Jens Böhrnsen

Der Autor wurde 1949 in Bremen geboren. Nach seinem Abitur hat er Rechts­­wis­sen­­schaften in Kiel studiert. Im Haupt­­­beruf war Böhrnsen von 1978 bis 1995 Richter, zu­­letzt Vor­­sit­­z­­en­­­­der Richter am Verwal­­tungs­­gericht Bre­­men. Seit 1995 Mitglied der Bre­­­­mi­­sch­­en Bür­­ger­­schaft, ist der Sozial­­de­­mo­­krat seit dem Jahr 2005 Prä­­sident des Senats und Bür­­ger­­meis­­ter der Freien Hanse­­stadt Bremen.

Bremen 2020 –
Grünes Kompetenzzentrum des Nordens

2009 hat der Senat nach breiter öffentlicher Debatte und intensiver ressortübergreifender Abstimmung ein neues Leitbild der Stadtentwicklung beschlossen, das gemeinsam mit dem Strukturkonzept für das Land Bremen den Rahmen für künftige Entwicklung absteckt.

 


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Mit Blick auf das Zieljahr 2020 will Bremen innovativ, nachhaltig und mit stadt­wirt­schaft­licher Vernunft die Balance zwischen den Zielen ökonomischer, ökologischer und sozialer Entwicklung erreichen. 
Bremen im Jahr 2020 soll sein:




Bremen verbindet Tradition mit Zukunft.
© Hans Snoek/PIXELIO © Tim Caspary/PIXELIO © Erwin Grote/PIXELIO


 

  • eine grüne Stadt am Wasser mit hohen
    Erholungs- und Umweltqualitäten,
  • eine sozial gerechtere Stadt,
  • eine Stadt des exzellenten Wissens,
  • ein attraktiver und innovativer Wirt­­­­­schafts­­raum
    mit einem vielfältigen vitalen Arbeitsmarkt,
  • eine Stadt in guter Nachbarschaft mit der Region,
  • eine Stadt voller Bürgersinn und Sinn für
    gemeinsam entwickelte Ziele und Projekte.

Als lebendiges, offenes und stabiles Zen­trum sendet Bremen starke Impulse in die dynamische und gut vernetzte „Metro­pole Nordwest“ –  gerade auch in ökonomischer Hinsicht.

Der dynamische Kern der Bremer Wirt­schaft  hatte seit jeher eine maritime Orien­tierung und war eng verbunden mit Hafen, Handel, Seefahrt und Schiffbau, ergänzt um die Verarbeitung der angelandeten Han­­dels­güter. Außenwirtschafts- und hafenbezogene Tätigkeiten tragen weiterhin erheb­lich zum bremischen Bruttoinlands­produkt bei und sind auch mit der politischen Eigen­ständigkeit des Landes un­trenn­bar verbunden.

Spezifisch bremische Schwerpunkte bilden heute weiterhin der Dienstleistungs­bereich, das Logistikgewerbe, die Luft- und Raumfahrt, der Fahrzeugbau sowie die Energiewirtschaft mit einem Schwer­punkt auf erneuerbaren Energien. Mit dem Ausbau technischer Fachrichtungen an den Universitäten und Hochschulen des Landes finden Technologie­unter­neh­men die Arbeitskräfte der Zukunft. Trans­ferpotenziale aus Wissenschaft in die Wirtschaft erweitern das Spektrum für die hiesigen Unternehmen.

Bremen ist ein Ort guten Lebens und will dies auch bleiben – mit hoher Lebens­qualität und als starker Wirtschafts­­­­standort. Das Leitbild zeigt dazu den Weg auf, wo Bremen aktiv wird, um innovative und nachhaltige Wirtschafts­ent­wicklung anzuregen und zu unterstützen. „Ohne kluge Köpfe und zündende Ideen läuft nichts.“ Im Wandel zur globalen Dienstleistungs-, Informations- und Wissens­­­gesellschaft braucht Bremen mehr denn je auf allen Ebenen qualifizierte Fach- und Führungskräfte.




Maritime Wirtschaft und Luft- und Raumfahrt
zählen zu den Kernkompetenzen des Standortes.
© Jan von Bröckel/PIXELIO © Kirsten Kasselmann/PIXELIO


Gut ausgebildete Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt mit einer hohen Standortbindung sind unverzichtbar für eine prosperierende bremische Wirtschaft. Bremen wird deshalb weiterhin der Qualifizierung des Fachkräftepotentials einen entsprechenden Stellenwert einräumen und damit eine wesentliche Voraussetzung zur Unternehmensansiedlung und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen leisten.

 

Bremen wird in der Wirtschaftspolitik sowohl auf die Stärkung der am Standort vorhandenen Potenziale und Kompetenzen als auch auf die Förderung von Innovationen in wachstumsorientierten Zukunftsfeldern setzen. Entwicklungshemmende Schwächen, wie die absehbare demographische Lücke bei den Fachkräften, im Einzelfall immer noch zu bürokratische Strukturen oder investitionsunfreundliche Rahmenbedingungen, sind parallel konsequent abzubauen.

Bremen will die traditionellen industriellen Schwerpunkte festigen und qualitativ weiterentwickeln. Im Zuge einer intensivierten Zusammenarbeit von Industrie, kleineren und mittleren Unternehmen sowie Hochschul- und Forschungs­einrichtun­gen sollen in ausgewählten Kompetenzfeldern Zentren des Technologie- und Wissenstransfers entstehen. So werden Forschung und Entwicklung angeregt, die internationale Wettbewerbsfähigkeit gesteigert und die Bindung an den Standort Bremen verstärkt. Die regionalen Netzwerke der Wind­energie, der Luftfahrt und der Materialforschung bilden hierbei beispiel­gebende Ansatzpunkte.

 

Ziel ist zudem die Diversifizierung der Unternehmens- und Branchenstruktur und die Verbesserung der Standortbedingungen insbesondere für die mittelständische Wirtschaft. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) leisten einen besonderen Beitrag für Wachstum, Beschäftigung und Ausbildung.

 

Bremen will den Dienstleistungsbereich als Schlüsselsektor der wissensbasierten wirtschaftlichen Entwicklung stärken. Flankiert werden soll diese Entwicklung durch hochwertige Architektur und gestaltete Frei­räume. Entwicklungsgebiete sind die Überseestadt, die Airportstadt und der Technologiepark, das Stephaniviertel, der Science Park und Flächen in Bremen-Nord sowie freiwerdende Flächen des Klinikums Mitte.

 




Bremen und Bremenhaven pflegen die Hafentradition.
© Andrea Kusajda/PIXELIO


Zu den Dienstleistungspotenzialen zählt angesichts ihrer Image bildenden Kraft und der zunehmenden Wertschöpfungspotenziale die sehr rege Kreativszene. Bremen will die Vernetzungsaktivitäten innerhalb der Kreativ- und Kulturwirtschaft unterstützen, den Dialog zwischen „Kreati­ven“ und klassischen Unternehmen stärken und die Stadt für Kreative und ihre Unternehmensansiedlungen attraktiv gestalten.

 

Die bremischen Häfen bilden das Rückgrat der maritimen Wirtschafts-, Logistik- und Wissenschaftslandschaft. Zudem formt die Lage am Wasser das Stadtbild und die Identität. Es ist das Ziel Bremens, die ökonomische Schlüsselrolle der Häfen funktionsge­recht zu erhalten und auszubauen sowie deren seeseitige Erreichbar­keit weiterhin zu erhalten.

 

Bremen kann und will sich – gemeinsam mit der Metropolregion - zu einer „Modellregion Logistik“ weiterentwickeln. Der Einzelhandel ist ein bedeutender Faktor für Beschäftigung, Versor­gung der Bevölkerung und der Sicherung vitaler Quartiere und Zentren. Bremen will die Zentren und die Quartiersversorgung stärken. Eigenverantwortete private Initiativen in den Geschäftszentren sollen bei Bedarf weiter durch neue Instrumente wie etwa Business Improvement Districts (BIDs) oder andere Formen der Selbst­organi­sation von der öffentlichen Hand begleitet und unterstützt werden.

 

Der Tourismus leistet mit seiner dynamischen Entwicklung in den vergange­nen Jahren und einer hervorragenden Perspektive für die Zukunft einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel. Im Zusammenspiel mit Kultur und Sport wirkt er als Image-Lokomotive für die Stadt.

 

Die Umweltwirtschaft gehört zu den Innovationsträgern der bremischen Wirtschaft. Sie hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wachstumsstarken „Jobmotor“ entwickelt. Die „initiative umwelt unterneh­men – iuu“ bildet einen ausgezeichneten inhaltlichen und organisatorischen Rahmen­ für die weitere positive Entwicklung. Im besonders herausragenden Bereich der Windenergie sind wichtige Schritte in Richtung Vernetzung und Wissenschaftsinfrastruktur getan: Die Windenergieagentur (wab e.V.) als europaweit größtes Kompetenzcluster der Branche, Forschungs­einrich­tungen wie das Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystem­technik (IWES) in Bremerhaven können anknüpfen an vorhandene Stärken, die sich im Verbund mit einer ständig wachsenden Anzahl von Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu einem neuen, tragfähigen Industriezweig und Dienstleistungssektor ausbilden.

 

Dies alles trägt dazu bei, dass Bremen – gemeinsam mit Bremerhaven - zum Kompetenz­zentrum des Nordens für erneuerbare Energien, effiziente Energie­erzeugung und Klimaschutz werden kann.

 




Bremenports verfügt über die längste Containerkaje der Welt und ist auf diesem Planeten zudem einer der größten Automobilumschlagshäfen.
© Pressestelle des Senats der Freien Hansestadt Bremen



 

 

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Autorenbeiträge:

Bremen 2020 –Grünes Kompetenzzentrum des Nordens
Bremen 2020 –Grünes Kompetenzzentrum des Nordens
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