Fachkräften wird Deutschland, gerade angesichts des demografischen Wandels, seinen guten Platz im internationalen Vergleich halten können.
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Innovationen sind Investitionen in die Zukunft. Sie erhalten und schaffen Arbeitsplätze. Wer nichts Neues erfindet, gerät schnell auf das Abstellgleis. Neue Technologien sind das Schlüsselelement, um die Herausforderungen der demografischen Entwicklung, der Energieversorgung und des Klimawandels bewältigen zu können. Mehr als bisher muss Deutschland zu einem Land werden, in dem neue Technologien auch in marktgängige Produkte umgesetzt werden.Zu häufig werden hier Technologien auf dem Papier entwickelt, die anschließend aber nicht umgesetzt werden. Im Ausland wird dann mit deutschen Produktideen oft viel Geld verdient. Beispiele hierfür aus der Vergangenheit sind das Fax und „MP3s“. Wir brauchen ein technologiefreundliches Umfeld in Deutschland. Deshalb hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie eine Technologieoffensive gestartet. Dazu gehören ein besserer Schutz des geistigen Eigentums, eine beschleunigte Einführung des EU-Patents und die effiziente Flankierung von Schlüsseltechnologien wie Energietechnologien. Forschung in den Bereichen Energie- und Informationstechnologien sowie Luft- und Raumfahrttechnologien ist unerlässlich, um die Ziele des Energiekonzepts der Bundesregierung für eine saubere, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung bis 2050 zu erreichen. Die Bundesregierung sieht in der Elektromobilität ein Schlüsselelement für die Mobilität der Zukunft. Bis 2020 sollen auf Deutschland Straßen eine Million Elektrofahrzeuge fahren.
Unser Aufschwung war nur möglich, weil sich unsere Unternehmen mit neuen Ideen und kreativen Produkten auf dem Weltmarkt durchgesetzt haben. Das muss so bleiben. Deswegen brauchen wir neben einem innovationsfreundlichen Klima mehr Risikobereitschaft. Durch neue Technologien lassen sich Krankheiten besiegen, der Klimawandel bekämpfen und das Leben vieler Menschen verbessern und vereinfachen. Wir müssen Akzeptanz schaffen für neue Technologien. Wir dürfen nicht in die Dagegen- Republik abgleiten. Die Marktwirtschaft bietet keine Garantie auf geschäftlichen Erfolg, sie bietet aber viele Chancen und Möglichkeiten. Deshalb setzen wir nicht auf Bevormundung und Gängelung. Wir setzen auf Freiheit und Eigenverantwortung.


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