Bremen 2020 –
Grünes Kompetenzzentrum des Nordens
2009 hat der Senat nach breiter öffentlicher Debatte und intensiver ressortübergreifender Abstimmung ein neues Leitbild der Stadtentwicklung beschlossen, das gemeinsam mit dem Strukturkonzept für das Land Bremen den Rahmen für künftige Entwicklung absteckt.
Mit Blick auf das Zieljahr 2020 will Bremen innovativ, nachhaltig und mit stadtwirtschaftlicher Vernunft die Balance zwischen den Zielen ökonomischer, ökologischer und sozialer Entwicklung erreichen.
Bremen im Jahr 2020 soll sein:
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Bremen verbindet Tradition mit Zukunft. © Hans Snoek/PIXELIO © Tim Caspary/PIXELIO © Erwin Grote/PIXELIO |
- eine grüne Stadt am Wasser mit hohen
Erholungs- und Umweltqualitäten, - eine sozial gerechtere Stadt,
- eine Stadt des exzellenten Wissens,
- ein attraktiver und innovativer Wirtschaftsraum
mit einem vielfältigen vitalen Arbeitsmarkt, - eine Stadt in guter Nachbarschaft mit der Region,
- eine Stadt voller Bürgersinn und Sinn für
gemeinsam entwickelte Ziele und Projekte.
Als lebendiges, offenes und stabiles Zentrum sendet Bremen starke Impulse in die dynamische und gut vernetzte „Metropole Nordwest“ – gerade auch in ökonomischer Hinsicht.
Der dynamische Kern der Bremer Wirtschaft hatte seit jeher eine maritime Orientierung und war eng verbunden mit Hafen, Handel, Seefahrt und Schiffbau, ergänzt um die Verarbeitung der angelandeten Handelsgüter. Außenwirtschafts- und hafenbezogene Tätigkeiten tragen weiterhin erheblich zum bremischen Bruttoinlandsprodukt bei und sind auch mit der politischen Eigenständigkeit des Landes untrennbar verbunden.
Spezifisch bremische Schwerpunkte bilden heute weiterhin der Dienstleistungsbereich, das Logistikgewerbe, die Luft- und Raumfahrt, der Fahrzeugbau sowie die Energiewirtschaft mit einem Schwerpunkt auf erneuerbaren Energien. Mit dem Ausbau technischer Fachrichtungen an den Universitäten und Hochschulen des Landes finden Technologieunternehmen die Arbeitskräfte der Zukunft. Transferpotenziale aus Wissenschaft in die Wirtschaft erweitern das Spektrum für die hiesigen Unternehmen.
Bremen ist ein Ort guten Lebens und will dies auch bleiben – mit hoher Lebensqualität und als starker Wirtschaftsstandort. Das Leitbild zeigt dazu den Weg auf, wo Bremen aktiv wird, um innovative und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung anzuregen und zu unterstützen. „Ohne kluge Köpfe und zündende Ideen läuft nichts.“ Im Wandel zur globalen Dienstleistungs-, Informations- und Wissensgesellschaft braucht Bremen mehr denn je auf allen Ebenen qualifizierte Fach- und Führungskräfte.
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Maritime Wirtschaft und Luft- und Raumfahrt zählen zu den Kernkompetenzen des Standortes. © Jan von Bröckel/PIXELIO © Kirsten Kasselmann/PIXELIO |
Gut ausgebildete Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt mit einer hohen Standortbindung sind unverzichtbar für eine prosperierende bremische Wirtschaft. Bremen wird deshalb weiterhin der Qualifizierung des Fachkräftepotentials einen entsprechenden Stellenwert einräumen und damit eine wesentliche Voraussetzung zur Unternehmensansiedlung und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen leisten.
Bremen wird in der Wirtschaftspolitik sowohl auf die Stärkung der am Standort vorhandenen Potenziale und Kompetenzen als auch auf die Förderung von Innovationen in wachstumsorientierten Zukunftsfeldern setzen. Entwicklungshemmende Schwächen, wie die absehbare demographische Lücke bei den Fachkräften, im Einzelfall immer noch zu bürokratische Strukturen oder investitionsunfreundliche Rahmenbedingungen, sind parallel konsequent abzubauen.
Bremen will die traditionellen industriellen Schwerpunkte festigen und qualitativ weiterentwickeln. Im Zuge einer intensivierten Zusammenarbeit von Industrie, kleineren und mittleren Unternehmen sowie Hochschul- und Forschungseinrichtungen sollen in ausgewählten Kompetenzfeldern Zentren des Technologie- und Wissenstransfers entstehen. So werden Forschung und Entwicklung angeregt, die internationale Wettbewerbsfähigkeit gesteigert und die Bindung an den Standort Bremen verstärkt. Die regionalen Netzwerke der Windenergie, der Luftfahrt und der Materialforschung bilden hierbei beispielgebende Ansatzpunkte.
Ziel ist zudem die Diversifizierung der Unternehmens- und Branchenstruktur und die Verbesserung der Standortbedingungen insbesondere für die mittelständische Wirtschaft. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) leisten einen besonderen Beitrag für Wachstum, Beschäftigung und Ausbildung.
Bremen will den Dienstleistungsbereich als Schlüsselsektor der wissensbasierten wirtschaftlichen Entwicklung stärken. Flankiert werden soll diese Entwicklung durch hochwertige Architektur und gestaltete Freiräume. Entwicklungsgebiete sind die Überseestadt, die Airportstadt und der Technologiepark, das Stephaniviertel, der Science Park und Flächen in Bremen-Nord sowie freiwerdende Flächen des Klinikums Mitte.
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Bremen und Bremenhaven pflegen die Hafentradition. © Andrea Kusajda/PIXELIO |
Zu den Dienstleistungspotenzialen zählt angesichts ihrer Image bildenden Kraft und der zunehmenden Wertschöpfungspotenziale die sehr rege Kreativszene. Bremen will die Vernetzungsaktivitäten innerhalb der Kreativ- und Kulturwirtschaft unterstützen, den Dialog zwischen „Kreativen“ und klassischen Unternehmen stärken und die Stadt für Kreative und ihre Unternehmensansiedlungen attraktiv gestalten.
Die bremischen Häfen bilden das Rückgrat der maritimen Wirtschafts-, Logistik- und Wissenschaftslandschaft. Zudem formt die Lage am Wasser das Stadtbild und die Identität. Es ist das Ziel Bremens, die ökonomische Schlüsselrolle der Häfen funktionsgerecht zu erhalten und auszubauen sowie deren seeseitige Erreichbarkeit weiterhin zu erhalten.
Bremen kann und will sich – gemeinsam mit der Metropolregion - zu einer „Modellregion Logistik“ weiterentwickeln. Der Einzelhandel ist ein bedeutender Faktor für Beschäftigung, Versorgung der Bevölkerung und der Sicherung vitaler Quartiere und Zentren. Bremen will die Zentren und die Quartiersversorgung stärken. Eigenverantwortete private Initiativen in den Geschäftszentren sollen bei Bedarf weiter durch neue Instrumente wie etwa Business Improvement Districts (BIDs) oder andere Formen der Selbstorganisation von der öffentlichen Hand begleitet und unterstützt werden.
Der Tourismus leistet mit seiner dynamischen Entwicklung in den vergangenen Jahren und einer hervorragenden Perspektive für die Zukunft einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel. Im Zusammenspiel mit Kultur und Sport wirkt er als Image-Lokomotive für die Stadt.
Die Umweltwirtschaft gehört zu den Innovationsträgern der bremischen Wirtschaft. Sie hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wachstumsstarken „Jobmotor“ entwickelt. Die „initiative umwelt unternehmen – iuu“ bildet einen ausgezeichneten inhaltlichen und organisatorischen Rahmen für die weitere positive Entwicklung. Im besonders herausragenden Bereich der Windenergie sind wichtige Schritte in Richtung Vernetzung und Wissenschaftsinfrastruktur getan: Die Windenergieagentur (wab e.V.) als europaweit größtes Kompetenzcluster der Branche, Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Bremerhaven können anknüpfen an vorhandene Stärken, die sich im Verbund mit einer ständig wachsenden Anzahl von Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu einem neuen, tragfähigen Industriezweig und Dienstleistungssektor ausbilden.
Dies alles trägt dazu bei, dass Bremen – gemeinsam mit Bremerhaven - zum Kompetenzzentrum des Nordens für erneuerbare Energien, effiziente Energieerzeugung und Klimaschutz werden kann.
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Bremenports verfügt über die längste Containerkaje der Welt und ist auf diesem Planeten zudem einer der größten Automobilumschlagshäfen. © Pressestelle des Senats der Freien Hansestadt Bremen |


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